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Youtube Boobtube

Zeit ein Wörtchen über YouTube zu reden. Sind Sie YouTuber? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie es nicht sind.

Ich habe mir eingebildet, dass YouTube – mit Abstand – die am meisten besuchte Webseite im ganzen WehWehWeh ist.

Stimmt aber nicht. Google zufolge ist… Google(!) die am meisten besuchte Webseite!

Erst dann folgt YouTube…also an zweiter Stelle. Und wer gibt YouTube heraus? Google natürlich!

Nebenbei: Platz drei hat Facebook, Platz vier Instagram und Platz fünf Twitter, d.h. „X“.

Wo TikTok in dieser Aufzählung positioniert wird, weiß ich nicht. Ich habe nicht nachgeschlagen. Oder wird TikTok schon angezählt?

Komisch, dass YouTube so…beliebt?...unübergänglich? unverzichtbar?...geworden ist.

Vor vielen Jahren (was heißt hier „viele Jahre“? Die digitale Vergangenheit lässt sich in wenigen Jahren zusammenfassen) …vor vielen Jahren war der Platzhirsch im Punkto Internet-Videos „MySpace“. Ich kann mich noch erinnern. Allerdings sind die Erinnerungen zum Teil schon sehr verblasst. Ich kann nicht einmal erklären, warum ich damals „MySpace“ besucht habe. Vielleicht aus Neugier, weil das etwas Neues war.

Was aber doch noch in Erinnerung bleibt, ist die Tatsache, dass manche Leute arg pornographische Videos auf MySpace reinschmuggelten. Ja klar, das war damals möglich. Die Überwachungssoftware war weniger umfassender als die heutige.

Sicher, die Eindringlinge wurden, wenn erkannt, alsbald wieder gelöscht, unschädlich gemacht. Sonst fällt mir zu MySpace nur wenig ein. Ach ja. Einmal sah ich, wie sich ein junger Mann die Beinhaare abrasiert hat. So etwas erlebt man selten.

Was ist aus MySpace geworden? Bertelsmann hat die Seite, das schillernde Konzept quasi, aufgekauft und auf einen großen Gewinn gehofft. Soweit ich informiert bin, dümpelt MySpace noch immer dahin.

Aber zurück zu YouTube. Keine Ahnung, wer der Name erfunden hat. Ich mache mir aber die Mühe nicht, dies herauszufinden. Das darf jeder für sich.

Mir geht es heute um etwas anders. Nämlich: Allmählich langweilt mich YouTube. Allmählich wird YouTube zu “Boobtube“.

Kennen Sie diesen Begriff?

Vor vierzig (oder noch mehr) Jahren hat man in den USA das Fernsehen so bezeichnet.

Ein „Boob“ auf Englisch ist so etwas wie ein „Idiot“ oder „Dummkopf“. Allmählich wurde es manchen damals klar, dass das Fernsehen ein Verdummungsinstrument ist.

Nicht nur vom Inhalt her, sondern deshalb, weil jede Sendung eine Art Vehikel wurde, um Werbung zu zeigen. Eine Sendung von 30 Minuten bestand – zumindest in den USA – zu über 30% aus Werbung. Man bekam hirnlose Unterhaltung und dazu wurde man mit endloser Werbung berieselt.

Na klar. Werbung ist nun mal ein Teil des Infoangebots. Sonst verdient der Anbieter nichts. Aber…

YouTube wird, so beobachte ich, ähnlich. Die Werbung nimmt zu. Immer noch nicht so schlimm wie in den USA, wo man sich bis zu vier Minuten Werbung antut, bevor man ein Video zu sehen bekommt.

Eigentlich habe ich YouTube früher als Infoquelle verwendet. Ich ging hin, um, z.B., etwas Musiktheorie zu lernen oder mich Info über Erfahrungen mit neuen Fotoapparaten zu erkundigen. Damals gab es noch keine „Influencer“, lediglich Informierte.

Inzwischen finde ich immer weniger Info und immer mehr Unterhaltung bzw. endlose Selbstdarstellungen. Dazu politische Propaganda und Mengen kopflose Unterhaltung à la TikTok.

Aber genug des Gezeters. Ich jedenfalls verliere allmählich Interesse an YouTube. Und Sie?

In eigener Sache: Ab in die Welt jetzt. Nächste Glosse Mitte Juli.

Übers „Mogging“ (falls Sie keinen „Mogger“ kennen)

Schon wieder bin ich innerhalb kurzer Zeit auf einen Begriff gestoßen, der in einer Welt heimisch ist, die mir fremd ist.

Wie so oft handelt es sich um ein Pop-Wort aus dem Englischen. Es hat sogar seinen deutschen Pass bekommen.

