Sie befinden sich im kleinen Wortladen des Sprachbloggeurs. Klein aber längst ein Geheimtipp. Man nimmt die Reise in diesen abgelegenen Vorort der Stadt WehWehWeh gerne auf sich. Beim Sprachbloggeur kann man nie wissen, was es zu finden gibt. Denn hier biete ich ein buntes Allerlei. Es hängen zwar noch immer keine Bilder in meinem Laden. Brauche ich sie aber? Vielleicht später mal. Meine Archive aus früherer Zeit habe ich übrigens schon längst "importiert". Nur: Ich weiß nicht, wie ich sie sichtbar mache. HTML spreche ich noch immer viel zu stumperhaft. Vielleicht lerne ich diese Sprache noch. Seien Sie herzlich gegrüßt, lieber Gast: Be it ever so humble, there's no place like home. Ihr Sprachbloggeur, PJ Blumenthal: DEM WORT AUF DER SPUR

"Mohammed" oder "der Prophet"?

Wie soll ich anfangen, ohne gleich ins Fettnäpfchen zu treten?

 Mit einer Geschichte natürlich! Vor dreißig Jahren saß ich mit Kamal in einem Münchner Café. „Weißt du eigentlich, dass das Alte Testament die Ankunft des Propheten vorraussagt?“ sagte er mir.

 „Das glaube ich nicht“, antwortete ich.

 „Doch“, und nun zeigte er mir ein Zitat – ich habe leider vergessen, wo das im Alten Testament war – , in dem der hebräische Wortstamm „hamad“ zu lesen ist. Diese Vokabel bedeutet in der biblischen Sprache „begehren“, „Gefallen finden“ und als Partizip „Liebling“.

Neusprech in China?

Für den Fall, dass Sie noch nichts über Ma Cheng erfahren haben, hier die Geschichte, die ich am Dienstag in der International Herald Tribune gelesen habe.

 Ma Cheng ist 26 Jahre alt und lebt in Peking. Vor einem Jahr erfuhr sie vom Amt für die Öffentliche Sicherheit (etwa Kreisverwaltungsreferat), dass ihr Vorname, Cheng, nicht länger zulässig ist. Der Grund: Er sei zu obskur. Es handelt sich in der Tat um einen exotischen Namen. Fürs chinesische Ohr klingt „Cheng“, so nehme ich jedenfalls an, wie „Ludger“ oder „Norwin“ oder „Sverre“ – einfach ungewöhnlich.

Siezen auf amerikanischer Art – ein grausames Beispiel (und etwas Dante hinzu)

Womöglich kennen Sie die Geschichte von Joao Correa längst. Ich werde sie hier trotzdem aufwärmen, wenn auch nur eines einzigen Wortes wegen .

 Herr Correa war am 28. März in einer Delta-Maschine von Honduras nach Atlanta, US-Bundesstaat Georgia, unterwegs. Einer Associated-Press-Meldung zufolge erlitt er ca. dreißig Minuten nach Abflug einen „bathroom emergency“ – wörtlich einen „Badezimmernotfall“, will sagen, er musste dringend auf die Toilette.

Es spricht die Galle

Die Leber hat es gut – zumindest sprachlich. Wenn sich einer ärgert, fragen seine Mitmenschen, ob ihm eine Laus über die Leber gelaufen ist. Man stellt sich vor, wie so ein kleines Viech über die braunroten Lappen krabbelt und den Betroffenen dabei so quält, dass der Gepeinigte besonders ungehalten wirkt. Man möchte glauben, dass es Leberläuse wirklich gibt.

 Die Galle hat es weniger gut. Nur laue Redewendungen herrschen im Bezug auf dieses Organ vor. Etwa: „Ihm kommt die Galle hoch“, oder „die Galle läuft ihm über.“ Man sagt „Galle“ und meint „Zorn“, „Ärger“.

Jugendsprache? Meinung eines Skeptikers

Schon wieder die Jugendsprache, nachdem ich sie vor wenigen Tagen thematisiert habe.

 Warum heute wieder?

 Weil mich ein lieber Freund auf einen Text in der „Welt-Online“ (7. April)  aufmerksam gemacht hat. Der Titel: „Wie sich der Duden bei der Jugend einschleimt“.

Der Sprachbloggeur atzt ab

An der Zeit, mich wieder heftig zu blamieren.

 „Hast du ein paar neue Wörter für mich?“ frage ich meinen Sohn.

 Er schaut mich mit der üblichen Ungeduld an, hält kurz inne und antwortet. O Freude! Mit einer Antwort habe ich gar nicht gerechnet. „Ja, was man in letzter Zeit oft sagt, ist ‚abatzen’.“

 „Und was bedeutet ‚abatzen’?“ Es folgt ein fassungsloser Blick. „Das ist eben das Problem. Ich kann es dir nicht erklären. Man kann diese Wörter ja gar nicht erklären.“

 „Warum nicht? Wenn du ein Wort verwendest, dann musst du wissen, was es bedeutet.“

"Conficker": zweiter Tag danach

Zuerst eine gute Nachricht: Der Name dieses üblen Computerwurms, „Conficker“, von dem man sagte, er würde sich am 1. April weltweit abermillione Computer bemächtigen, könnte aus dem Deutschen oder zumindest dem Germlischen stammen. Noch ist die deutsche Sprache also nicht verloren.

Schon wieder Sex

Warnung: Es folgt eine Sexgeschichte. Falls Sie daran Anstoß nehmen könnten, lesen Sie bitte nicht weiter.

Es geht los: Ein junger Mann, Sohn eines Grammatiklehrers, lernt ein bildhübsches Mädchen kennen und verliebt sich auf der Stelle. Auch seiner Familie soll seine neue Flamme vorgestellt werden.

Endlich kommt der große Abend. Der junge Mann betritt mit seiner Angebeteten das Elternhaus, beide strahlen wie Himmelskörper.

„Das ist also dein neues Mädchen“, sagt der Vater.

„Ja“, antwortet der Sohn. „Und wie heißt es?“

Steinbrücks Schweizer Indianer – das letzte Wort

Vorab die Antwort auf eine Frage, die Sie nicht gestellt haben. Sie lautet „Winston Churchill“.

Nun die Frage: „Von wem stammt das geflügelte Wort: ‚Geschichte wird von den Siegern geschrieben’?“

Mir fällt dieser Spruch ein, weil ich gerade an Indianer denke, genauer gesagt, an die Indianer des Bundesfinanzministers Peer Steinbrück.

"Loyalität" für Kenner

Hand aufs Herz. Halten Sie sich für einen loyalen Menschen?

Selbstverständlich eine Fangfrage. Stellen Sie sich vor. Sie sind Personalchef(in) einer multinationalen Firma und lesen gerade die Bewerbungen der Herren (oder Damen) A und B.

In der Bewerbung von A fallen diverse Zeugnisse ehemaliger Arbeitgeber auf. Inhaltlich sind sie einander sehr ähnlich: „A war stets gutgelaunt, ehrgeizig und verantwortungsvoll. Mit Bedauern haben wir uns von ihm (ihr) getrennt.“

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