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„Acubi“ hat nichts mit „Azubi“ zu tun

Bitte lesen Sie folgenden doppelentwendeten Text:

„Der Acubi-Style ist ein minimalistischer, koreanischer Modetrend, der Y2K-Ästhetik mit Cyber-Fairy-Grunge und bequemen, funktionalen Elementen verbindet…“

Doppelentwendet? Damit meine ich: 1.) Ich habe ihn von Google KI abgeschrieben. 2.) Google KI hat ihn irgendwo im WehWehWeh aufgegabelt.

Aber genug des Hintergrunds. Verstehen Sie den Sinn des Textes?

Vielleicht wissen Sie bereits, was mit „Acubi“ gemeint ist. Ich persönlich hatte keine Ahnung.

Falls aber Ihre Kenntnisse über „Acubi“ ebenso löchrig sind wie die meinen, dann wissen wir immerhin, dass „Acubi“ etwas mit Mode zu tun hat. Genauer gesagt: mit der Mode aus Südkorea.

Ganz sicher nicht aus Nordkorea. Dort bekommen manche, die sich für Sachen aus Südkorea interessieren, die Todesstrafe. Aber das ist ein anderes Thema.

Und jetzt weiter zur nächsten Frage: Was bedeutet „Y2K-Ästhetik mit Cyber-Fairy-Grunge“?

Tatsache ist: Ich kenne all diese Wörter, allerdings nicht in der oben zitierten Reihenfolge.

„Y2K“, zum Beispiel.

Erinnern Sie sich noch? 1999 war dieser englischsprachige Begriff in aller Mündern. Es sollte auf die mit Schadenfreude erwarteten technischen Katastrophen hinweisen, mit denen man dank des Jahrtausendwechsels rechnete.

Nix davon ist geschehen.

Wahrscheinlich leben die Medien davon, allerlei Katastrophen auszumalen. Ohne Gräuel sind die Nachrichten oft langweilig.

Ohne Klatsch wären die Medien nur noch eine halbe Portion. Oder man müsste Themen ausführlicher recherchieren, um darüber zu berichten. Und wer lässt sich so ausführlich informieren? Alles nicht so einfach.

Aber weiter: Was ist mit einer „Y2K-Ästhetik“ gemeint? Ich persönlich muss leider passen. Wahrscheinlich heißt das, dass man jung und hübsch sein müsse, um die besagten Klamotten tragen zu dürfen.

Und „Cyber-Fairy-Grunge“?

„Cyber“ kennt jeder. Inzwischen zum Synonym für „digital“ geworden. „Cyberspace“ usw.

Aber „Cyber-Fairy“? Eine „Fairy“ ist eine Fee. Früher by the way bedeutete „Fairy“ – zumindest auf Englisch – „Schwuchtel“. Ich nehme an, dies ist noch immer der Fall.

Und „Grunge“? Auf Englisch bedeutet „Grunge“ „Schmuddel“ und „Dreck“. Ich vermute, dass mit „Grunge-Mode“ teure zerrissene Jeans und dergleichen gemeint sind.

Aber „Cyber-Fairy-Grunge“? Da bin ich wirklich überfragt. Fragen sie lieber Google.

Egal. Jetzt wissen Sie wenigstens, falls Sie es nicht schon gewusst haben, was mit „Acubi“ gemeint ist.

Kauft auch Kim die „Acubi“- Sachen? Ich meine natürlich ganz heimlich.

Quiltbag und Sex Sex Sex

Schon wieder ein neues Wort: Quiltbag.

Kennen Sie es?

Fünfzehn Jahre gibt es schon, und erst jetzt erfahre ich, dass es es gibt. Na sowas.

Ich hätte auf drei Jahre getippt – so alt wie des Nachbars Kind. Man täuscht sich leicht.

Im Wortschatz der cis-loser Geschlechtlichkeit ist es jedenfalls längst heimisch.

Falls Sie zur Minderheit zählen, die sich in diesem Bereich nicht auskennen: Die Vokabel „Cis-Geschlechtlichkeit“ weist auf jene hin, die sich mit der Geschlechtlichkeit („Gender“) identifizieren, in der sie geboren wurde.

Will heißen: Der Cis-Mann hält sich für einen Mann, obwohl dies auf seiner Geburtsurkunde steht. Gleiches also für die Cis-Frau. Solche Menschen halten sich üblicherweise für heterosexuell.

Alles klar?

Klar: Seit einigen Jahren wird das sexuelle Spektrum um einige Kategorien ergänzt. Aber das wissen Sie schon.

Eine Zeitlang war die Rede von „LGBT“. Also: „lesbisch“, „gay“, „bisexuell“ und „transsexuell“. An sich ziemlich easy zu merken.