Es geht ums „Moggen“., welch schlecht und ergreißelnd die verdeutschte Mutierung des englischen „mogging“ ist.

GK (d.h. „Google-Klugscheißer) erklärt dem Neugierigen, dass „Moggen ein Begriff aus dem „Jugendslang“ und besonders beliebt auf YouTube, TikTok und in den Gaming-Kreisen sei. Kann sein, dass ich ihn als Titel eines YouTube-Videos entdeckt habe.

Genauer gesagt aber, ist diese Vokabel im „Looksmaxxing“-Wortschatz daheim. Über „Looksmaxxing“ habe ich bereits ausführlich geschrieben, also über die spannende Szene – hauptsächslich männlich belegt –, die auf die „Maximierung“ des persönlichen Aussehens viel Wert legt.

Nebenbei: Zufällig bin ich neulich auf einen Artikel gestoßen (wohl im Internet – wo sonst?), in dem behauptet wird, dass die Schönheitsoperationen, die von den Anhängern dieser Szene so beliebt sind, zu einer langfristigen Entmaskulisierung führen. Ich habe, soll ich eingestehen, nur die Überschrift gelesen. So genau wollte ich die Sache nicht erforschen. Das überlasse ich lieber eifrigen Looksmaxxern.

Aber zurück zum „Mogging“. Laut einer Quelle im Netz leitet man diesen Begriff vom Jugendslang-Begriff „AMOG“ ab, einem Akronym für „alpha male of the group“. Er soll ursprünglich aus dem „Incel“ – involuntary celibate (unfreiwillig zölibatär) – Bewegung gebräuchlich sein. Auch darüber habe ich bereits geschrieben – ich meine über „Incel“.

Keine Ahnung, was Looksmaxxing und Incel gemeinsam haben. Man würde meinen, dass einer, der gut aussieht, nicht unfreiwillig zölibatär bleiben müsste.

Aber was weiß ich?

Immerhin, soweit ich verstehe, ist der „AMOG“ wohl der „Chad“, also der Tollste, der Gruppe.

Laut „Wiktionary“ „moggt“ ein Mann, wenn er sich für attraktiver hält als alle andere.

Im übertragenen Sinn bedeutet diese Vokabel: sich für besser denn andere halten.

Ein „Mogger“ ist jemand also, der andere quasi dominiert.

Umgekehrt: Wird man „gemoggt“, so lasse man sich von anderen dominieren.
Alles klar? Mir nicht ganz, aber so what.

Was mir viel wesentlicher ist: Es stellt sich heraus, dass ich nicht der erste bin, der im WehWehWeh über dieses Thema Gedanken macht. Schon 2024 erschienen Texte in „Chip“ und „Netzwelt“ darüber.

Schade. Ich bin gern der erste…der Mogger…

Darüber hinaus: Aus Gründen, die mir unbekannt sind, genießt das Mogging momentan wohl ein besonderes Renommee. Bereits im Mai 2026 haben sowohl „Fokus“ wie auch „Guardian“ darüber berichtet.

Ist was moggingmäßig geschehen, wovon ich nicht informiert bin?

Vielleicht liegt es daran, dass es scheinbar aus dem „GenZ“-Slangvorrat aufgegabelt wurde. Die Medien biedern GenZ-Erzeugnisse besonders speichellechzend an. Ist ja gerade die Mode.

Nix gegen GenZ. Ich gönne ihnen die viel Aufmerksamkeit. Man ist schließlich nur kurze Zeit jung. Und letztendlich soll man „moggen“ solange es geht. Denn Achtung: GenAlpha – und GenBeta warten schon ungeduldig in den Startlöchern, und bald sind sie dran.

„Basic“, „08/15“ etc.

O gnädigster Herr Google! Geruhen Sie mir meine Bitte zu erfüllen.
So, liebe Leser, muss man einen Allwissenden ansprechen.

Und siehe da! Google springt alsbald in KI-Mode und gibt Antwort – mehrere Antworten sogar.

In diesem Fall wollte ich wissen, wie man am Besten das englische „basic“ ins Deutsch übersetzt.

„Basic“?, fragen Sie. Noch nie gehört.

Einst, als der PC noch eine Neuheit war, haben Nerds und sonstige Interessierte eine Programmierungssprache mit diesem Namen verwendet, um an Progrämmchen zu basteln. Auch ich habe einmal ein Basic-Programm geschrieben.

Leider habe ich vergessen, worum es ging.

Es gab auch viel kompliziertere, anspruchsvollere, Programmierungssprachen, etwa „Pascal“ und „C“. Da wusste ich aber damals: Finger weg!

Aber zurück zu „Basic“. Nein, nicht die Programmierungssprache, sondern ein Wort, dem ich neulich – irgendwo im Internet – begegnet bin. Vielleicht im Titel eines YouTube-Videos.

