Englisch Unterricht schon wieder beim Sprachbloggeur! Schließlich bin ich auf diesem Gebiet Experte.
Es geht um „hack“, und zwar in allen dessen Abwandlungen.
Sie kennen das Wort – längst in Deutschland eingebürgert – hauptsächlich im Sinne dessen, was jene Untoten treiben, um sich Ihrer kostbaren Rechner zu bemächtigen oder ihn (aus Gründen, die ich nicht verstehe) wenigstens außer Gefecht zu setzen.
Früher (und wahrscheinlich noch heute) sagte man „Hack“ auf Englisch, um einen mittmäßigen Schriftsteller, Schauspieler usw. zu bezeichnen. Dict.cc bietet hier als Übersetzung „Schmierfink“ an. Da bin ich aber nicht ganz überzeugt. Ein journalistischer „hack“ kann auch Harmloses schreiben. „Schmierfink“ mutet negativ an.
Übrigens: Dieser Gebrauch der Vokabel „hack“ wird vom Eigenschaftswort „hackneyed“ abgeleitet, das „abgedroschen“ bedeutet.
Und nun wird die Sache mysteriös. „Hackney“ ist eine alte Bezeichnung für das, was auf Deutsch „Droschke“ heißt. Hmm. „Hackney“, „hackneyed“, „Droschke“, „abgedroschen“. Ahne ich hier eine merkwürdige Verbindung?
Sorry. Nur der Zufall spielt hier verrückt. „Hackney“ wird nach einem Pferd genannt, das …tja…„Hackney“ heißt. Genannte Transportkutsche wurde ursprünglich von so einem „Hackney“ gezerrt. „Droschke“ hingegen ist ein russisches Wort für „Kutsche“. „Abgedroschen“ hingegen stammt von „dreschen“. Jetzt wissen wir’s.
Aber zurück zum „Hack“. Als Verb sagt man „Hack“, um das, was man tut, wenn man Dauerhusten hat, zu beschreiben.
„Hack“ als Verb wird aber auch anders verwendet. Man sagt: „I can hack that“, also: „Das schaffe ich.“
Wahrscheinlich hat all dies mit dem ursprünglichen Sinn von „hack“ zu tun. Wie auf Deutsch bedeutet auch „hack“ ursprünglich das, was man mit Holz tut, um ihn zu entzweien. Nur: Im Englischen kann man sich im übertragenen Sinn mittels einer gewissen Hartnäckigkeit durch etwas durchhacken: „to hack away at something.“ D.h.: durch harte Arbeit erreichen.
Was uns zur Informatik zurückführt. So weit ich informiert bin, hat man in der Computer-Wissenschaft schon immer nach Kniffen gesucht, um Programme zum Laufen zu bringen. Diese Tricks bzw. „Kniffe“ nennt man „hacks“.
Die „hacks“ der „Hacker“, also der Untoten, beziehen sich lediglich auf üble Abwandlungen solcher Kniffe. Der „Hacker“ im heutigen Sinn ist also zum Gegenbild des Informatikers geworden.
Aber in letzter Zeit bin ich auf einen nagelneuen Gebrauch dieses Wortes gestoßen, und er scheint in der angelsächsischen Welt ziemlich verbreitet zu sein. Ich sage „neu“, aber irgendwie ist er alt:
Immer wieder lese ich über Menschen, die sich einen „hack“ ausgedacht haben, um etwas zu schaffen, das früher nicht möglich war.
Will heißen: Der „hack“ hat sich schon wieder noch weiter und weiter vom Pferd, von der Axt, vom Husten und jetzt von der Informatik entfernt. Ein „hack“ ist heute schlichtweg eine „Weise“, besser gesagt, ein „schlauer Kniff“ geworden.
Nun habe ich meines Erachtens alles ziemlich ausgehackt, was es über diesen Begriff auszuhecken gibt. Und somit wissen Sie und ich beinahe alles zum Thema.
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