Sie befinden sich im kleinen Wortladen des Sprachbloggeurs. Klein aber längst ein Geheimtipp. Man nimmt die Reise in diesen abgelegenen Vorort der Stadt WehWehWeh gerne auf sich. Beim Sprachbloggeur kann man nie wissen, was es zu finden gibt. Denn hier biete ich ein buntes Allerlei. Es hängen zwar noch immer keine Bilder in meinem Laden. Brauche ich sie aber? Vielleicht später mal. Meine Archive aus früherer Zeit habe ich übrigens schon längst "importiert". Nur: Ich weiß nicht, wie ich sie sichtbar mache. HTML spreche ich noch immer viel zu stumperhaft. Vielleicht lerne ich diese Sprache noch. Seien Sie herzlich gegrüßt, lieber Gast: Be it ever so humble, there's no place like home. Ihr Sprachbloggeur, PJ Blumenthal: DEM WORT AUF DER SPUR

Wieso heißt es „schwarzer“ Freitag?

Ich wollte heute etwas über den „schwarzen Freitag“ erzählen, aber nun ist er ohnehin vorbei.

Keine Sorge. Hier erwartet Sie keine Polemik über die sündige Konsumgesellschaft, keine Besserwisserei von einem versnobten Intellektuellen. Ich wollte lediglich über den „schwarzen Freitag“ erzählen, weil ich ein sprachinteressierter Mensch bin.

Eigentlich heißt er „bläkk freidäj“ und ist made in America. Das wissen Sie aber schon.

And the winner is…beep-bop, beep-bop: Fly sein!

Fangfrage: Welches von allen Büchern dieses Weltalls landet kurz nach seiner Erscheinung mit Sicherheit in der Altpapiertonne?

Nein, nicht das Branchenverzeichnis. Das hat man ein ganzes Jahr (wenn man’s überhaupt noch hat). Und nein, auch die „Twilight“-Serie über die Teenie-Vampire ist hier nicht gemeint. Diese Bücher drohen immer wieder Pubertierende aller Altersgruppen in ihren Bann zu ziehen.

Ich bin kein Sadist, und ich möchte deshalb die Spannung nicht ins Unerträgliche hinausziehen.

Trump und Blumenthal: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Ja, ich weiß, dass Sie, weil ich Amerikaner bin, neugierig sind, wie ich mich zu Donald Trump verhalte. Normalerweise lass ich mich auf Gespräche über Politik oder Religion nicht ein…

Doch soviel möchte ich sagen: Ich bin froh, dass ich nicht „Trump“ heiße, obwohl der Name nicht ganz ohne ist. Immerhin: „Trump“ auf Englisch hat dieselbe Bedeutung wie im Deutschen „Trumpf“. Außerdem hört man - in beiden Sprachen - das Wort „Triumph“ heraus- und „Trompete“ (trumpet).

Für einen Politiker ist ein derartiger Name wahrhaftig ein Lottosechser.

Drifting in Paradies

Wir befinden uns im Paradies… Sie wissen schon: in meinem Lieblingsobstundgemüseladen…

Frau M.: Hier, ich schenke Ihnen die Avocados.

Sprachbloggeur: Wieso das? Die schauen prima aus. Frau M., manchmal hab ich das Gefühl, Sie verwöhnen mich.

Frau M.: Nein, darum geht es nicht. Sie sehen es vielleicht nicht, aber, wie soll ich’s sagen, diese Avocados haben einen Hohlraum unter der Haut, und an der Stelle sind sie wahrscheinlich eingedrückt.

Vielen Dank für die Nachfrage. Ich möchte aber nicht mehr Bundespräsident sein…

Der Brief, den ich neulich aus Berlin erhalten habe, hat mich sehr überrascht.

Man hat sich bei mir erkundigt, ob ich Interesse habe, Bundespräsident zu werden. Leider hab ich vergessen, wer den Brief unterzeichnet hat. War irgendein hohes Tier.

Okay. Ich gebe zu. Natürlich war ich geschmeichelt, dass man an mich gedacht hat.

Twitter und Co. (oder wie man ganz schnell eine Welt zerstört)

Womöglich ist Ihnen der Name Justine Sacco ebenso wenig bekannt wie mir der Fall war. Ich bin ganz zufällig in einem Artikel des Journalisten Matthias Matussek in der Weltwoche auf ihn gestoßen. Matussek selbst hat wohl den Fall Justine Sacco in einem Buch des amerikanischen Autors Jon Ronson aufgegriffen.

Finden Sie es auch faszinierend, wie ein Ereignis von jemandem aufgegriffen wird, und wie ein Anderer das Aufgegriffene entdeckt und weiterleitet an den Nächsten…usw.?

Die letzten Tage der Paketdienstmode

Klingel Klingel.

„Ja, hallo?“

„Post.“

„Post? Es ist halb sieben. Es gibt keine Post um halbsieben.“

„Paket fur Nachbar.“

„Für wen?“

„Fur Ss’mitt.“

Okay, Frau Schmidt ist in der Tat sehr nett, und irgendwie bin ich in unserem Haus, wenn die Zusteller (notabene: Mehrzahl) läuten, doch die Paketdienststelle geworden. Schriftsteller zu sein hat eine Allüre wie unvermittelbarer Langzeitarbeitsloser. Also bin ich auch diesmal weich geworden…

Halbe und ganze Dinge

Unfair. Ich verbringe ein halbes Leben in der Fremdsprache, und trotzdem stoße ich auf ganz einfache deutsche Vokabel, die mir total fremd sind. Vielleicht erleben Biologen das gleiche, wenn sie während eines Madagaskarbesuchs auf eine Eidechse treffen, von der man bisher keine Ahnung hatte, dass es sie überhaupt gibt.

In meinem Fall geht es um das Wort „halbscharig“. Sie kennen es ganz bestimmt. Ich nicht.

Ich habe es erst in der Münchener Abendzeitung entdeckt - in einer kurzen Notiz zum Thema „Schrottrad-Aktion“.

Warum ich kein Astrologe bin

Ich war einmal Astrologe - damals in Santa Barbara, Kalifornien, einer Stadt, in der die Wahrsagerei (wozu auch die Astrologie zählte) gesetzlich untersagt war.

Ich war ein richtiger Astrologe. Das heißt: Ich bediente mich dicker Wälzer mit komplizierten mathematischen Tabellen, um Horoskope zu errechnen.

Es war vor der Zeit des PCs (Personal Computers und Political Correctness). Ich verwendete sogar Logarithmen, um die Lage eines Sterns bzw. eines Planeten genau festzustellen.

Ein „völkisch“, ein „verführerisch“

Meine Frau teilte mir neulich mit, dass Frauke Petry den Begriff „völkisch“ rehabilitieren wollte, also ihn positiv besetzen.

Meine Frau war entsetzt darüber. Ich nicht. Schöne Idee, hab ich gedacht. Jedes Wort kann man positiv besetzen. Oder?

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