Den Satz, in dem ich es gelesen habe, habe ich schon vergessen. Dennoch spürte ich spontan, dass diese Vokabel etwas Negatives über einen Menschen ausdrückt.
Also habe ich den mächtigen Herrn Google um Hilfe gebeten.

Prompt erfuhr ich, dass meine Instinkte richtig waren.

Wenn man im heutigen Englisch einen anderen als „basic“ schildert, ist damit gemeint, dass dieser andere irgendwie ein dröger Einfallspinsel ist.

Hat „basic“ bereits den deutschen Pass? (ich habe ihn übrigens noch nicht – aber was nicht ist, kann mal werden).

„Wie sagt man das englische Slangwort ‚basic‘ auf Deutsch?“, fragte ich nun Herrn Google und die Göttin KIKI.

So war die Formulierung, die ich für passend hielt, um sie in die hohen Wolken zu schicken. Ich erwartete, dass ich nun erfahren würde, dass „basic“ bereits doch ein dt. Wort wäre.

Dem war aber nicht so. Hier nun erklärt KIKI den englischsprachigen Sinn:
„Es beschreibt meist Personen, Dinge oder Geschmäcker, die sehr standardisiert sind, dem aktuellen Massen-Trend entsprechen und keine eigene Kreativität oder Individualität aufweisen“, kam die Antwort. Auch ein Quellenhinweis aus: „Lingvist“.

Mir ist diese Seite unbekannt, aber vielleicht lohnt es sich, sie mal zu besuchen!

Aber nun haben Sie den Beweis dafür, dass der Herr Google und die Göttin KIKI kein Plagiat betreiben. Sie geben ständig ihre Quellen an.

Hier nun einige dt. Übersetzungen fürs englische „basic“: „anspruchslos“, „einfallslos“, „langweilig“, „08/15“, „mainstream“ (dieser Begriff hat wohl schon seinen dt. Pass – anders als ich), etc.

Nebenbei: Falls Sie es vergessen haben: 08/15 bezieht sich auf das Standardmaschinengewehr aus dem Ersten Weltkrieg, „Model 08/15“, hieß es. Das „08“ steht für 1908, das Jahr seiner Einführung. Alles klar?

Einst hätte so ein Fakt, Englisch gesprochen, als „basic information“ gegolten.

Kennen Sie „Slop“? Natürlich kennen Sie „Slop“!

Verlieren auch Sie Interesse an die diversen zur Verfügung stehenden „Medien“?

Ob TV, Rundfunk, Online-Nachrichten, „Social“-Medien (etwa TikTok, YouTube, Instagram, X etc.) und so weiter?

Ich schon. Und falls Sie mit der gleichen Verdrusskrankheit angesteckt wurden wie ich, gibt es einen guten Grund dafür, der sich mit einem einzigen Wort zusammenfassen lässt: „Slop“. (Ich vermute, es heißt der

Englisches Derivat natürlich.

Ist Ihnen mal aufgefallen, dass wir heutzutage so gut wie nie Begriffe aus dem Chinesischen, Russischen, Koreanischen – nicht einmal aus dem Französischen ins Deutsche übernehmen?

„Slop“ („sslapp“ spricht man das aus) hat auf Englisch verschiedene Bedeutungen. Kaum genießbares Essen wird als „Slop“ bezeichnet. Vielleicht am besten mit „Fraß“ zu übersetzen. Auch „Nassmüll“ wird als „Slop“ bezeichnet.

Auch das engl. „sloppy“, also „schlampig“, ist aus „slop“ entstanden.

Achtung! „Schlampig“, „sloppy“. Sie sehen irgendwie ähnlich aus…oder? Und in der Tat: Es sind erste Cousins. Gäbe es ein dt. Wort „Schlamp“, wäre dies direkt mit „Slop“ verwandt.

Und tatsächlich gab es im früheren Deutsch eine Vokabel „Schlamp“, und zwar im Sinne von „üppiges Gastmahl“, „ungepflegter Mensch“ und auch in der Bedeutung: die „Schleppe“ eines Kleids. Vielleicht hat dieser „Schlamp“ in irgendeinem regionalen Dialekt überlebt.

In meiner Jugend sagten wir „slop slop, get the mop“. „Mop“ ist ein „Wischer“ oder…ein Mopp! Man trillerte dieses Reimchen, wenn sich einer übergeben hatte.

„Slop“ wird also mit ekelhaften Dingen in Zusammenhang gebracht.
Aber zurück zum „Slop“ und den Medien.

Ist es Ihnen aufgefallen, dass die Medien immer mehr zu „Slop“ mutiert sind?
Klar: Die allgegenwärtige KIKI spielt hier die große Rolle.

Im heutigen Englisch bezeichnet man dieses Phänomen als „AI-Slop“. Zu Deutsch „KI-Slop“.