Oder vielleicht zu easy? Denn im Lauf der Zeit wurden diese Buchstabensammlung um noch einige Kategorien ergänzt: LGBTQIA+ heißt es mittlerweile. Hinzugefügt wurden „Q“ für „queer“, ein englisches Wort, das mit dem dt. „quer“ verwandt ist und ursprünglich „schräg“ bedeutete. Später wurde es – üblicherweise – als Bezeichnung für männliche Homosexuelle benutzt.

Was „queer“ heute für einen Sinn hat, habe ich leider noch nicht verstanden. Früher war es gleichbedeutend mit „gay“ (ein Begriff aus den 1970er Jahren, wörtlich „heiter“). Heute bedeutet es wohl etwas anderes als „gay“.

Ich hab oftmals gefragt und verstehe die Antwort immer noch nicht.

„I“ steht für „intersexuell“, ein oft trauriges Schicksal. Denn diese geschlechtliche Minderheit steckt wahrlich in der Bredouille. Es sind Menschen, die wegen einer genetischen Anomalie nicht eindeutig als Männer oder Frauen einzuordnen sind. Nicht gerade einfach für sie.

„A“ bedeutet „asexuell“, wohl ein seelischer Zustand. Der betroffene Mensch – egal was er für einen Körper hat – fühlt sich weder Männern noch Frauen sexuell angezogen.

Das muss nicht schlimm sein. Manche Menschen sind einfach so.
Letztlich gibt es „+“. Wenn ich ehrlich bin, habe ich keine Ahnung, was mit diesem „plus“ gemeint ist. Fragen Sie lieber ChatGPT und Co.

Aber zurück zu „Quiltbag“, wörtlich ein Steppdeckensack. Süß.

Es wird aber als Akronym verwendet und sollte die Auflistung diverser geschlechtlicher Kategorien vereinfachen.

In diesem Steppdeckensack stecken folgende geschlechtliche…Situationen: queer (oder questioning, d.h. noch unsicher), undecided (also „unentschlossen“ – ein anderes Wort für „unsicher“?), intersexuell, lesbisch, transgender/transsexuell (was ist da der Unterschied?), bisexuell, allliert/asexuell (keine Ahnung, was mit „alliert“ – „allied“ auf Englisch – gemeint ist), gay/genderqueer. Auch „genderqueer“ sagt mir nichts.

Egal. Nun sind Sie jedenfalls bestens informiert. Achtung: Sie müssen sich nicht schämen, Fragen zu stellen…

Achtung: Die KI-Crawler sind unterwegs!

Sie sind unsichtbar, die Crawler

Crawler. D.h. „Krabbler“, „Kriecher“.

Genauer gesagt, sind das „KI-Crawler“.

„KI-Crawler“. Ihnen ein Begriff? Mir nicht, zumindest bis vor ein paar Tagen, als ein Netzforum, an dem ich teilnehme, von diesen Crawlern beinahe zum Stillstand gebracht wurde. Es gibt auch andere Crawler-Arten. D.h., die bösartigen. Die kennen Sie schon. Es sind Spam- und Phishingbots, die versuchen, wenn es eine Gelegenheit dafür gibt, Webseiten – wie auch diese – lahmzulegen.

Warum diese Kaputtmacher das tun, was sie tun, habe ich nie verstanden. Sie streben nur Zerstörung und Chaos an. Über das „Empire of Chaos“ habe ich übrigens in meinem englischsprachigen Roman „Winston Hewlett’s Impotence“ ausführlich geschrieben. Mein Chaosimperium spielt aber eine etwas undurchsichtigere Rolle. So ist es in der Literatur.

Das Chaos der Malwarebots ist indes nur destruktiv. So ist es manchmal leider in der wahren Welt.

Aber zurück zu den Crawlern. Nun erfahre ich von Wikipedia (wie lange wird es Wikipedia noch geben??), dass es diese Internet-Crawler seit 1993 gibt. Manchmal werden sie „Spiders“ genannt, also „Spinnen“ manchmal „Robots“, also „Bots“.

Diese Crawler sind jedenfalls stets unterwegs: Jedes Mal, wenn Sie Google eine Suchfrage stellen, „krabbelt“ das Programm-Moloch, dass wir „Google“ nennen, durch das Netz, um für Sie die passende Antwort zu finden.

Eigentlich logisch. Bloß nun weiß ich, wie diese Prozedur heißt: „crawlen“, also „Krabbeln“ usw. und wird von „Crawlern“ ausgeführt.
So weit so gut.

Doch nun zurück zum oben erwähnten Internetforum, das letztens ungewöhnlich langsam vonstattengegangen ist. Sie kennen dieses Problem bestimmt, wenn manchmal ein Computer auf diese Weise zu bocken anfängt. Man verliert bald die Geduld.

