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„Game of Thrones“? Wie bitte?

Folgendes weiß ich über „Game of Thrones“ („GoT“ genannt):

1.) Es ist eine TV-Serie.
2.) Es läuft seit einigen Jahren.
3.) Es ist bekannt.

Freund E., wie ich Amerikaner, erklärte mir, in GoT die Figuren werden von Folge zu Folge abgemurkst; außerdem bumsen sie ziemlich viel.

Leider kann ich diese Behauptungen Freund E.‘s. selbst nicht bestätigen. Denn ich hab noch nie eine Folge der „Kultserie“ (so wird sie in den Medien genannt) gesehen. Ich wüsste nicht einmal, wo sie im Fernsehprogramm zu finden wäre…

…umso weniger, weil unser Fernseher seit fünf Monaten kaputt ist, und ich mich noch nicht dazu animieren hab können, einen neuen Apparat zu anzulegen. Irgendwie komme ich ohne TV bestens aus.

Hören Sie das, liebe Fernsehanstalten? Wenn es Weitere gibt wie mich, könnte es Euch an den Kragen gehen - vor allem wegen der fehlenden Werbung.

Nebenbei: Wissen Sie, wie man auf Englisch „mein Fernseher ist kaputt“ sagt? Ich biete Ihnen jetzt eine elegante Übersetzung: „My TV is on the fritz.“ „On the fritz“? Ja, weil am Anfang des 20. Jahrhunderts Billigware nicht aus China, sondern aus Deutschland kam, und die Dinge gingen schnell kaputt, on the „fritz“ also. Manchmal sagten die Engländer „gerry [also „German“] built“, um eine billige Bauart zu beschreiben.

Man kann übrigens auch „my TV went on the blink“ sagen.

Aber zurück zu „Game of Thrones“. Freund E. meinte, dass die Leute Kostüme tragen wie im alten Rom. Seine Tochter D. wiedersprach. Sie meinte, das seien Kostüme aus dem Mittelalter. Ich weiß es nicht.

Neulich hätte ich vielleicht Gelegenheit gehabt, GoT selbst zu erleben. Meine Frau und ich verbrachten nämlich eine Woche in einer Ferienwohnung in Hamburg im Grenzgebiet zwischen St. Pauli und Schanze. Nette Gegend, wenn man von den Scheißgraffitis absieht. (Es wurde übrigens auch auf unserer Straße randaliert. Die „G20“-Schmierereien sind da noch zu sehen, wie archäologische Spuren einer antiken Kultur).

In der Wohnung hatten wir einen Fernseher dessen Bildschirm beinahe so groß war wie die Leinwand im ARRI-Kino in München - und obendrein in HDR-Format. Um den Fernseher einzuschalten, hatten wir drei Fernbedienungen nötig: eine um das Gerät selbst einzuschalten, eine um die Stereo-Lautsprecher einzuschalten und letztlich eine, um die Kanäle zu wechseln („channel surfing“). Ich habe meine Forschungen beim 150. Sender eingestellt. Keine Ahnung, wie viele es noch gegeben hätte.

Von daher aber bin ich überzeugt, dass auch GoT dabei gewesen wäre.
Schade. Nie wieder werde ich Gelegenheit haben, GoT zu erleben - außer vielleicht ausschnittsweise in YouTube - oder falls wir doch mal wieder einen Fernseher anschaffen.

Hab ich mich damit endgültig aus dem Zeitgeist ausgeklinkt? O je. Nie wieder die Gelegenheit haben, mit anderen über GoT wissend mitzureden. Nie wieder mit klugen Sprüchen auftreten zu können. Permanente Außenseiter also…

Stellen Sie sich vor: Mehr als den Inhalt dieser kurzen Glosse werde ich wohl niemals über Game of Thrones zu bieten haben. O je.

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