Man verbringt kostbare Lebensstunden im Internet ausschließlich mit Slop. Soviel Zeit kann man tatsächlich verschwenden, dass man sich eines Tages wohl fragen wird: Was ist aus meinem Leben geworden? Die Antwort wird lauten: mit Slop, Idiot! Alles versloppt! Zu Deutsch „alles verschlampt“.

Ein paar Beispiele aus Slopland: He! Schau mich an. Ich zeige dir, wie es aussieht, wenn zwanzig wilde Hunde einen Büffel bei lebendigem Leib fressen! Oder: Juhu! Guck her. Ich verrate dir, welche Sprache die schwierigste ist und welche die hässlichste ist!

Oder: He he! Ich kann mit einem Bein fünfzehn Minuten herumhüpfen. Um so lustiger anzuglotzen, da ich tatsächlich nur ein Bein habe!

Und so weiter. Influencer möchten Ihnen vereinnahmen. Klugscheißer wollen Ihnen „Ideen“ beibringen. Nachrichtensender wollen Sie mit Storys festhalten. He: Kennt ihr die hässlichste Katze im Weltall? Hier nun die Story!

Et cetera.

Die gute (oder schlechte) Nachricht lautet: Slop ist kostenlos. Nur Zeit wird in Zahlung genommen.

Aber genug.

Komisch wie man so viel über so wenig schreiben kann…

Warum „Ja“ die gefährlichste Vokabel in der deutschen Sprache geworden ist

Es war einmal eine Zeit, als es noch keine Handys gab.

Man war zuhause. Vielleicht beim Zähneputzen oder Geschirrspülen, oder vielleicht hockte man im Wohnzimmer auf dem Sofa und las beim Lampenschein in einem Buch.

Plötzlich klingelte es. Meistens musste man aufstehen – denn das Telefon war mit einem Kabel an einem fixen Platz verankert – und man ging ran.

Man meldete sich mit „Schmidt“ oder „Eisenstadt“, oder „Weber“ usw. je nachdem, wie man hieß. War man nur zu Besuch im Hause, fügte man „bei“ hinzu. Also „Bei Schmidt…“ usw.

Die Wagmutigsten sagten lediglich: „ja, bitte?“ – ohne einen Namen zu verraten.
Der Telefonierende hingegen eröffnete das Gespräch folgendermaßen: „Grüß Gott Blumenthal“ falls er „Blumenthal“ hieß und in Bayern lebte. Sonst sagte er oder sie „Guten Tag XY“ oder „Tag“ oder „Tach“ mit Nachnamen.

Mir persönlich kam all dies damals fremd vor. Denn ich Amerikaner wurde mit anderen Telefonbenimmregeln eingeimpft. Wir sagten, wenn es klingelte, lediglich „hello?“. Keine sonstige Info.

Die Franzosen tun es ähnlich: „Allô?“ sagen sie. Die Spanier bleiben bei einem „Dígame“, also „sagen Sie mir“. Manchmal sagen sie „sí?“, also „ja?“. In Italien heißt es „Pronto?“, also „bereit“ oder „fertig“.

Doch warum heute eine Meditation über Telefonmanieren? Ganz einfach: Weil alles mittlerweile komplett anders geworden ist.

Was mich betrifft: Ich wollte mich mit Nachnamen am Telefon nie melden. War mir zu exotisch. Doch auch mein angestammtes „hello“ passte nicht so richtig damals in der hiesigen Welt. So schien es mir jedenfalls. Also habe ich mir eine höchstpersönliche Herangehensweise ausgedacht. Ich ging ans Telefon und sagte im freundlichen Sington: „Jaa-aa?“

Das war damals. Nun muss ich endgültig damit aufhören.

Vielleicht haben Sie im KI-Zeitalter die Gründe für diese Entscheidung bereits erraten.

Denn heute muss man peinlichst genau auf die Robo-Anrufe achten.

Robo-Anrufe? Jawohl! Upps. Schon wieder muss ich mit dem „Jawohl“ aufpassen. Fakt ist: Das „Ja“ – in allen Formen – ist für Unwissende zu einer wahren Gefahr geworden.

Man geht ans Telefon und sagt: „Ja“. Der Anrufer legt alsbald auf oder redet einen Unsinn, und siehe da: Im Nu hat man einen Kühlschrank bestellt, oder einen Vertrag beim Fitnessstudio oder ein Abo für eine Zeitschrift abgeschlossen.

Ja, das „Ja“ ist eine sehr gefährliche deutsche Vokabel geworden.

Ihr „Ja“, wenn sie ans Telefon gehen, wird nämlich mitgeschnitten und dient dann durch raffiniertes Editing als Zusage für eine beliebige Bestellung.