Manche Mitglieder des Forums haben deshalb diese Langsamkeit reklamiert. Die Zuständigen haben dann erklärt, dass die Unannehmlichkeit durch KI-Crawler verursacht wurde…

KI-Crawler?, fragt man sich…

Es geht um Folgendes: Ähnlich Google untersuchen diverse KI-Programme, etwa Claude, Gemini, Grok und wie sie alle heißen, das gesamte Netz, wenn ein Benutzer eine Frage stellt. Das bezeichnet man als „crawling“.

Bei KIKI ist die Sache allerdings komplizierter als bei eine Google-Suche. KIKI ist nicht unterwegs, um bloß eine einzige Frage zu beantworten. KIKI ist dabei, das ganze Netz zu verschlingen. Sie will alles…ja ich meine ALLES…was es an Informationen im Internet gibt, verinnerlichen.

KIKI crawlt also, lediglich um zu lernen. Wenn sich plötzlich 2000 „Besucher“, ein Forum bemächtigt haben, geht es darum, alles, was handhabbar ist, zu kopieren und mitzunehmen, um das künstliche Hirn eines KI-Programms mit Fakten vollzustopfen.

Soviel zu meinen Kenntnissen. Mit Sicherheit verstehe ich die Sache unzureichend. Ich weiß nur, dass nun die Zuständigen besagten Forums als Gegenmaßnahme, die Besucherrechte stark eingeschränkt haben. Inzwischen funktioniert das Forum wieder – zum Glück.

Und jetzt verstehen Sie ebenso viel über KI-Crawler als ich. Vielleicht mehr. Falls Sie noch Weiteres wissen möchten, fragen Sie Claude, Gemini, Grok usw. – oder googeln Sie das Thema halt. Ich bin überzeugt, dass Sie fündig werden.

PS: Das „Kraulen“ als Schwimmtätigkeit ist auch ein Kind des englischen „crawl“. „Kraulen“ als Liebkosung ist reines Deutsch. Immerhin…

Jammern lernen…es lohnt sich!

O-Ton Ekaterina Astafeva in Spiegel-Online: „Mein Akzent verrät, dass ich nicht dazugehöre.“

Google dem Allmächtigen zufolge ist Frau A. gebürtige Russin, geboren 1995 und wohnhaft in Deutschland, wo sie als Journalistin mit Schwerpunkt Social Media tätig ist.

Den sonstigen Inhalt des Spiegel-Textes, in dem Frau Astafeva die Hauptrolle spielt, kenne ich nicht.

Es handelt sich nämlich um Abo-Inhalt. Da ich kein Spiegel-Abo habe und keins zu bestellen vorhabe, vermag ich nicht hinter den Vorhang zu gucken.

Falls Sie in dem Genuss eines Spiegel-Abos sind, werden Sie mehr über erwähnten Artikel wissen als ich.

Immerhin wirkte das kurze Zitat (auf Englisch „sound bite“) auf mich wie eine Eingebung, und es hat mich gleich angespornt, Stellung zu beziehen.

Man hört den Jammerton sofort heraus, einen Ton, der von den Medien im Augenblick hoch im Kurs steht. Will heißen: Wenn ein Mensch mit Migrantenhintergrund (einst „Ausländer“ genannt) als Opfer dargestellt werden kann, freuen sich die Blatt- und Videomacher.

Doch warum ist diese Thematik so beliebt– seitens mancher Ausländer wie auch der Medien?

Meine Theorie: Man definiert sich als Ausländer und behauptet auch darunter zu leiden. Anders gesagt: Man spielt das Opfer und bekommt Aufmerksamkeit.

Nebenbei: Auch ich bin Ausländer und beileibe kein Opfer. Mein wunderschöner Akzent verrät sofort, dass ich nicht von hinnen bin. Aber so what? Anders als Frau A. bin ich überzeugt, dass ich „dazugehöre“.

Endlose Opfergeschichten werden dankbar veröffentlicht. Doch Hand aufs Herz: Ist es wirklich so arg, einen ausländischen Akzent zu haben? Wird man tatsächlich wegen des Akzents diskriminiert? Oder wäre es möglich, dass der Grund für eine jeweilige Diskriminierung ein anderer wäre?

Mir fallen sogleich zwei Begriffe ein: Masochismus und schlechtes Gewissen: wie die zwei Sattel eines Tandemfahrrads halten sie einen in Fahrt.

Nein halt! Ich möchte hier keine Doktorarbeit fürs Fach Psychologie schreiben. Nein, das überlasse ich anderen.

