Sie befinden sich im kleinen Wortladen des Sprachbloggeurs. Klein aber längst ein Geheimtipp. Man nimmt die Reise in diesen abgelegenen Vorort der Stadt WehWehWeh gerne auf sich. Beim Sprachbloggeur kann man nie wissen, was es zu finden gibt. Denn hier biete ich ein buntes Allerlei. Es hängen zwar noch immer keine Bilder in meinem Laden. Brauche ich sie aber? Vielleicht später mal. Meine Archive aus früherer Zeit habe ich übrigens schon längst "importiert". Nur: Ich weiß nicht, wie ich sie sichtbar mache. HTML spreche ich noch immer viel zu stumperhaft. Vielleicht lerne ich diese Sprache noch. Seien Sie herzlich gegrüßt, lieber Gast: Be it ever so humble, there's no place like home. Ihr Sprachbloggeur, PJ Blumenthal: DEM WORT AUF DER SPUR

Ouvertüre zu einer Horrorgeschichte

Am Anfang das Fröschesterben.

Mit Sicherheit haben Sie davon gehört. Denn ich erzähle hier nichts Neues. Schon seit zwanzig Jahren schwinden die Frösche dahin oder werden dreiäugig, fünfbeinig, zweiköpfig usw. geboren.

Lange rätselten die Wissenschaftler über die Ursache. Man munkelte: Die Luftverschmutzung, diverse Umweltsünden oder auch Radioaktivität seien daran schuld. Beweisen konnte man aber nichts.

Warum ich Optimist bin

Heute wollte ich keinen Beitrag schreiben. Das habe ich jedenfalls voriges Mal behauptet. Man muss aber wissen: Schriftsteller sind äußerst unzuverlässig, wenn es um ihr Vorhaben geht. Nur der Tod und vielleicht die Demenz bringen uns zum Schweigen.

Sex, Geld und Einsamkeit

Komisch. Kaum hat man diese drei Wörter, „Sex“, „Geld“ und „Einsamkeit“, aneinander gereiht, und zack! Jeder fühlt sich – irgendwie – angesprochen.

Das kann aber nicht ganz von ungefähr sein. Mit diesen drei Vokabeln hat man die wahre Situation der Menschheit bestens umfasst. Denn „Sex“, „Geld“ und „Einsamkeit“ sind die eigentlichen Bausteine jeglicher Sehnsucht. Und wie jeder schon weiß: Das Leben auf Erden besteht nur aus Sehnsüchten.

Der Unterschied zwischen Jungs und Mädchen

Wer hätte gedacht, dass ich den Unterschied zwischen den Geschlechtern, nur weil ich eingelegte Weinblätter, „Dolmades“, gerne esse, endlich kapieren würde?

Jeden Freitag kaufe ich mir im Supermarkt vier Dolmades, die ich am Samstag mit Genuss schnabuliere. Meine Frau und meine Söhne teilen meine Leidenschaft für die Weinblätter nicht. Sorge um den Futterneid brauche ich also nicht zu haben. Alles nur für mich!

Die Kunst des Vergessens – erste Lektion

„Guten Morgen Herr…“, hat er mir heute früh gesagt, als ich die Bäckerei betrat. Ich kenne ihn schon lange. Ein netter Mann in den mittleren Jahren, dem ich oft auf der Straße begegne. Er ist motorisch behindert, und zwar sehr. Unsere Gespräche verlaufen meistens nach dem gleichen Muster: Er fragt freundlich nach der Uhrzeit, oder erklärt mir, dass es Montag ist oder 2009. Es gibt aber auch andere Themen. Nein, er ist nicht geistig behindert. Er ist geistig anders. Man sieht ihm die Klarheit in den Augen an. Manchmal kann er ausgesprochen witzig und verschmitzt sein.

Die Wahrheit über die Menschennatur

„Ich kenne keinen Guido“, sagte meine Mutter. Warum sollte sie auch? Sie ist Amerikanerin, und außerdem interessiert sie sich überhaupt nicht für die Politik – auch nicht für die amerikanische.

Dafür liest sie aber die „Arizona Republic“. „Wer kann so viel lesen?!“, sagt sie. „Das meiste schaue ich mir überhaupt nicht an. Ich werfe es gleich weg.“ Aber mit einer erstaunlichen Fingerfertigkeit extrahiert sie die „Arizona Living“-Seiten aus der Zeitungsmasse und stürzt sich auf die Rätselseite.

Mein Streit mit der "Süddeutschen Zeitung"

Heute muss ich Namen nennen.

Es geht um die „Süddeutsche Zeitung“ – nicht um die Zeitung als Nachrichtenlieferanten – zumindest heute nicht. Nein. Ich habe ein Hühnchen mit dem „SZ-Aboservice“ zu rupfen.

Die Geschichte fängt recht unschuldig an. Doch oft haben die größten Scheußlichkeiten der Weltgeschichte harmlos begonnen.

Mittwoch früh habe ich – wie jeden Tag (außer sonntags) – die Wohnungstür aufgemacht, um die auf der Matte liegende SZ hereinzunehmen.

Die Sprache der Toten

Während ich jetzt schreibe, plärrt im Hintergrund eine besonders gehässige Warteschlangenmusik. Ich habe das Telefon auf „Lautsprecher“ umgeschaltet, um meinem Ohr den direkten Kontakt zu ersparen. Momentan träume ich davon, den Komponisten samt seiner Komposition in einem Zimmer einzusperren…der übliche Rachetraum halt.

Vor genau achtundhalb Minuten wählte ich diese Nummer. Es geht um meine Flugmeilen. Da ich im Oktober in die USA fliege, möchte ich wissen, ob ich inzwischen für den lang ersehnten kostenlosen Flug genügend „Meilen“ gesammelt habe.

Das Duzen: Zu Risiken und Nebenwirkungen…

Die deutsche Sprache und ich, wir passen zueinander wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Was ich damit sagen will: Ich duze und sieze wirklich gerne.

Auch andere Sprachen unterscheiden in der zweiten Person zwischen Intimbereich und Distanz. Wenn ich täglich nur Spanisch, Französisch oder Italienisch spräche, würde ich vielleicht meinen, auch diese Sprachen passten zu mir „comme un gant“ (wie ein Handschuh) oder so. Heute geht es aber um das Deutsche.

Hilfe! Meine Bank will mich informieren!

Der Hintergrund: Letzte Woche habe ich Post von meiner Bank bekommen. Es ging um eine „Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen und der Bedingungen zum Zahlungsverkehr“.

Im großen Kuvert fand ich lauter Broschüren mit Titeln wie: „Allgemeine Geschäftsbedingungen“, „Bedingungen für den „Überweisungsverkehr“, „Bedingungen für Zahlungen mittels Lastschrift im Abbuchungsauftragsverfahren“, „Bedingungen für Zahlungen mittels Lastschrift im Einzugsermächtigungsverfahren“ und und und.

Ich werde schon müde, wenn ich nur die Überschriften aufsage.

Seiten

Subscribe to Der Sprachbloggeur RSS