Klar ist das kriminell, und wahrscheinlich kann man das – falls man die Frist nicht versäumt hat, erfolgreich anfechten.

Manche tun das aber nicht, und es bleibt bei einer unerwünschten Bestellung.
Ja, liebe Ja-Sager und Ja-Sagerinnen, willkommen in den frühen Jahren des digitalen Zeitalters! Eine Kinderkrankheit dieses neuen Zeitalters ist die oben geschilderte Unannehmlichkeit. Dennoch eine Krankheit.

Was mich betrifft: Ich bin dabei, das einst so vertraute „Hello?“ wieder einzuüben.

„Acubi“ hat nichts mit „Azubi“ zu tun

Bitte lesen Sie folgenden doppelentwendeten Text:

„Der Acubi-Style ist ein minimalistischer, koreanischer Modetrend, der Y2K-Ästhetik mit Cyber-Fairy-Grunge und bequemen, funktionalen Elementen verbindet…“

Doppelentwendet? Damit meine ich: 1.) Ich habe ihn von Google KI abgeschrieben. 2.) Google KI hat ihn irgendwo im WehWehWeh aufgegabelt.

Aber genug des Hintergrunds. Verstehen Sie den Sinn des Textes?

Vielleicht wissen Sie bereits, was mit „Acubi“ gemeint ist. Ich persönlich hatte keine Ahnung.

Falls aber Ihre Kenntnisse über „Acubi“ ebenso löchrig sind wie die meinen, dann wissen wir immerhin, dass „Acubi“ etwas mit Mode zu tun hat. Genauer gesagt: mit der Mode aus Südkorea.

Ganz sicher nicht aus Nordkorea. Dort bekommen manche, die sich für Sachen aus Südkorea interessieren, die Todesstrafe. Aber das ist ein anderes Thema.

Und jetzt weiter zur nächsten Frage: Was bedeutet „Y2K-Ästhetik mit Cyber-Fairy-Grunge“?

Tatsache ist: Ich kenne all diese Wörter, allerdings nicht in der oben zitierten Reihenfolge.

„Y2K“, zum Beispiel.

Erinnern Sie sich noch? 1999 war dieser englischsprachige Begriff in aller Mündern. Es sollte auf die mit Schadenfreude erwarteten technischen Katastrophen hinweisen, mit denen man dank des Jahrtausendwechsels rechnete.

Nix davon ist geschehen.

Wahrscheinlich leben die Medien davon, allerlei Katastrophen auszumalen. Ohne Gräuel sind die Nachrichten oft langweilig.

Ohne Klatsch wären die Medien nur noch eine halbe Portion. Oder man müsste Themen ausführlicher recherchieren, um darüber zu berichten. Und wer lässt sich so ausführlich informieren? Alles nicht so einfach.

Aber weiter: Was ist mit einer „Y2K-Ästhetik“ gemeint? Ich persönlich muss leider passen. Wahrscheinlich heißt das, dass man jung und hübsch sein müsse, um die besagten Klamotten tragen zu dürfen.

Und „Cyber-Fairy-Grunge“?

„Cyber“ kennt jeder. Inzwischen zum Synonym für „digital“ geworden. „Cyberspace“ usw.

Aber „Cyber-Fairy“? Eine „Fairy“ ist eine Fee. Früher by the way bedeutete „Fairy“ – zumindest auf Englisch – „Schwuchtel“. Ich nehme an, dies ist noch immer der Fall.

Und „Grunge“? Auf Englisch bedeutet „Grunge“ „Schmuddel“ und „Dreck“. Ich vermute, dass mit „Grunge-Mode“ teure zerrissene Jeans und dergleichen gemeint sind.

Aber „Cyber-Fairy-Grunge“? Da bin ich wirklich überfragt. Fragen sie lieber Google.

Egal. Jetzt wissen Sie wenigstens, falls Sie es nicht schon gewusst haben, was mit „Acubi“ gemeint ist.

Kauft auch Kim die „Acubi“- Sachen? Ich meine natürlich ganz heimlich.

Quiltbag und Sex Sex Sex

Schon wieder ein neues Wort: Quiltbag.

Kennen Sie es?

Fünfzehn Jahre gibt es schon, und erst jetzt erfahre ich, dass es es gibt. Na sowas.

Ich hätte auf drei Jahre getippt – so alt wie des Nachbars Kind. Man täuscht sich leicht.

Im Wortschatz der cis-loser Geschlechtlichkeit ist es jedenfalls längst heimisch.

Falls Sie zur Minderheit zählen, die sich in diesem Bereich nicht auskennen: Die Vokabel „Cis-Geschlechtlichkeit“ weist auf jene hin, die sich mit der Geschlechtlichkeit („Gender“) identifizieren, in der sie geboren wurde.

