Sie befinden sich im kleinen Wortladen des Sprachbloggeurs. Klein aber längst ein Geheimtipp. Man nimmt die Reise in diesen abgelegenen Vorort der Stadt WehWehWeh gerne auf sich. Beim Sprachbloggeur kann man nie wissen, was es zu finden gibt. Denn hier biete ich ein buntes Allerlei. Es hängen zwar noch immer keine Bilder in meinem Laden. Brauche ich sie aber? Vielleicht später mal. Meine Archive aus früherer Zeit habe ich übrigens schon längst "importiert". Nur: Ich weiß nicht, wie ich sie sichtbar mache. HTML spreche ich noch immer viel zu stumperhaft. Vielleicht lerne ich diese Sprache noch. Seien Sie herzlich gegrüßt, lieber Gast: Be it ever so humble, there's no place like home. Ihr Sprachbloggeur, PJ Blumenthal: DEM WORT AUF DER SPUR

Ein Dialog um den Missmut

Leser: Was ist mit Ihnen, Sprachbloggeur? Sie wirken so missmutig, so in sich gekehrt? Haben Sie uns nix Unterhaltsames zu erzählen?

Sprachbloggeur: Missmutig? Haben Sie „missmutig“ gesagt?

Leser: Jaaa…

Sprachbloggeur: Da fällt mir gerade zu diesem Wort etwas ein. Vor vielen Jahren – damals gab es weder PCs, Handys noch Digicameras – auch keine Amazon, Google etc. Damals brachte ich meine Filme in die Fotoabteilung von Hertie…

Leser: Entschuldigung, was ist Hertie?

Mein neues Phone/Phon/Fon…und eine sprachliche Meditation

Die letzten Wochen war ich oft in den Internetforen, die auf Handys spezialisiert sind.

Längst weiß jeder, dass „Handy“ kein Englisch ist. Im Englischen ist „Handy“ ausschließlich ein Adjektiv und bedeutet so etwas wie „praktisch“ (it’s a handy solution) und manchmal „fingerfertig“ (he’s very handy when it comes to fixing mobile phones). Noch ein Indiz, dass „Handy“ kein englisches Wort ist: die Form der Mehrzahl. Die müsste auf Englisch „handies“ lauten.

Teufelchen und Engelchen im Gespräch: Es geht um Ihre Zukunft

Teufelchen: Ich hab’s!

Engelchen: Das sagst du immer, und du hast es nie.

Teufelchen: Mach dich nicht über mich lustig. Überheblichkeit ist auch keine Tugend, mein lieber.

Engelchen: Ich mach mich nicht über dich lustig. Ich weiß bloß, dass du, wenn du „Ich hab’s!“ sagst, jedes Mal ins Schlittern kommst. Ich will dir nur helfen.

Teufelchen: Helfen?! Immer willst du helfen. Das ist deine große Schwäche. Denn zu helfen bist du wirklich unfähig. Das weißt du selber. Ich hingegen habe eine Idee, die wirklich nützt.

Fake views: Die Story hinter der Story

Vielleicht kennen Sie den Begriff „fake views“. Es reimt sich mit „fake news“ und beschreibt die Tätigkeit gewisser Firmen, die Sie – gegen Bezahlung – zu (u.a.) einem YouTube-Starauftritt verhelfen. Oder wenn aber nicht gerade zum Starrang Ihr Ranking wenigstens um einiges erhöht.

„Flüchtlinge“, „Migranten“ und wie sie alle heißen

Die liebe Alina (Gott hab sie selig) hat mir mal den Unterschied zwischen „fliehen“ und „flüchten“ erklärt, weil ich diese Begriffe ständig durcheinanderbrachte. Wenn ich „fliehen“ meinte, habe ich stets „flüchten“ geschrieben.

Alina kannte den Unterschied sehr wohl. Sie war nämlich selbst mal Flüchtling gewesen. Komisch, auf Deutsch kann man „Flüchtlingin“ nicht sagen (auch nicht „Gästin“). Erst recht gibt es keine „FlüchtlingInnen“.

Sind Sie ein Opfer? Dann sind Sie hier richtig!

Fangfrage: Was haben Opfer mit Junkies gemeinsam? Viel Zeit habe ich nicht, um auf Ihre Antwort zu warten. Die Lösung: Beide reduzieren ihre Probleme auf ein einziges Bedürfnis.

Im Fall von Junkies heißt dies: den Stoff (d.h. Heroin – notabene, ein illegales Rauschgift) zu besorgen.

Und den Opfern? Was (korrekter wäre „wessen“) bedürfen sie? Ganz einfach: Den Anderen alles in die Schuhe zu schieben, weil keiner mich (seufz) versteht oder akzeptiert (seufz seufz).

Algorithmen und Autismus…hmmm?

Man verliebt sich gern in Wörter, die schön klingen und benutzt sie mit Vergnügen, vor allem, wenn man weiß, andere werden einen deshalb als tollen Hecht (bzw. eine tolle Hechtin) würdigen.

Früher war, z.B., „Problematik“ ein solches Wort. Man ließ es genüsslich von der Zunge rollen, wenn man eigentlich „Problem“ meinte, was viel zu schnöde klang. (Ja, mei, das mit dem Karl-Hans ist für mich wirklich zu einer großen Problematik geworden).

Inzwischen weiß jeder den Unterschied.

Warum ist die Avocado weiblich? (aus einem Geheimdienstarchiv entwendet)

Kaum will ich hier anfangen, meldet sich Lenovo, die Firma, die meinen Rechner herstellt. Ein dringendes Update sei nötig, heißt es. Natürlich stimme ich zu. Und los geht’s.

Zehn Minuten sind vergangen. Ich weiß sehr wohl, was es bedeutet, wenn im Jahr 2018, der Hersteller eines Rechners, eines Phons, eines Tablets usw. das System „aktualisiert“.

Es bedeutet, dass meine Dateien, meine Einstellungen, meine Surfgewohnheiten von einem Geheimdienst – in diesem Fall von einem chinesischen – archiviert und gegebenenfalls inspiziert werden.

„Meme“ verstehen – endlich!

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, wenn Sie eine Fremdsprache lernen. Bei mir jedenfalls sitzen manche Wörter einfach nicht, egal wie ich sie büffele. Sie weigern sich, in mein Gedächtnis fixiert zu werden. Wie wenn man mit Sekundenkleber einen Henkel an eine Tasse anzubringen versucht, und er fällt trotzdem wieder ab.

Wörter sind zwar keine Henkel, doch manchmal brauchen auch sie einen besonderen Klebstoff, damit sie endlich im Gedächtnis haften.

„Hype“: das großartige Prequel

Heute, liebe Sprachinteressierte, reden wir über das spannende Wort „Hype“.

Das Wort interessiert mich brennend, weil ich es in letzter Zeit kaum vermeiden kann. Bin überall damit konfrontiert: im Gespräch, in den „Medien“, womit ich sowohl digital wie auch print meine. Auch im Traum.

Es handelt sich um ein „Fremdwort“. Darf man heute noch „Fremdwort“ sagen? Oder klingt das ein wenig wie „Lebensraum“ und „Einsatzkommando“?

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