Sie befinden sich im kleinen Wortladen des Sprachbloggeurs. Klein aber längst ein Geheimtipp. Man nimmt die Reise in diesen abgelegenen Vorort der Stadt WehWehWeh gerne auf sich. Beim Sprachbloggeur kann man nie wissen, was es zu finden gibt. Denn hier biete ich ein buntes Allerlei. Es hängen zwar noch immer keine Bilder in meinem Laden. Brauche ich sie aber? Vielleicht später mal. Meine Archive aus früherer Zeit habe ich übrigens schon längst "importiert". Nur: Ich weiß nicht, wie ich sie sichtbar mache. HTML spreche ich noch immer viel zu stumperhaft. Vielleicht lerne ich diese Sprache noch. Seien Sie herzlich gegrüßt, lieber Gast: Be it ever so humble, there's no place like home. Ihr Sprachbloggeur, PJ Blumenthal: DEM WORT AUF DER SPUR

Showdown am Nockherberg – Pistoi’n bitt’schä’ an der Tir abge’m

Stellen Sie sich vor: Auch in siebenhundert Jahren wird einer in den alten Chroniken über den diesjährigen Eklat am Nockherberg noch lesen können. Und er wird erfahren, dass das „Derblecken“ im Jahr 2010 n.Chr. ein Rohrkrepierer war.

Schad is, sog i. Vor allem, weil ich schon immer ein Herz fürs „Derblecken“ (auf Bayerisch: a Harz fir s’Derblecken) hatte. Ja, das „Derblecken“. Eigentlich bedeutet diese Vokabel „Zähne zeigen“ oder „grinsen“, von daher „verhöhnen“.

Big "Facebook" is watching YOU

Aus dem Nichts ein Schrei, er geht durch Mark und Bein. So gruselig ist er, dass er mich aus meinen Träumereien weckt.

Es war Samstag. Ich hatte die Frau auf der anderen Straßenseite schon kommen sehen. War nichts Auffälliges zu bemerken, lediglich, dass sie zielbewusst dahinschritt. Plötzich der Schrei, lang und schrill – wie aus einem Horrorfilm.

Warum Goebbels meine Mutter nicht gemocht hätte

Wenn Joseph Goebbels noch lebte, würde er meiner Mutter Folgendes sagen: „Wenn du einmal angefangen hast zu lügen, dann bleibe auch dabei!“

Er würde das sagen, weil er ein Meisterlügner war.

Meine Mutter hingegen ist keine Meisterlügnerin. Sie will seit Jahren ihr Alter verheimlichen, bleibt aber nie bei der gleichen Geschichte. Als ich klein war, hat sie, zum Beispiel, stets behauptet, sie sei 39. Irgendwann haben wir verstanden, dass sie nur Witze macht.

Zum Verkaufen: eine Akropolis (Zustand: gebraucht)

Auch ich will meinen Beitrag leisten, um die Welt zu bessern. Erst recht, weil die anhaltende Finanzkrise in Europa mir allmählich Sorgen macht.

Eine Zeitlang haben wir geglaubt, das Schlimmste sei schon vorbei. Man meinte, dass die Folgen der wertlosen Derivate, mit denen die Investmentbanken usw. lange gezockt hatten, eingezäunt worden seien und dass sich die Wogen im Jahr zwei n.L (nach Lehman Brothers) endlich geglättet hätten. Ich will hier die schmutzige Wäsche von gestern nicht schon wieder an die Leine hängen.

Ja, die Liebe…

Ich weiß es schon. Mit dieser Glosse mache ich mir nur Schwierigkeiten. Denn es geht um das Ganze: Es geht um die Liebe. Ich behaupte, es gibt davon einfach zu viel. Viel zu viel.

Ich schreibe Deutsch, denke momentan aber Englisch. Denn gerade habe ich mit meiner Mutter in den USA telefoniert. Am Schluss des Gesprächs sagte sie – wie immer – „I love you“. Klingt intim, herzerwärmend, nicht wahr? Mich irritiert diese „Liebe“ nur.

Klientelpolitik für alle

Ich habe meinen Freund – wir nennen ihn Larry – immer bewundert. Alles, was neu war oder mich begeisterte, konnte er mit treffsicherem Sarkasmus innerhalb Sekunden in einen kurzen, vernichtenden Slogan verwandeln.

„Du, Larry, hast du das neue Buch von Günter Grass gelesen?“

„In Günters Gras will ich nicht beißen“, antwortete er.

„Du, Larry, hast du den Film ‚Blechtrommel’ gesehen?“

„Die Brechtrommel…“

Hilfe, mein Androide hat mich gebissen!

Kundendienst: Einen wunderschönen Tag. Sie sprechen mit Lorenz vom Kundendienst. Wie kann ich Ihnen helfen?

Kunde: Fünfzehn Minuten stehe ich schon in der Warteschlange, verdammt nochmal, und das zu 28 Cents die Minute! Gut, dass ich keinen Notarzt brauche. Ein Nepp ist das mit dem Telefonkundendienst. Ein Nepp!

Kundendienst: Das tut mir sehr leid, aber heute ist besonders viel los. Rufen Sie zufällig an, weil Ihr Androide „Friend-A23“ Sie gebissen hat?

Meine Reise in die Zukunft

Hilfe! Wie soll ich jemals auf dem Teppich bleiben, wenn mir ständig schräge Gedanken im Kopf schwirren?

Ganz plötzlich will ich folgende Frage stellen:

Wissen Sie, was Sie im Januar 3016 machen werden? Vielleicht ist die Frage aber nicht so dumm. Zur Erklärung:

"Allah" in Malaysia

Meine Theorie: Fünfundneunzig Prozent aller Probleme werden durch Langeweile verursacht. Die restlichen fünf Prozent durch Dummheit.

Ich komme auf diese Idee, nachdem ich seit Tagen eine erstaunliche Geschichte verfolge, die aber leider nur sehr sporadisch in den deutschen Medien Aufnahme gefunden hat. Ich glaube nicht, dass man hier schweigen soll.

Wofür ich dankbar bin (gefolgt von ein paar geheimnisvollen Versen)

Kaum ist 2009 zu Ende gegangen, und schon suchen alle Wortschmiede dieser Welt nach einem passenden Namen fürs erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts.

Die Possenreißer unter den amerikanischen Journalisten haben sich geschwind auf die „naughties“ geeinigt. „Naught“ bedeutet auf Englisch „Null“– ist übrigens mit dem deutschen „nicht“ sprachverwandt. In der Mehrzahl aber denkt man an „naughty“, also „ungezogen“, „unartig“. Und so war das vergangene Jahrzehnt allemal.

Seiten

Subscribe to Der Sprachbloggeur RSS