Sie befinden sich im kleinen Wortladen des Sprachbloggeurs. Klein aber längst ein Geheimtipp. Man nimmt die Reise in diesen abgelegenen Vorort der Stadt WehWehWeh gerne auf sich. Beim Sprachbloggeur kann man nie wissen, was es zu finden gibt. Denn hier biete ich ein buntes Allerlei. Es hängen zwar noch immer keine Bilder in meinem Laden. Brauche ich sie aber? Vielleicht später mal. Meine Archive aus früherer Zeit habe ich übrigens schon längst "importiert". Nur: Ich weiß nicht, wie ich sie sichtbar mache. HTML spreche ich noch immer viel zu stumperhaft. Vielleicht lerne ich diese Sprache noch. Seien Sie herzlich gegrüßt, lieber Gast: Be it ever so humble, there's no place like home. Ihr Sprachbloggeur, PJ Blumenthal: DEM WORT AUF DER SPUR

Mord und Gender

Das Beispiel ist unanständig, aber ich darf es – der Sprache zuliebe – nicht verschweigen. Es geht um die sinnlose Ermordung zweier Polizisten in Kusel, eines 29jährigen Polizisten und seiner 24jährigen Kollegin, die noch auf der Polizei-Hochschule studierte.

Über die Mörder darf man sich grausame Strafen ausdenken. Sie verdienen alle.

Doch zum Sprachlichen. Und abermals möchte ich mich hier entschuldigen. Ich wünschte, ich könnte hierfür ein harmloses Beispiel finden.

Fremdschämen auf Deutsch

Manchmal freut man sich, wenn ein gewisser Kandidat bzw. eine gewisse Kandidatin, den ersten Preis erhält. Man denkt: Ja, er (oder sie) hat Talent und hat die verliehene Auszeichnung verdient.

Das, z.B., ist meine Meinung bzgl. der Wahl des dt. Jugendwortes fürs Jahr 2021: „cringe“. Diese knapp zu sprechende Vokabel wird im Sinne von „peinlich“ benutzt. Ein verdienter Sieg! Hut ab!

„Doxxing“ und Boxing

Sie wären, zum Beispiel, eine Transsexuelle… Stopp! Heißt es die oder der Transsexuelle? Der Duden schreibt „die“ vor und meint damit einen biologischen Mann, der sich zu einer Frau werden lässt. Aber wie ist es mit Frauen, die zu Männern werden? Was bekommen sie für einen Artikel in der dt. Sprache? Eine Frage an Frau Duden…

Doch zurück zum Thema. Sie sind transsexuell und möchten sich an J.K. Rowling rächen. Sie möchten sich rächen, weil sich J.K. Rowling ihrer Meinung nach unflätig über das Phänomen der Transsexualität, geäußert hat.

Die Metawelt rückt an

Können Sie diesen Satz lesen? Dumme Frage. Natürlich können Sie ihn lesen. Sonst wären Sie nicht auf dieser Seite gelandet, wo es weit und breit weder Bilder zu glotzen noch Musik zu lauschen gibt. So eine Seite wird übrigens immer mehr zu einer Seltenheit.

Die gute Nachricht: Sie werden, weil Sie lesen können, weiterhin ein lesender Mensch bleiben. Das Lesen ist wie das Fahrradfahren. Man vergisst es nie – es sei denn Sie sind Chinese. Im Ernst. Wenn ein Chinese über Jahre keine Texte seiner Zeichensprache vor Augen gehabt hat, kann es vorkommen, dass er nicht mehr oder kaum zu lesen vermag.

Es war einmal ein schöner Schmetterling

Kennen Sie den Xerces-Bläuling? Ich vermute, liebes lesendes Publikum, aber nicht aus einer Überheblichkeit meinerseits, dass Sie diese Frage verneinen werden. Denn Fakt ist: Kaum jemand mehr kennt diese Schmetterlinggattung.

