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Ist das Internet im Jenseits? Bin ich also ein Gespenst?

Glauben Sie an Gespenster? Wenn Sie ja sagen, dann sind Sie bei mir richtig. Denn irgendwie ist der Sprachbloggeur – zumindest seit ein paar Monaten – selbst zum Gespenst geworden.

Will heißen: Für diejenigen, die an ihn (d.h. den Sprachbloggeur) glauben, existiert er und vermag sein Dasein – wie soll man es sagen? – kenntlich zu machen.

Wenn ich das mit den Gespenstern richtig verstehe, treten diese Geschöpfe nur teilweise in Erscheinung. Beispiel: Sie lesen diesen Text und stellen deshalb fest, dass es mich gibt. Möchten Sie jedoch durch einen Kommentar auf das reagieren, was ich schreibe, bin ich als Gespenst nicht in der Lage, auf diesen Kommentar zu antworten.

Leser, die in der letzten zwei oder drei Monate versucht haben, mich über die sog. „Kommentarfunktion“ dieser Seite zu erreichen, wissen, wovon ich rede.
Sie schreiben also Ihren „Kommentar“ und erwarten vielleicht eine Reaktion. Fehlanzeige. Auch wenn ich Ihnen eine Antwort schreibe, was ich normalerweise tue, zack! Die Kommentarfunktion streikt! Als wäre das, was ich in Worten gefasst habe, nie da gewesen.

Beispiel: Vor ein paar Wochen habe ich über „Hallowe’en“ geschrieben. Leser „Rossology“ – so nennt er sich; ich vermute, dass das nicht sein echter Name ist – fragte in einem Kommentar, wie das Wort „Flöte“ wie in „flötengehen“ von einem jiddischen Wort „pleite“ wie in „pleite machen“ herstammen könnte.

Da ich Fragen ernst nehme, habe ich versucht, auf seine Frage eine Antwort zu geben. Und zwar Folgendes: Dass das jiddische Wort als „pläjte“ ausgesprochen wird. Von „pläjte“ zu „flöte“ ist ja nur ein sprachlicher Katzensprung, zumal in manchen dt. Dialekten, man „Fläjte“ für „Flöte“ sagt.

Mein Versuch, dies „Rossology“ durch die Kommentarfunktion mitzuteilen ist allerdings fehlgeschlagen. Wieso? Weil seit Monaten die Antwortfunktion dieser, wie man sagt: „Software“ streikt mit der Folge, dass „Rossology“ meine Erklärung nie erhalten hat.

Zum Glück ist Leser „rappelkopf2“ hier in die Bresche gesprungen und hat versucht, auf die Frage „Rossology“s eine Antwort zu geben. Nebenbei: Ich kann mir ebenso wenig glauben, dass „rappelkopf2“ in Wirklichkeit so heißt, wie er da angibt.

Darüber hinaus hat „rappelkopf2“ in einem anderen Kommentar eine Erklärung abgegeben, um die Frage zu beantworten, wieso man auf Deutsch der Hype sagt, obwohl man hier mit einem die wie in die „Hyperbel“ rechnen müsste. Da wollte ich mich bei ihm für seine Bemühungen danken. Leider hat’s nicht geklappt.

Ebenso wollte ich „Stephan“ – so nennt er sich, und der Name klingt ja in diesem Fall plausibel – danken, dass er Ausführliches über den Verzehr (igittigitt) von Hunden (!) in München (!!) bis 1985(!!!) und in Belgien, in der Schweiz und in Österreich immer noch (!!!!) berichtet hat. Alles neu für mich und sehr unappetitlich. Aber so ist es. Das Wissen schmeckt nicht jedem.

Ich möchte auch TomCruise – ich vermute, dass es sich nicht um einen gewissen Tom Cruise aus den USA handelt – danken, der eine Bemerkung über den „Klötenschlonz“ geschrieben hatte. Das hat mich sehr gefreut – wie auch der Kommentar von Gorg (ja, so heißt er und hat einen eigenen schönen Blog „Lustwort“) über meinen Begriff „Personenschutzmechanismus“. Wenn LUSTWORT Lust auf so ein Wort findet, da bin ich immer dankbar.

Bloß: Ich bin, wie oben gesagt, wegen einer Malfunktion der Kommentarfunktion dieser „Software“ irgendwie zu einer Art Gespenst geworden. Das heißt: Gewisse Spuren kann ich hinterlassen, wenn einer an Gespenster glaubt. Doch meine Möglichkeiten ausführlich mit anderen zu kommunizieren, bleiben letztendlich äußerst bescheiden.

So ist es, wenn die „Software“ nicht in Ordnung ist. Ich habe meinen Netzmeister mehrmals darauf hingewiesen. Von ihm bekomme ich momentan nur selten eine Antwort.

Vielleicht ist auch er zum Gespenst geworden.

Dennoch staune ich, dass es das Internet gibt. Wenn es aber nicht richtig funktioniert, versteht man umso mehr, wieso das Leben so geheimnisvoll ist…

Comments

Liebes Internet-Gespenst! Die Computer haben eben so ihre Tücken. Da ist mir kürzlich auch etwas Seltsames passiert. Für unseren kleinen Theaterverein mache ich die Internetseite. Eine Kollegin schickt mir dafür Fotos, die meist Breitformat, manchmal aber auch hochformatig sind. Die Fotos werden mir aber alle gleich geschickt, die hochformatigen also "liegend". Ich bearbeite die dann alle (Größe einstellen, Farbe verbessern usw. und natürlich auch bei Bedarf um 90 Grad drehen) und stelle sie auf die Webseite. In meinem uralten Firefox-Browser sieht dann alles bestens aus. Dann kurz mal mit dem viel neueren Klapprechner des Theatervereines hineingeschaut und siehe da: Die gedrehten Fotos sind da nicht gedreht, sondern liegen auf der Seite. Und erst mit ein paar faulen Tricks gelingt es mir, das richtig zu stellen.

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