Will heißen: Der Cis-Mann hält sich für einen Mann, obwohl dies auf seiner Geburtsurkunde steht. Gleiches also für die Cis-Frau. Solche Menschen halten sich üblicherweise für heterosexuell.

Alles klar?

Klar: Seit einigen Jahren wird das sexuelle Spektrum um einige Kategorien ergänzt. Aber das wissen Sie schon.

Eine Zeitlang war die Rede von „LGBT“. Also: „lesbisch“, „gay“, „bisexuell“ und „transsexuell“. An sich ziemlich easy zu merken.

Oder vielleicht zu easy? Denn im Lauf der Zeit wurden diese Buchstabensammlung um noch einige Kategorien ergänzt: LGBTQIA+ heißt es mittlerweile. Hinzugefügt wurden „Q“ für „queer“, ein englisches Wort, das mit dem dt. „quer“ verwandt ist und ursprünglich „schräg“ bedeutete. Später wurde es – üblicherweise – als Bezeichnung für männliche Homosexuelle benutzt.

Was „queer“ heute für einen Sinn hat, habe ich leider noch nicht verstanden. Früher war es gleichbedeutend mit „gay“ (ein Begriff aus den 1970er Jahren, wörtlich „heiter“). Heute bedeutet es wohl etwas anderes als „gay“.

Ich hab oftmals gefragt und verstehe die Antwort immer noch nicht.

„I“ steht für „intersexuell“, ein oft trauriges Schicksal. Denn diese geschlechtliche Minderheit steckt wahrlich in der Bredouille. Es sind Menschen, die wegen einer genetischen Anomalie nicht eindeutig als Männer oder Frauen einzuordnen sind. Nicht gerade einfach für sie.

„A“ bedeutet „asexuell“, wohl ein seelischer Zustand. Der betroffene Mensch – egal was er für einen Körper hat – fühlt sich weder Männern noch Frauen sexuell angezogen.

Das muss nicht schlimm sein. Manche Menschen sind einfach so.
Letztlich gibt es „+“. Wenn ich ehrlich bin, habe ich keine Ahnung, was mit diesem „plus“ gemeint ist. Fragen Sie lieber ChatGPT und Co.

Aber zurück zu „Quiltbag“, wörtlich ein Steppdeckensack. Süß.

Es wird aber als Akronym verwendet und sollte die Auflistung diverser geschlechtlicher Kategorien vereinfachen.

In diesem Steppdeckensack stecken folgende geschlechtliche…Situationen: queer (oder questioning, d.h. noch unsicher), undecided (also „unentschlossen“ – ein anderes Wort für „unsicher“?), intersexuell, lesbisch, transgender/transsexuell (was ist da der Unterschied?), bisexuell, allliert/asexuell (keine Ahnung, was mit „alliert“ – „allied“ auf Englisch – gemeint ist), gay/genderqueer. Auch „genderqueer“ sagt mir nichts.

Egal. Nun sind Sie jedenfalls bestens informiert. Achtung: Sie müssen sich nicht schämen, Fragen zu stellen…

Achtung: Die KI-Crawler sind unterwegs!

Sie sind unsichtbar, die Crawler

Crawler. D.h. „Krabbler“, „Kriecher“.

Genauer gesagt, sind das „KI-Crawler“.

„KI-Crawler“. Ihnen ein Begriff? Mir nicht, zumindest bis vor ein paar Tagen, als ein Netzforum, an dem ich teilnehme, von diesen Crawlern beinahe zum Stillstand gebracht wurde. Es gibt auch andere Crawler-Arten. D.h., die bösartigen. Die kennen Sie schon. Es sind Spam- und Phishingbots, die versuchen, wenn es eine Gelegenheit dafür gibt, Webseiten – wie auch diese – lahmzulegen.

Warum diese Kaputtmacher das tun, was sie tun, habe ich nie verstanden. Sie streben nur Zerstörung und Chaos an. Über das „Empire of Chaos“ habe ich übrigens in meinem englischsprachigen Roman „Winston Hewlett’s Impotence“ ausführlich geschrieben. Mein Chaosimperium spielt aber eine etwas undurchsichtigere Rolle. So ist es in der Literatur.

Das Chaos der Malwarebots ist indes nur destruktiv. So ist es manchmal leider in der wahren Welt.

Aber zurück zu den Crawlern. Nun erfahre ich von Wikipedia (wie lange wird es Wikipedia noch geben??), dass es diese Internet-Crawler seit 1993 gibt. Manchmal werden sie „Spiders“ genannt, also „Spinnen“ manchmal „Robots“, also „Bots“.

Diese Crawler sind jedenfalls stets unterwegs: Jedes Mal, wenn Sie Google eine Suchfrage stellen, „krabbelt“ das Programm-Moloch, dass wir „Google“ nennen, durch das Netz, um für Sie die passende Antwort zu finden.