Es genügt zu sagen, dass wir Menschen im Westen seit ein paar Jahrzehnten überzeugt sind, dass der Erfolg unserer Zivilisation etwas ist, wovor wir uns zu schämen haben. Ja natürlich denken nicht alle Menschen so…aber…leider…zu viele.

Man denkt: O je. Ich bin so privilegiert. Die armen anderen…

Ich erzähle hier nichts Neues.

Ein kleiner Trost: Jammern bringt Geld.

Doch Achtung: Falls ich Frau A. missverstanden habe, da ich Ihren Text nicht gelesen habe, bitte ich um Entschuldigung.

Vielleicht findet sich mal ein couragierter Verlag, der Mein Buch, „Wie ich die deutsche Sprache eroberte“, herausbringen wird. Über die Versuche einen zu überzeugen, könnte ich wieder ein ganzes Buch schreiben. Eins steht fest: Mein schöner Akzent hallt in allen meinen Texten laut und klar wider…

„Incel“ und „Looksmaxxing“ – Alles klar?

Ich verkehre lange nicht in den Kreisen, die über dieses heikle Thema auf dem Laufenden sind. Womöglich wissen Sie viel mehr darüber als ich.
Die Rede ist von „Incel.

Amerikaner ist es natürlich, und zwar eine Abkürzung für „involuntary celibate“, also unfreiwillig sexuell enthaltsam.

„Amerikaner“? Bitte verzeihen Sie mir. Obiges habe ich vorschnell geschrieben.
Google zufolge gibt es den Begriff „Incel“ schon seit 1997. Hinzu: Er wurde von einer kanadischen Frau ins Leben gerufen.

Das war damals. Inzwischen ist „Incel“ zu einer Lebensphilosophie der sog. „4Chan“-Bewegung. (Siehe KIKI oder Wiki für weitere Infos über diesen irgendwie finsteren Verein – wohl rechter Gesinnung). Mehr weiß ich selber nicht – und mehr will ich nicht wissen.

Dennoch: In letzter Zeit stoße Ich häufig auf das Thema „Incel“…und wurde deshalb ja ein wenig neugierig.

Heute scheint sich der Begriff wohl mehr auf Männer als auf Frauen Bezug zu nehmen.

Wieso, vermag ich nicht zu sagen. KIKI und Wiki geben die Details gerne her.
Ich wurde auf dieses Thema nur deshalb aufmerksam, weil ich neulich das exotische Wort „Looksmaxxing“ entdeckt habe.

Ist Ihnen ein Begriff?

Es fing mit einem Artikel in der New York Times an, und zwar über einen jungen Mann, der sich „Clavicular“ nennt. In Wahrheit heißt er Braden Peters und ist 20 Jahre alt und ein wohl sehr bekannter WehWehWeh „Influencer“.

Er hat ein schönes – wenn auch eiskaltes – Gesicht und zeigt gerne ohne Bekleidung seinen muskulösen Oberkörper. Ein schöner, junger männlicher Oberkörper scheint – heutzutage – viele Klicks auf YouTube und Co. zu ernten. Allerdings – so der NY Times: Diese Schönheit „Claviculars“ hatte ihren Preis: Er ließ sich diverse Schönheits-OPs unterziehen.

Wenn man so viel Energie ins eigene Aussehen investiert, heißt das im „Incel“-Wortschatz „Looksmaxxing“.

Nicht schwer den Sinn dieses Begriffs auszubaldowern. Man will das Maximum (maxxing) aus dem eigenen Aussehen (looks) herausholen.

Was ich aber nicht verstehe: Wie kann es sein, dass dieser schöne junge Mann als unfreiwillig sexuell enthaltsam gilt? Der New York Times zufolge ist er es auch nicht. Die jungen Frauen bestürmen ihn sogar.

Auch bevor sich „Clavicular“ hat operieren lassen, hatte er bestimmt dieses Problem mit den Mädchen wohl nicht.

Es ist kaum vorstellbar, dass er jemals eine „Blackpill“ (einen „hässlichen Menschen“) war. Au contraire. Er war mit Sicherheit schon immer ein „Chad“, „Incel-Talk“ für einen Typen auf den eine schöne Frau ( eine „Stacy“) steht.

Ich fürchte, ich verstehe dieses Thema immer schlechter!

Immerhin: Jetzt sind Sie wenigstens ein bisschen informiert und wissen, wo Sie Weiteres finden…

„Doomscrolling“ für Fortgeschrittene

Ich bilde mir ein, ich hatte schon mal etwas über diesen düsteren Begriff geschrieben. Leider hab ich vergessen. Zumindest aus dem Stegreif. „Aus dem Stegreif“? Steigt man da in den Sattel hoch oder von ihm runter?

