Sie befinden sich im kleinen Wortladen des Sprachbloggeurs. Klein aber längst ein Geheimtipp. Man nimmt die Reise in diesen abgelegenen Vorort der Stadt WehWehWeh gerne auf sich. Beim Sprachbloggeur kann man nie wissen, was es zu finden gibt. Denn hier biete ich ein buntes Allerlei. Es hängen zwar noch immer keine Bilder in meinem Laden. Brauche ich sie aber? Vielleicht später mal. Meine Archive aus früherer Zeit habe ich übrigens schon längst "importiert". Nur: Ich weiß nicht, wie ich sie sichtbar mache. HTML spreche ich noch immer viel zu stumperhaft. Vielleicht lerne ich diese Sprache noch. Seien Sie herzlich gegrüßt, lieber Gast: Be it ever so humble, there's no place like home. Ihr Sprachbloggeur, PJ Blumenthal: DEM WORT AUF DER SPUR

Zé do Rock schreibt doitsch

He Zé! Klar, dass sie nein sagen. Du hast eine „Hybride“ geschrieben. Die Verlage sind wirklich überfordert, wenn sie außerstande sind, zwischen Reisebericht und Roman zu unterscheiden. Hat wohl etwas mit Marketing zu tun. Man will halt alles schön nach Kategorie einordnen können. Als es früher noch keine Vegetarier bzw. Veganer gab, hätte man gesagt, „Was Sie geschrieben haben, ist weder Fisch noch Fleisch“. Ich verstehe diese Angst vor der „Hybride“ aber nicht. Ist momentan in den USA der letzte Schrei. Wahrscheinlich hätten die dt. Verlage auch Cervantes und Grimmelshausen abgelehnt.

Über Schlangenbisse, Sound bites etc.

Wahrscheinlich wissen es schon alle. Denn die spannendsten Nachrichtenmeldungen grassieren wie die Masern. Die Nachrichtenagenturen schielen gierig auf den Ticker, um Köstliches endlich übermittelt zu bekommen.

Ich geh davon aus, dass die – seriösen – Zeitungen bzw. Online-Portale gutes Geld ausgeben nur deshalb, um Ihnen und mir mit so einer aufregenden Story wie die folgende zu fesseln. Mehr Leser, mehr Werbung. Money money money.

Einführung in das Babbeln

Fünf Tage, bevor er starb, war K. nicht mehr in der Lage zu reden. Vielleicht hat der Krebs sein Hirn irgendwie aufgemischt. Er hat zwar alles verstanden – das vermute ich jedenfalls – , doch wenn er seinen Mund aufmachte, als wollte er etwas sagen, kam nur ein ausgedehntes „Aaaa“ raus. Oder war das ein „Quaaaa“? Das weiß ich nicht mehr.

Fest steht: Er klang wie eine Ente oder vielleicht eine Ziege. Wie ein Tier halt. Wenn ein Tier zu „reden“ anfängt, schafft es auch nicht viel weiter als ein „Baaa“ oder „Muuuu“ oder „Grieeeee“ oder ähnlich.

„Islamische“ oder „islamistische“ Terroristen? (Achtung Nazis –hier sind Sie falsch)

Ach, es wäre so schön gewesen, wenn ich nur über unterhaltsame Belanglosigkeiten schwadronieren könnte…zum Beispiel, über Folgendes:

(Der Sprachbloggeur erreicht die Haustür seines Hauses. Ein junger Mann, wohl ein „Millenial“ – auch „Generation Y“ genannt – steht vor der Tür. Er hat bereits irgendwo geklingelt und wartet auf Einlass. Der Sprachbloggeur hat einen Schlüssel, will aufmachen.)

Millenial: Servus.

Sprachbloggeur: mmmf

(Der Sprachbloggeur öffnet die Haustür)

Sprachbloggeur: Bitte.

Ach ja: Schlechte Nachrichten sind ein gutes Geschäft!

Die Nachricht hat sich wie ein Steppenbrand ausgebreitet. Ach nein! Wirklich das falsche Bild! Verdammt!

Gemeint ist der Großbrand, der die Kathedrale Notre Dame beinahe dahingerafft hat. Schon unheimlich, gell? Man weiß nicht, was man hat, bis man dabei ist, es zu verlieren.

Die Titelseite der gestrigen Süddeutschen Zeitung zeigte ein Bild vom auflodernden Kulturwahrzeichen. Unterhalb des Fotos prangte die dicke Schlagzeile: „Winterkorn attackiert Staatsanwälte“.

Orte der derben körperlichen Bedürfnisse

Ich hab mich sooo gefreut, als ich es zum ersten Mal erblickte: ein steinernes Haus an einer Isaruferstraße. Oberhalb von der Türe las ich Folgendes – im grauen Stein gemeißelt: Pissort.

Notabene liebe Lesierende**Innen. Mein Rechtschreibkorrekturprogramm scheint dieses Wort nicht zu kennen. Es steht rot unterstrichen auf dem Bildschirm. Kann es sein, dass der Grund meiner damaligen Freude bereits als Derbheitchen der Vergangenheit aus dem Wörterbuch geflogen ist?

Was bedeutet „Pinteresse“?

Ich schlage die Werbetrommel für andere äußerst selten (auch nicht für mich, obwohl mein Buch beinahe ein Jahr auf dem Markt ist!). Was folgt, darf also nicht als Werbung missdeutet werden.

Wie spricht man im Jenseits?

Ich kann nicht erwarten, dass Sie mich ernst nehmen, wenn ich mich für ein derart arkanes Thema wie die Sprache des Jenseits entscheide. Manche werden gleich zu lesen aufhören. Sie werden meinen: Meine Zeit ist mir zu kostbar. Das ist alles für die Katz…

Hmm. Ob sich Katzen für dieses Thema Interessierten? Da müsste ich die liebe C. und den lieben G. fragen. Über Katzen wissen sie viel besser Bescheid als ich.

Was? Schon dreißig Jahre WehWehWeh?

Dreißig Jahre. So stand es in der lustigen pixelierten Ikone auf der Google-Suchseite.

Dreißig Jahre und 4.000.000.000 Benutzer*Innen weltweit. Mei mei, wie die Zeit vergeht. Gell? Ich kann mich noch erinnern, als es nur ein kleines WehWehWehchen war.

Aber mal ehrlich: Was hat man*Innen davon?

Zeit für ASMR?

Wer den Begriff ASMR bereits kennt, darf jetzt das Zimmer verlassen. Oder vielleicht doch lieber bleiben. Denn mein Thema betrifft nicht nur ASMR, sondern die Zeit.

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