Sie befinden sich im kleinen Wortladen des Sprachbloggeurs. Klein aber längst ein Geheimtipp. Man nimmt die Reise in diesen abgelegenen Vorort der Stadt WehWehWeh gerne auf sich. Beim Sprachbloggeur kann man nie wissen, was es zu finden gibt. Denn hier biete ich ein buntes Allerlei. Es hängen zwar noch immer keine Bilder in meinem Laden. Brauche ich sie aber? Vielleicht später mal. Meine Archive aus früherer Zeit habe ich übrigens schon längst "importiert". Nur: Ich weiß nicht, wie ich sie sichtbar mache. HTML spreche ich noch immer viel zu stumperhaft. Vielleicht lerne ich diese Sprache noch. Seien Sie herzlich gegrüßt, lieber Gast: Be it ever so humble, there's no place like home. Ihr Sprachbloggeur, PJ Blumenthal: DEM WORT AUF DER SPUR

Es spricht die Galle

Die Leber hat es gut – zumindest sprachlich. Wenn sich einer ärgert, fragen seine Mitmenschen, ob ihm eine Laus über die Leber gelaufen ist. Man stellt sich vor, wie so ein kleines Viech über die braunroten Lappen krabbelt und den Betroffenen dabei so quält, dass der Gepeinigte besonders ungehalten wirkt. Man möchte glauben, dass es Leberläuse wirklich gibt.

 Die Galle hat es weniger gut. Nur laue Redewendungen herrschen im Bezug auf dieses Organ vor. Etwa: „Ihm kommt die Galle hoch“, oder „die Galle läuft ihm über.“ Man sagt „Galle“ und meint „Zorn“, „Ärger“.

Jugendsprache? Meinung eines Skeptikers

Schon wieder die Jugendsprache, nachdem ich sie vor wenigen Tagen thematisiert habe.

 Warum heute wieder?

 Weil mich ein lieber Freund auf einen Text in der „Welt-Online“ (7. April)  aufmerksam gemacht hat. Der Titel: „Wie sich der Duden bei der Jugend einschleimt“.

Der Sprachbloggeur atzt ab

An der Zeit, mich wieder heftig zu blamieren.

 „Hast du ein paar neue Wörter für mich?“ frage ich meinen Sohn.

 Er schaut mich mit der üblichen Ungeduld an, hält kurz inne und antwortet. O Freude! Mit einer Antwort habe ich gar nicht gerechnet. „Ja, was man in letzter Zeit oft sagt, ist ‚abatzen’.“

 „Und was bedeutet ‚abatzen’?“ Es folgt ein fassungsloser Blick. „Das ist eben das Problem. Ich kann es dir nicht erklären. Man kann diese Wörter ja gar nicht erklären.“

 „Warum nicht? Wenn du ein Wort verwendest, dann musst du wissen, was es bedeutet.“

"Conficker": zweiter Tag danach

Zuerst eine gute Nachricht: Der Name dieses üblen Computerwurms, „Conficker“, von dem man sagte, er würde sich am 1. April weltweit abermillione Computer bemächtigen, könnte aus dem Deutschen oder zumindest dem Germlischen stammen. Noch ist die deutsche Sprache also nicht verloren.

Schon wieder Sex

Warnung: Es folgt eine Sexgeschichte. Falls Sie daran Anstoß nehmen könnten, lesen Sie bitte nicht weiter.

Es geht los: Ein junger Mann, Sohn eines Grammatiklehrers, lernt ein bildhübsches Mädchen kennen und verliebt sich auf der Stelle. Auch seiner Familie soll seine neue Flamme vorgestellt werden.

Endlich kommt der große Abend. Der junge Mann betritt mit seiner Angebeteten das Elternhaus, beide strahlen wie Himmelskörper.

„Das ist also dein neues Mädchen“, sagt der Vater.

„Ja“, antwortet der Sohn. „Und wie heißt es?“

Steinbrücks Schweizer Indianer – das letzte Wort

Vorab die Antwort auf eine Frage, die Sie nicht gestellt haben. Sie lautet „Winston Churchill“.

Nun die Frage: „Von wem stammt das geflügelte Wort: ‚Geschichte wird von den Siegern geschrieben’?“

Mir fällt dieser Spruch ein, weil ich gerade an Indianer denke, genauer gesagt, an die Indianer des Bundesfinanzministers Peer Steinbrück.

"Loyalität" für Kenner

Hand aufs Herz. Halten Sie sich für einen loyalen Menschen?

Selbstverständlich eine Fangfrage. Stellen Sie sich vor. Sie sind Personalchef(in) einer multinationalen Firma und lesen gerade die Bewerbungen der Herren (oder Damen) A und B.

In der Bewerbung von A fallen diverse Zeugnisse ehemaliger Arbeitgeber auf. Inhaltlich sind sie einander sehr ähnlich: „A war stets gutgelaunt, ehrgeizig und verantwortungsvoll. Mit Bedauern haben wir uns von ihm (ihr) getrennt.“

Vorsicht! Yield Manager unterwegs!

Für alles gibt es einen Namen; fehlt er, dann wird halt einer erfunden. Nun wissen Sie das Allerwichtigste über den Ursprung der Sprache.

Ich gebe zu: Ich erzähle hier nichts Neues. Schon in der Bibel heißt es, dass Adam alle Geschöpfe mit Namen versehen habe.

Cheese: Die "Flogger" sind da

Wissen Sie, was ein „flogger“ ist?

Ich habe zunächst ans „Auspeitschen“ – die Bedeutung von „to flog“ auf Englisch – gedacht, als ich dieses Wort am Wochenende in der Überschrift eines Artikels in der International Herald Tribune (14. März) entdeckte.

Irrtum. Im Zeitalter der „Blogs“ – also „Web logs“ – sollte man wissen, dass jede Vokabel, in der man die Buchstabenkombination „log“ findet, einen Bezug zum Internet haben muss. Kein Flagellantenverein also die „Flogger“ und „Floggerinnen“. Es sind „Fotoblogger“.

"Breaking News" oder gebrochene Nachrichten?

Hier finden Sie keine Spekulationen über Tim K. Ich befasse mich heute lieber mit dem Begriff „Breaking News“. Ich komme darauf, weil diese Losung gerade im Fernsehbildschirm zu sehen war, als ich am Mittwoch ins Wohnzimmer kam und die „Tagesschau“ zufällig lief.

Ich dachte zunächst, es handele sich um Aufnahmen aus Alabama, wo am Dienstag ein Berserker mehrere Menschen niedergemäht hatte. „Mord und Totschlag made in USA als Unterhaltung in Deutschland“, murrte ich in Richtung meines Sohns.

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