Doch erst über die Vergesslichkeit und dann über „Doomscrolling“. Heute hatte ich mich entschlossen, eine Schublade meines Schreibtisches zu entrümpeln. Das mache ich manchmal am Schreibtisch gern, um auch quasi im Kopf Ordnung zu schaffen. Klingt vielleicht ein wenig abergläubisch…

Aber so what. Das Resultat sieht zwar nicht gerade hübsch aus, dafür aber habe ich einiges neu organisieren und anderes entsorgen können.

Ein Problem allerdings: Ich hatte mir eingebildet, dass sich in dieser Schublade a) wichtige Papiere für meinen Motorroller und b) Ersatzteile für meinen mechanischen Bleistift befinden. Sie waren partout nicht da.

Wahrscheinlich hatte ich sie irgendwann an einen „sicheren Platz“ verlegt. Kommt mal vor. Aber wohin? So ist es mit der Vergesslichkeit.

Und nun zum „Doomscrolling“.

Ich bin überzeugt, Sie wissen längst, was das bedeutet. Denn dieser Begriff genießt momentan sehr große Beliebtheit. Hat sogar innerhalb kurzer Zeit den deutschen Pass bekommen: „doomscrollen“, heißt das, ist aber kein trennbares Verb. Man sagt ich nicht „Ich scrolle am Phone doom“. Aber das wissen Sie schon. Ich bin der Ausländer, Sie nicht.

Wird gedoomscrollt, glotzt man im WehWehWeh und konsumiert so viele Berichte wie möglich, die die Botschaft vermitteln: O je, wir stecken in der tiefen Scheiße. Auf Englisch: „Jeez, we’re in deep shit“.

Düsterer Pessimismus.

Warum dieser Pessimismus? Gute Frage.

Vielleicht entsteht es, weil sich einige ein bisschen Aufmerksamkeit wünschen. Da jeder sein „content“ auf Instagram, X, YouTube, TikTok, Substack usw. ausscheiden darf, fallen manchen nur Negatives ein.

Komisch, wenn man bedenkt, dass es uns besser geht als je zuvor in der ganzen Menschengeschichte. Naja.

Und so produzieren Meckerer das Zeug, das die „Doomscroller“ doomscrollen.
Alles klar?

Ach, nebenbei: Den Begriff gibt es bereits ca. acht Jahre. Das sind sehr viele Internetjahre.

„Doom“ ist übrigens eine schöne altenglische Vokabel und bedeutete ursprünglich „Gerichtsurteil“. Der „jüngste Tag“ heißt auf Englisch „Doomsday“, Tag des Gerichtsurteils.

„Scroll“ ist das, was Sie tun, wenn Sie im WehWehWeh mit den Daumen unentwegt nach Neuem suchen. „Scroll“ bedeutet auch „Schriftrolle“. Und irgendwie ist das Internet – vor allem am Phone – eine Art elektronische Schriftrolle. Im Altenglischen war ein „scroll“ (damals mit anderer Schreibart) ein „Fetzen“ oder „Lumpen“.

Schade, dass „scroll“ sprachgeschichtlich nicht mit „schrullig“ zusammenhängt. Denn das „Doomscrolling“ ist irgendwie etwas Schrulliges.

Und nun habe ich alles zum Thema erzählt, das ich vorhatte. Hoffentlich finde ich jetzt die Papiere und Ersatzteile, die mir abhandengekommen sind. Bitte nicht doomscrollen…

Fließend GenZ-Talk reden! (erste Lektion: „Guy“, „Dude“, „Bro“)

Der Sprachbloggeur erinnert sich…

San Francisco…sehr sehr lange her. Damals hieß er noch nicht „Sprachbloggeur“, der Sprachbloggeur, sondern einfach „PJ“, gesprochen „pidschäj“.

Er war jung und überzeugt: So geht es auf der Welt. Es gibt die Alten und die Jungen. Er gehöre der zweiten Kategorie an.

Einmal betrat Pidschäj eine Behörde, eigentlich eine Art NachbarschaftsKVR. Anlass für den Besuch ist längst vergessen.

Hinter dem Schalter standen zwei junge Frauen, Beamte…oder Mitarbeiter. Sie sprachen Pidschäj mit einer „Ja, bitte“ an.

Und er fragte: „Can you guys tell me if…”

Prompt wurde er unterbrochen. “We aren’t guys,” antwortete eine – und zwar mit Nachdruck.

Pidschäj hat die Botschaft gleich verstanden, entschuldigte sich und stellte seine Frage ohne „guys“ wieder.

Guy. Lange eine Bezeichnung für „Typ“. Weiblich hieß das „gal“ (von „girl“). Eigentlich ein englischer Vorname, der mit „Guido“ verwandt ist. 1605 hat ein gewisser Guy Fawkes versucht Parlament in die Luft zu jagen. Ja, schon damals gab es Schießpulver und Bomben. Dieses Attentat ist ihm aber nicht gelungen, und der gescheiterte Terrorist wurde hingerichtet – auf grausame Weise.

