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Jugendwort 2020? Können Sie vergessen! Hier geht’s ums Jugendwort 2021

Wie jeder halbwegs vernünftiger Mensch bin auch ich letzte Woche zufällig auf den Sieger gestoßen. Notabene: Hier wäre „SiegerIn“ unkorrekt. Denn in diesem Fall ist der Sieger ein Wort, ein das also – Neudeutsch gesprochen: „divers“.

Genauer gesagt, ist hier die Rede vom siegenden Jugendwort fürs Jahr 2020.

Falls Sie die spannende Nachricht verpasst haben, heißt das 2020 siegende Wort „lost“. Wie so oft stammt auch dieses Jahr das Wort aus dem Englischen. Klar. Für 14-16-Jährige klingen manche englische Wörter einfach exotisch bzw. „bad“ (=„herrlich“). „Hey Mann, du bist sooo lost.“

Ein Mensch, der „lost“ ist, versteht Bahnhof, ist nicht auf dem Laufenden, ist von gestern, ist einfach nicht mehr zu helfen.

Nun wissen Sie alles, was man über das Jugendwortsieger 2020 zu wissen braucht. Ach! Das Wichtigste habe ich vergessen! Das Jugendwort des Jahres entspringt einem gesponsorten Wettbewerb – und zwar der Lexikon-Firma Pons, die jährlich auch ein Wörterbuch der Jugendsprache herausbringt. Nein, hier keine Schleichwerbung (obwohl die Firma sicherlich das Kleingeld gut gebrauchen könnte). Aber warten Sie…kann es sein, dass auch Langenscheidt so ein Wörterbuch produziert bzw. produzierte? Bin überfragt.

Man kann jedenfalls davon ausgehen, dass das Wörterbuch der Jugendsprache 2020 bald erscheinen wird (oder bereits erschienen ist). Leider aber werden solche Bändchen schon nach nur kurzer Zeit zu Ladenhütern. Manchmal stoße ich auf frühere Jahrgänge dieser Reihe bei Oxfam.

All dies nur als Hintergrund. Denn das heutige Thema beim Sprachbloggeur hat nix mit dem Jugendwort des Jahres 2020 zu tun.

Wir schauen lieber in die Zukunft. Wir möchten als Erste Ihnen heute das Jugendwort des Jahres für 2021 (oder vielleicht 2022) verraten! Mal sehen, wie schnell die Lexikologen bei Pons, Langenscheidt etc. brauchen, bis sie auf das Wort stoßen, das ich Ihnen hier vorstelle.

Und jetzt zum Wort…zum Preisträger eines künftigen Wettbewerbs um das „Jugendwort des Jahres. Hoffentlich sitzen Sie, ladies and gentlemen und Diverse. So viel Spannung hält keiner aus, wenn er/sie/sej steht. Das Wort lautet…taramtaram…“woke“.

Noch nie davon gehört oder doch? Klar, dass auch diese Vokabel aus dem Englischen stammt. So sind halt die Zeiten. Später mal vielleicht aus dem Chinesischen! „Woke“ zählt momentan zu den wichtigsten philosophischen Konzepten des Neuenglischen.

Nebenbei: Bereits 2017 hat der Spiegel über „woke“ berichtet. Tüchtig. Diese Vokabel stammt übrigens aus dem afroamerikanischen Slang der USA und erreichte ca. 2015 ein gewisses Renommee im Aufbau der Black-Lives-Matter-Bewegung. In den USA unterscheidet man/frau/sej mittlerweile zwischen „woke people“, also Leute, die auf dem Laufenden sind, und „slept people“, die irgendwie große CO2-Fußstapfen hinterlassen, ,“lost“ also.

Der Vollständigkeit halber sollte ich darauf hinweisen, dass sowohl „woke“ wie auch „slept“ letztendlich schlechtes, d.h., ungrammatikalisches Englisch sind. Denn weder das eine noch das andere dürfen – zumindest in der Standardsprache – als Adjektiven benutzt werden. Das aber nur nebenbei.

Fest steht nur: Seien Sie darauf vorbereitet, dass das Jugendwort für 2021 (notfalls 2022) „woke“ heißen wird. Und wenn es soweit ist, denken Sie daran: Sie haben es zum ersten Mal beim Sprachbloggeur erfahren. Er ist halt „woke“.

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