Eigentlich logisch. Bloß nun weiß ich, wie diese Prozedur heißt: „crawlen“, also „Krabbeln“ usw. und wird von „Crawlern“ ausgeführt.
So weit so gut.

Doch nun zurück zum oben erwähnten Internetforum, das letztens ungewöhnlich langsam vonstattengegangen ist. Sie kennen dieses Problem bestimmt, wenn manchmal ein Computer auf diese Weise zu bocken anfängt. Man verliert bald die Geduld.

Manche Mitglieder des Forums haben deshalb diese Langsamkeit reklamiert. Die Zuständigen haben dann erklärt, dass die Unannehmlichkeit durch KI-Crawler verursacht wurde…

KI-Crawler?, fragt man sich…

Es geht um Folgendes: Ähnlich Google untersuchen diverse KI-Programme, etwa Claude, Gemini, Grok und wie sie alle heißen, das gesamte Netz, wenn ein Benutzer eine Frage stellt. Das bezeichnet man als „crawling“.

Bei KIKI ist die Sache allerdings komplizierter als bei eine Google-Suche. KIKI ist nicht unterwegs, um bloß eine einzige Frage zu beantworten. KIKI ist dabei, das ganze Netz zu verschlingen. Sie will alles…ja ich meine ALLES…was es an Informationen im Internet gibt, verinnerlichen.

KIKI crawlt also, lediglich um zu lernen. Wenn sich plötzlich 2000 „Besucher“, ein Forum bemächtigt haben, geht es darum, alles, was handhabbar ist, zu kopieren und mitzunehmen, um das künstliche Hirn eines KI-Programms mit Fakten vollzustopfen.

Soviel zu meinen Kenntnissen. Mit Sicherheit verstehe ich die Sache unzureichend. Ich weiß nur, dass nun die Zuständigen besagten Forums als Gegenmaßnahme, die Besucherrechte stark eingeschränkt haben. Inzwischen funktioniert das Forum wieder – zum Glück.

Und jetzt verstehen Sie ebenso viel über KI-Crawler als ich. Vielleicht mehr. Falls Sie noch Weiteres wissen möchten, fragen Sie Claude, Gemini, Grok usw. – oder googeln Sie das Thema halt. Ich bin überzeugt, dass Sie fündig werden.

PS: Das „Kraulen“ als Schwimmtätigkeit ist auch ein Kind des englischen „crawl“. „Kraulen“ als Liebkosung ist reines Deutsch. Immerhin…

Jammern lernen…es lohnt sich!

O-Ton Ekaterina Astafeva in Spiegel-Online: „Mein Akzent verrät, dass ich nicht dazugehöre.“

Google dem Allmächtigen zufolge ist Frau A. gebürtige Russin, geboren 1995 und wohnhaft in Deutschland, wo sie als Journalistin mit Schwerpunkt Social Media tätig ist.

Den sonstigen Inhalt des Spiegel-Textes, in dem Frau Astafeva die Hauptrolle spielt, kenne ich nicht.

Es handelt sich nämlich um Abo-Inhalt. Da ich kein Spiegel-Abo habe und keins zu bestellen vorhabe, vermag ich nicht hinter den Vorhang zu gucken.

Falls Sie in dem Genuss eines Spiegel-Abos sind, werden Sie mehr über erwähnten Artikel wissen als ich.

Immerhin wirkte das kurze Zitat (auf Englisch „sound bite“) auf mich wie eine Eingebung, und es hat mich gleich angespornt, Stellung zu beziehen.

Man hört den Jammerton sofort heraus, einen Ton, der von den Medien im Augenblick hoch im Kurs steht. Will heißen: Wenn ein Mensch mit Migrantenhintergrund (einst „Ausländer“ genannt) als Opfer dargestellt werden kann, freuen sich die Blatt- und Videomacher.

Doch warum ist diese Thematik so beliebt– seitens mancher Ausländer wie auch der Medien?

Meine Theorie: Man definiert sich als Ausländer und behauptet auch darunter zu leiden. Anders gesagt: Man spielt das Opfer und bekommt Aufmerksamkeit.

Nebenbei: Auch ich bin Ausländer und beileibe kein Opfer. Mein wunderschöner Akzent verrät sofort, dass ich nicht von hinnen bin. Aber so what? Anders als Frau A. bin ich überzeugt, dass ich „dazugehöre“.

Endlose Opfergeschichten werden dankbar veröffentlicht. Doch Hand aufs Herz: Ist es wirklich so arg, einen ausländischen Akzent zu haben? Wird man tatsächlich wegen des Akzents diskriminiert? Oder wäre es möglich, dass der Grund für eine jeweilige Diskriminierung ein anderer wäre?