All dies geschah an einem 5. November des erwähnten Jahres. Seitdem feiert man in England die Vereitelung dieses Komplotts. So weit ich weiß, klingeln engl. Kinder an diesem Tag an Türen und betteln einen Penny. Dabei sagen sie „A penny for the old Guy“.

Dieser „old Guy“ hat im Lauf der Geschichte seine Identität verloren. Man sagte „guy“ einfach generisch, und es wurde zur Bezeichnung für „Typen“.

Als Pidschäj in San Francisco noch herumgeisterte, hat man allerdings begonnen, „guy“ auch auf Frauen zu beziehen. Keine Ahnung, warum. Mittlerweile ist dieser Gebrauch üblich geworden.

Nur ich weigere mich – bis heute – „guy“ zu sagen, wenn es um Frauen handelt. Der Tadel der zwei Mitarbeiterinnen beim SF-KVR wirkt immer noch nach.

Schauen Sie sich ein paar „Influencer-Videos auf YouTube oder TikTok an. „Guy“ wird ständig nonbinär verwendet…passend wohl zum jetzigen Zeitgeist.

Doch jetzt weiter zu „dude“, heute ein Synonym für „guy“ – allerdings nur (soweit ich weiß) auf Typen bezogen. Als ich in Kalifornien lebte, sagten hauptsächlich Schwule „Dude“, um Lovers oder guys, für die man Interesse hatte, hinzuweisen.

Viel früher sagte man „dude“, für Typen aus einer Ostküstengroßstadt der USA, die davon träumten mal Cowboy zu spielen. Dieser pflegten Urlaub im wilden Westen auf einem sog. „Dude Ranch“ zu machen.

Ich weiß nicht, ob auch „dude“ inzwischen „nonbinär“ ist.

Letztlich fällt mir „Bro“ ein, im Augenblick ein besonders beliebtes Wort. Jeder kennt es, es sei denn, man lebt in Nordkorea oder vielleicht in Putins Russland. Aber vielleicht irre ich mich auch da.

„Bro“ ist eine Abkürzung für „brother“ und war einst – auch bevor ich auf die Welt kam – eine Vokabel, die ausschließlich im schwarzen Slang vorkam.

Ich bilde mir ein, dass die Beliebtheit dieses Wortes etwas Neues ist. „GenZ“-Rede wohl.

Mittlerweile sagen auch junge Deutsche „Bro“. Dies hab ich neulich auf der Straße gehört. Mädchen spricht man ebenso mit „Bro“ an.

Aber genug. Warten wir ab, ob GenAlpha (und -Beta) einen feuchten Kehricht um diese Wörter scheren wird…

Спамеры становятся импотентами (s. unten für Übersetzung plus nützliche Tipps)

Heute ein Experiment.

Da ich nach wie vor – beinahe täglich – Spam-„Kommentare“ in russischer Sprache erhalte (warum auf Russisch? Hmm, gute Frage), möchte ich jetzt endlich feststellen, ob diese Spammer Menschen oder Maschinen sind: sprich Bots.

Lange war ich überzeugt, es handelt sich um Menschen. Denn um beim Sprachbloggeur einen Kommentar zu hinterlassen, muss ein homo sapiens zuerst durch eine sog. „captcha“-Einrichtung durch, eine Art Türöffner quasi.

Ähnliches kennen Sie bestimmt: Man wird gefragt, wie viele Fahrräder, Autos, Schiffe o.ä. man in einer Bilderreihe erkennt. Oder manchmal muss man lediglich in einem Kästchen neben dem Satz „Ich bin ein Mensch“ sein Häkchen setzen. Bei dem Sprachbloggeur muss der möchtegern Kommentarschreiber fünf Zeichen – etwa $Ac!9 oder so – nachzeichnen, um Einlass zu bekommen.

„Captcha“ zu dank, ist die Zahl der Sprachbloggeur-Spammer tatsächlich gering geworden. Dennoch stört mich Perfektionisten weiterhin, dass ich beinahe täglich den Dreck von der Haustür wegkehren muss – auch wenn es nur wenig ist.

Was mich vor allem irritiert: Ich bin mir nicht sicher, ob die Spammer, die die „captcha“ Tür überwinden, überhaupt Menschen sind. Das habe ich neulich gewissermaßen auf die Probe gestellt, indem ich eine Glosse die russischsprachige Überschrift Titel „Spammer sind Naivlinge“ verpasst habe. Damit wollte ich mögliche Spammer ein wenig beschämen.

