Sie befinden sich im kleinen Wortladen des Sprachbloggeurs. Klein aber längst ein Geheimtipp. Man nimmt die Reise in diesen abgelegenen Vorort der Stadt WehWehWeh gerne auf sich. Beim Sprachbloggeur kann man nie wissen, was es zu finden gibt. Denn hier biete ich ein buntes Allerlei. Es hängen zwar noch immer keine Bilder in meinem Laden. Brauche ich sie aber? Vielleicht später mal. Meine Archive aus früherer Zeit habe ich übrigens schon längst "importiert". Nur: Ich weiß nicht, wie ich sie sichtbar mache. HTML spreche ich noch immer viel zu stumperhaft. Vielleicht lerne ich diese Sprache noch. Seien Sie herzlich gegrüßt, lieber Gast: Be it ever so humble, there's no place like home. Ihr Sprachbloggeur, PJ Blumenthal: DEM WORT AUF DER SPUR

Dialog in der Hölle: der Neue

(Ein Raum ohne Fenster. Die Tür ist zu. Tiefe Decke. Dämmerbeleuchtung. Lauter ramponierte Sitzgelegenheiten. Keine Bilder an der Wand. Alle sitzen. Die Tür geht auf dann wieder zu.)

Mao: Na Schau wer da kommt! Der Wowka! Komm, tut nicht so auf Schüchtern, Knabe.! Du bist endlich – wie sagst Du es, Wolfi? – Heim im Reich!

Hitler: So ähnlich, mein lieber. Mit Deinem fremden Akzent klingt es wie „Heim in Leich‘“. (Er schmunzelt). Hand aufs Herz: Ist er a Jud? Zur Hölle mit ihm, wenn er einer ist!

Krieg gegen „Krieg“

Wie heißt es so schön? „Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.“ Das hat 1914 ein US-Senator namens Hiram Johnson gewitzelt. Ob er wirklich der erste war, der diese Sentenz so schön formuliert hat, vermag ich nicht zu sagen. Denn die Praxis ist uralt. Hab ich nicht vor ein paar Wochen über das „falsche-Flagge-Phänomen“ geschrieben? Das geht auf einen ähnlichen Impuls hervor.

„Madman-Theorie“ oder Madman?

Kann man mit einem Fanatiker, bzw., mit einem Geisteskranken diskutieren? Natürlich nicht. Das weiß jeder.

ich kannte mal vor vielen Jahren einen Gleichaltrigen. Er spielte Gitarre, konsumierte diverse Modedrogen, erhoffte sich Intimitäten mit willfährigen Mädchen – wie jedes junges männliches Wesen jener Zeit.

Dann fand er Jesus. Genauer gesagt: Er trat einer Sekte bei. Auf einmal war er in der Lage, die Welt in „gut“ und „böse“ einzuteilen. Klares Weltbild also.

Sprechen Sie Donbass?

Auf einmal war das kleine Zeichen nicht mehr wichtig. Ich meine das Gender-Sternchen. Kaum hat Mister Putin seine Panzer und seine Soldaten – sprich „Friedenstruppen“ – gen Dombass (kurz für „Donetzbecken“ bzw. „donetzki bassejn“) abkommandiert, zerbricht keiner mehr den Kopf wegen Begriffe wie Soldat*Innen und Panzer*Innen. Die Sprache passt sich immer an.

Schwer zu sagen, wohin nun die Reise. Ich hoffe jedenfalls, Sie haben Ihren Sicherheitsgurt angeschnallt. Genügend Pullover? Eine kuschlige Daunenjacke? Denn bald werden wir uns warm anziehen müssen.

Rote Linien und müssen müssen

Fangen wir mit Aktuellem an: Vor ein paar Tagen wurde Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsident wieder bestätigt! Ich gratuliere!

Falls Sie seiner Dankesrede nicht gelauscht haben, möchte ich Ihnen folgenden wichtigen Satz ins Gedächtnis rufen:

„Diese rote Linie müssen wir halten.“

Es folgte Applaus.

Englisch für Streber und StreberInnen (etc.)

Schon lange habe ich meine pädagogische Ader vernachlässigt. Echt schade. Dafür zeige ich Ihnen heute einen Trick, damit Sie besser Englisch reden als die meisten Muttersprachler!

Oh-oh. Nun bin ich gleich ins Fettnäpfchen getreten. Schon wieder hab ich vergessen, dass wir im 21. Jh. leben! Darf man noch immer von Muttersprachlern“ reden? Oder ziemt es sich auch hier lieber „MuttersprachlerInnen“ bzw. „Muttersprachler:innen“ oder so ähnlich zu schreiben?

Mord und Gender

Das Beispiel ist unanständig, aber ich darf es – der Sprache zuliebe – nicht verschweigen. Es geht um die sinnlose Ermordung zweier Polizisten in Kusel, eines 29jährigen Polizisten und seiner 24jährigen Kollegin, die noch auf der Polizei-Hochschule studierte.

Über die Mörder darf man sich grausame Strafen ausdenken. Sie verdienen alle.

Doch zum Sprachlichen. Und abermals möchte ich mich hier entschuldigen. Ich wünschte, ich könnte hierfür ein harmloses Beispiel finden.

Fremdschämen auf Deutsch

Manchmal freut man sich, wenn ein gewisser Kandidat bzw. eine gewisse Kandidatin, den ersten Preis erhält. Man denkt: Ja, er (oder sie) hat Talent und hat die verliehene Auszeichnung verdient.

Das, z.B., ist meine Meinung bzgl. der Wahl des dt. Jugendwortes fürs Jahr 2021: „cringe“. Diese knapp zu sprechende Vokabel wird im Sinne von „peinlich“ benutzt. Ein verdienter Sieg! Hut ab!

„Doxxing“ und Boxing

Sie wären, zum Beispiel, eine Transsexuelle… Stopp! Heißt es die oder der Transsexuelle? Der Duden schreibt „die“ vor und meint damit einen biologischen Mann, der sich zu einer Frau werden lässt. Aber wie ist es mit Frauen, die zu Männern werden? Was bekommen sie für einen Artikel in der dt. Sprache? Eine Frage an Frau Duden…

Doch zurück zum Thema. Sie sind transsexuell und möchten sich an J.K. Rowling rächen. Sie möchten sich rächen, weil sich J.K. Rowling ihrer Meinung nach unflätig über das Phänomen der Transsexualität, geäußert hat.

Die Metawelt rückt an

Können Sie diesen Satz lesen? Dumme Frage. Natürlich können Sie ihn lesen. Sonst wären Sie nicht auf dieser Seite gelandet, wo es weit und breit weder Bilder zu glotzen noch Musik zu lauschen gibt. So eine Seite wird übrigens immer mehr zu einer Seltenheit.

Die gute Nachricht: Sie werden, weil Sie lesen können, weiterhin ein lesender Mensch bleiben. Das Lesen ist wie das Fahrradfahren. Man vergisst es nie – es sei denn Sie sind Chinese. Im Ernst. Wenn ein Chinese über Jahre keine Texte seiner Zeichensprache vor Augen gehabt hat, kann es vorkommen, dass er nicht mehr oder kaum zu lesen vermag.

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