Der Xerces-Bläuling war nämlich einst in der Stadt San Francisco, Kalifornien zuhause, und nur dort. Noch dazu war er ausschließlich in den Sanddünen des heutigen Sunset-Distrikts zu finden. Die Ansiedlung dieser Gegend bedeutete für ihn den Garaus. Die allerletzte Sichtung wird für 1943 belegt. Wie der Name sagt, waren diese Falter bläulich – wie alle Bläulinge. Man/frau/diverse findet Exemplare heute nur noch in Schmetterling/Falter-Sammlungen und mit einer Stecknadel mittig durchbohrt.

Wofür ich dankbar bin…und Sie?

Das neue Jahr steht uns bevor, liebe Lesende, liebe Leser. Zeit zum Nachdenken, was uns verbindet. Ja richtig. Oft denkt man, dass alle Menschen unterschiedlich sind. Stimmt aber nicht.

Als Student hatte ich einen Professor – er hieß Margolis, den Vornamen habe ich vergessen. Wir sagten einfach Professor oder „Doktor“ Margolis. Er sagte gern: „Ihr sollt wissen, dass wir Menschen mehr ähnlich sind als unterschiedlich. Nur deshalb haben wir das Bedürfnis, unsere Unterschiede zu betonen.“

Angst vor Omikron?

Verunsichert wegen der neuen OMIKRON-Variante? Dann sind Sie beim Sprachbloggeur richtig. Hier erfahren Sie Beruhigendes.

Vorab aber Folgendes: ich bin weder Impfgegner noch ein Bolsanaro, lediglich Sprachennarr. Beim Sprachbloggeur geht es immer um die Sprache und auch die Metasprache. Achtung: „Metasprache“ hat mit „Metaversum“ nix zu tun.

Ist Liebe proaktiv?

Erinnern Sie sich, als Sie das erste Mal jemandem, den Sie besonders gerne hatte, “Ich liebe dich“ deklarierten? Ich schon. Es war auch das letzte Mal.

Meine Erfahrung mit der Floskel „ich liebe dich“ war im Grunde eine Ausgeburt eines verflossenen Zeitgeists. Will sagen: Es gehörte damals in den USA zum guten Ton dem Schatz – Neudeutsch „der Schatzin“ – „ich liebe dich“ zu sagen.

Im Lande der Xenobots

Nur eine Frage der Zeit, liebe Lesende, bis auch Sie ihr Chip-Implantat bekommen. Manche vermuten, dass es mit dem mRNA-Impfstoff bereits geschehen ist. Gegner und Fürwörter schlagen sich gegenseitig den Kopf ein oder schwadronieren (Stichwort „Shitstorm“) in den Sozialen Medien über dieses Thema. Freilich alles – noch – Fantasie.

Auch Elon Musk hat sich schon ob des Chip-Implantats zu Wort gemeldet. Er möchte bereits nächstes Jahr mit solchen Implantaten ans Werk gehen. Nein, er will Sie nicht in einen Roboter umwandeln. Zumindest behauptet er dies. Es handelt vom „Neuralink Chip“, der in der Lage sei, das Menschenhirn mit einem Computer zu verlinken. Das Verfahren heißt „Brain-Computer-Interface“ (BCI).

Reif fürs Metaversum?

Wissen Sie warum, „Metaphysik“ so heißt? „Meta“ auf Altgriechisch bedeutet „neben“. Der Erfinder dieses Wortes „Metaphysik“, ein gewisser Aristoteles – vielleicht kennen Sie den Namen – hatte mal ein Buch mit dem Titel „Physik“ geschrieben, zu Deutsch „die Natur“.

Und dann hatte er wieder ein Buch verfasst. Diese nannte er „ta meta ta physika“, wörtlich: „dasjenige neben (oder nach) der Physik“. Eigentlich schön logisch vom Autor, der auch über die Logik geschrieben hatte. Damals gab es noch keine Verlage, die mit reißerischen Titeln das Publikum zu packen gedachten.

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