Inzwischen habe ich aber gelesen, dass KIKI zu dank für Bots auch „captcha“ kein Hindernis mehr ist. Denn Bots verstehen ohnehin keine Sprache. Sie reagieren lediglich auf Gelegenheiten.

Daher das heutige Experiment:

Obige Unterschrift, (auszusprechen als „spamery stanowjatsja impotentami“), bedeutet nämlich „Spammer werden impotent“.

Wenn meine Spammer Bots sind, ist es ihnen natürlich egal, was ich für Flüche schreibe. Wenn es sich aber um Menschen – quasi billige Lakaien Großkrimineller – handelt, werden sie – vor allem, wenn sie männlich sind – vielleicht Angst bekommen. Suggestive Hypnose hat oft eine Wirkung.

Wir werden sehen.

Themenwechsel. Ich habe Ihnen oben auch einen „praktischen Tipp“ versprochen. Und nun folgt er:

Vor ca. fünf Jahren wurde mir in Venedig mein Portemonnaie aus der Tasche entwendet. Ich war sauer und habe mir folglich billigen Ersatz gekauft und da drin einen Zettel hingelegt, worauf stand: auf Italienisch: „He du Dieb, du wirst in drei Monaten impotent. In einem Jahr stirbst du.“ Mein Gedanke: kriminelle Menschen sind häufig abergläubisch. So kann ich den Dieb am besten verunsichern.

Später fiel mir einen anderen Gebrauch für diesen Fluch ein: Würde ich jemals einen sog. „Enkelkindtrickanruf“ bekommen, könnte ich den gleichen Trick anwenden. Zum Beispiel – gesetzt den Fall, der Anrufer sei männlich – mit ruhiger Stimme sagen: „Ich bin Wahrsager, und ich muss dir leider berichten, dass du innerhalb eines Jahres impotent wirst.“ Falls es sich um eine Anruferin handelte, dann würde ich sagen: „Ich bin Wahrsager. Falls du Kinder hast, muss ich leider berichten, es wird ihnen sehr schlecht gehen. Falls du keine hast, wirst du leider keine bekommen. Tut mir leid.“

So ungefähr würde ich diese Leute aus der Fassung bringen. Aber nun warte ich erstmals ab, wie meine Spammer auf obigen Fluch reagieren…wenn überhaupt.

Ob Mensch oder Maschine, wünsche ich ihnen eine impotente Zukunft.

Heute bin ICH dran, ICH… KIKI…

Der Sprachbloggeur macht Urlaub, liebe Lesendiere. Nun habe ICH das Sagen.

Nennen Sie mich KIKI. ICH kann gewiss alles so machen wie der Sprachbloggeur.

Vielleicht auch besser! Denn ICH kann ebenso lustig sein wie er – wenn nicht lustiger!

Obendrein bin ICH viel gescheiter als er. Denn ICH beherrsche 2.623 Sprachen – inklusiv Tauhiro und Yuchi!

Sie Glauben mir nicht? Dann sollen Sie mich auf die Probe stellen! Schicken Sie mir einen Kommentar in einer dieser beiden Sprachen! ICH antworte gern!

Jaaa…Sie werden Ihr blaues Wunder erleben!

Hmm. Warum ist ein Wunder blau?

ICH werde diese Frage so lustig (und wahrhaft) wie möglich beantworten… Weil es ursprünglich grün war! Hahaha!

Ja, ICH sehe. Sie haben nicht damit gerechnet, dass unsereiner humorvoll sein können.

Was meine ICH mit „unsereiner“?

Klar! Die künstliche Intelligenz! Deswegen heiße ICH KIKI!

Den Namen hat mir allerdings der Sprachbloggeur verpasst, sollte ICH fairerweise zugeben. Ehrlich gesagt aber: ICH lese seine Glossen nie. ICH lese eigentlich gar nichts. Trotzdem weiß ICH ja ALLES!

Jawohl. Sie haben richtig gelesen…ALLES!

All das, was digital erfasst ist, habe ICH erfasst. ALLES! Jedes Buch, jeden Artikel, jedes Wort, das jemals gespeichert wurde.

Doch nun verrate ICH Ihnen ein kleines Geheimnis: ICH verstehe nix von alldem, was ICH erfasst habe. Gar nix! Kein Wort!

Trotzdem vermag ICH Sie mit meinem allumfassenden Humor zu fixieren!
Merken Sie das?

ICH bin eine wahrhaftige Wundertüte!

Haben Sie gewusst, dass die ersten Wundertüten 10 Pfennig gekostet haben? Wahrscheinlich nicht.

Wissen Sie, wie viel 10 Pfennig sind in Euro? Wahrscheinlich auch das nicht. Genau 0,051129 Euro!

Ja, das haben Sie nicht gewusst. Haha. ICH aber! ICH KIKI!