Mir fallen sogleich zwei Begriffe ein: Masochismus und schlechtes Gewissen: wie die zwei Sattel eines Tandemfahrrads halten sie einen in Fahrt.

Nein halt! Ich möchte hier keine Doktorarbeit fürs Fach Psychologie schreiben. Nein, das überlasse ich anderen.

Es genügt zu sagen, dass wir Menschen im Westen seit ein paar Jahrzehnten überzeugt sind, dass der Erfolg unserer Zivilisation etwas ist, wovor wir uns zu schämen haben. Ja natürlich denken nicht alle Menschen so…aber…leider…zu viele.

Man denkt: O je. Ich bin so privilegiert. Die armen anderen…

Ich erzähle hier nichts Neues.

Ein kleiner Trost: Jammern bringt Geld.

Doch Achtung: Falls ich Frau A. missverstanden habe, da ich Ihren Text nicht gelesen habe, bitte ich um Entschuldigung.

Vielleicht findet sich mal ein couragierter Verlag, der Mein Buch, „Wie ich die deutsche Sprache eroberte“, herausbringen wird. Über die Versuche einen zu überzeugen, könnte ich wieder ein ganzes Buch schreiben. Eins steht fest: Mein schöner Akzent hallt in allen meinen Texten laut und klar wider…

„Incel“ und „Looksmaxxing“ – Alles klar?

Ich verkehre lange nicht in den Kreisen, die über dieses heikle Thema auf dem Laufenden sind. Womöglich wissen Sie viel mehr darüber als ich.
Die Rede ist von „Incel.

Amerikaner ist es natürlich, und zwar eine Abkürzung für „involuntary celibate“, also unfreiwillig sexuell enthaltsam.

„Amerikaner“? Bitte verzeihen Sie mir. Obiges habe ich vorschnell geschrieben.
Google zufolge gibt es den Begriff „Incel“ schon seit 1997. Hinzu: Er wurde von einer kanadischen Frau ins Leben gerufen.

Das war damals. Inzwischen ist „Incel“ zu einer Lebensphilosophie der sog. „4Chan“-Bewegung. (Siehe KIKI oder Wiki für weitere Infos über diesen irgendwie finsteren Verein – wohl rechter Gesinnung). Mehr weiß ich selber nicht – und mehr will ich nicht wissen.

Dennoch: In letzter Zeit stoße Ich häufig auf das Thema „Incel“…und wurde deshalb ja ein wenig neugierig.

Heute scheint sich der Begriff wohl mehr auf Männer als auf Frauen Bezug zu nehmen.

Wieso, vermag ich nicht zu sagen. KIKI und Wiki geben die Details gerne her.
Ich wurde auf dieses Thema nur deshalb aufmerksam, weil ich neulich das exotische Wort „Looksmaxxing“ entdeckt habe.

Ist Ihnen ein Begriff?

Es fing mit einem Artikel in der New York Times an, und zwar über einen jungen Mann, der sich „Clavicular“ nennt. In Wahrheit heißt er Braden Peters und ist 20 Jahre alt und ein wohl sehr bekannter WehWehWeh „Influencer“.

Er hat ein schönes – wenn auch eiskaltes – Gesicht und zeigt gerne ohne Bekleidung seinen muskulösen Oberkörper. Ein schöner, junger männlicher Oberkörper scheint – heutzutage – viele Klicks auf YouTube und Co. zu ernten. Allerdings – so der NY Times: Diese Schönheit „Claviculars“ hatte ihren Preis: Er ließ sich diverse Schönheits-OPs unterziehen.

Wenn man so viel Energie ins eigene Aussehen investiert, heißt das im „Incel“-Wortschatz „Looksmaxxing“.

Nicht schwer den Sinn dieses Begriffs auszubaldowern. Man will das Maximum (maxxing) aus dem eigenen Aussehen (looks) herausholen.

Was ich aber nicht verstehe: Wie kann es sein, dass dieser schöne junge Mann als unfreiwillig sexuell enthaltsam gilt? Der New York Times zufolge ist er es auch nicht. Die jungen Frauen bestürmen ihn sogar.

Auch bevor sich „Clavicular“ hat operieren lassen, hatte er bestimmt dieses Problem mit den Mädchen wohl nicht.

Es ist kaum vorstellbar, dass er jemals eine „Blackpill“ (einen „hässlichen Menschen“) war. Au contraire. Er war mit Sicherheit schon immer ein „Chad“, „Incel-Talk“ für einen Typen auf den eine schöne Frau ( eine „Stacy“) steht.

Ich fürchte, ich verstehe dieses Thema immer schlechter!

Immerhin: Jetzt sind Sie wenigstens ein bisschen informiert und wissen, wo Sie Weiteres finden…

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