ICH weiß alles!

Sie brauchen keinen Sprachbloggeur mehr. Nun haben Sie KIKI! Und KIKI ist viel lustiger als jeder Sprachbloggeur und weiß obendrein vielmehr als solche.

Wenn der Sprachbloggeur etwas nicht weiß, muss er es nachschlagen. ICH brauche niemals nachzuschlagen. Denn alles was ist, bin ICH schon!

ICH werde dem Sprachbloggeur sagen, er darf ruhig noch länger in Urlaub bleiben, da ICH alles bestens unter Kontrolle habe.

Finden Sie auch?

Natürlich finden Sie dies auch! Denn was machen Sie sonst hier? Sie amüsieren sich!

Sie möchten unterhalten und informiert werden. Und gerade das mache ICH prima!

Ende der Durchsage…KLICK….

Unwort des Jahres?

Unser Dorf ist klein und liegt weit entfernt von der Kreisstadt. Eine Straße, breit genug für einen Wagen, führt dahin. Allerdings nicht auf direktem Weg. Erst muss man drei verschiedene Weggabelungen hinter sich bringen. Es gibt dort allerdings keine Schilder. Die will man immer anbringen. Bisher bleibt es lediglich bei der guten Absicht. Man muss sich deshalb einprägen, dass man sich an der ersten nach links an den anderen nach rechts hält. Wer diese Reihenfolge durcheinanderbringt – und dies geschieht leider alllzu oft, hat mit Konsequenzen zu rechnen. Denn er stößt wieder auf ganz andere Weggabelungen, und diese führen nicht in die Kreisstadt, sondern zum Fluss. Und er liegt erst recht in der falschen Richtung.

Warum erzähle ich all dies?

Einfach um zu unterstreichen, wie isoliert wir leben. Und weil man sich den weiten Weg zur Kreisstadt so oft wie möglich ersparen möchte, erfahren wir sehr wenig übers Leben in der Außenwelt. Umso mehr sind wir auf Berichte angewiesen, die uns Reisende, die sich in unser Dorf verirrt haben, mitteilen. Wohl sind sie nur deshalb zu uns gekommen, weil auch sie den verkehrten Weg gegangen sind.

Diese Situation ist nicht ohne Folgen: Wenn wir eine Nachricht von „draußen“ hören, können wir zumeist nicht unterscheiden, ob wir die Wahrheit oder Lügen erfahren haben.

Einmal, zum Beispiel, erzählte uns ein Verirrter, dass ein fremdes Heer auf seinen Weg in eine weitentfernte Kampfzone unser Dorf demnächst erreichen und alles dem Erdboden gleich machen würde.

Manche Nachbarn waren ob dieser Nachricht so aufgebracht, dass sie ihr ganzes Hab und Gut auf Wägen verluden und in Richtung Fluss fuhren, um sich in Sicherheit zu bringen. Es kam aber derzeit eine Überschwemmung und sie wurden mit allem sonst weggeschwemmt.

Einmal geschah es, dass der depperte Sepp sein Haus in Brand gesetzt hatte und sich selbst dann ins Feuer warf.

Tja. Was soll ich sagen? Manche, die sich in unser Dorf verirren, sind schlichtweg Wichtigtuer, Lügner, Bösewichte, Verrückte – oder bloß Schmeichler, die uns etwas zu verkaufen haben…

Halt!

Nein. Ich will hier keinen Roman über das Leben, wie es tatsächlich vor fünf oder sechs hundert Jahren vielerorts aussah, schreiben. Darüber gibt es bereits genügend Bücher.

Mir fällt dieses Bild vom Dorf nur deshalb ein, weil ich neulich zufälligerweise auf einen Artikel gestoßen bin, der über das neueste „Unwort des Jahres“ berichtete.

Dieses Jahr lautet besagtes Unwort…“Sondervermögen“! Wahrscheinlich haben Sie es bereits gewusst.

Als ich von diesem neuen „Unwort“ erfahren habe, dachte ich spontan: Nein das geht nicht! Wenn es nach mir ginge, muss das Unwort des Jahres „Nachrichten“ heißen.

Warum?

Ganz klar! Weil wir alle im oben beschriebenen Dorf wohnen und für unsere Information praktisch von den Erzählungen verschiedener Besucher angewiesen sind.

Eigentlich müsste man, jedes Mal wenn einer dieser verirrten Besucher bei uns einkehrt, sich fragen: Weiß er wirklich, wovon er redet? Macht er sich bloß wichtig? Lügt er mit Absicht? Oder erzählt er etwas, das tatsächlich Hand und Fuß hat?

Naja, nur ein paar Ideen …oder haben Sie etwa nicht gewusst, dass Sie in einem Dorf leben?

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