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Experten sagen: Sprache fordert Covid-19

Endlich Klarheit! Erst gestern hab ich in der Münchener Abendzeitung erfahren, wie gefährlich Sprache sein kann – besonders in anno Coronae I, also im ersten Jahr unseres neuen Zeitalters.

Es sind, so hieß es, vor allem die Zisch- und die Reibelaute (z.B.: sss, sch, fff, wwww usw.), die zu einem Schicksal bis zum Intubieren und zum noch Ärgeren führen könne.

Nur als Beispiel: Sprechen Sie den folgenden Satz langsam und deutlich vor einem trockenen Spiegel aus. Sie werden die heimtückische Wirkung Ihres verbalen Kommunikationsorgans auf frischer Tat ertappen: „Ach du freches Scheusal!“

Zwei Phänomena werden beim Gutachten des Spiegels auffallen: 1.) Besagter Spiegel wird wegen des Sprechakts anlaufen, was zweifelsfrei beweist, dass, gesetzt den Fall, Sie wären mit dem Coronavirus infiziert (Gott behüte!), so würden sie Schicksalskameradinnen schnell gewinnen und 2.) Auf der Spiegeloberfläche werden Sie Spuckspuren feststellen.

Kein Witz! Seit mehreren Wochen gibt mein Flötenlehrer – notgedrungen – Musikunterricht via Skype (hier übrigens keine Software-Schleichwerbung). Manchmal sitzt mein Lehrer mehrere Stunden vorm Bildschirm seines Laptops. Am Ende des Tages – so hat er es mir geschildert – muss er eine Schicht Spuckreste vom Display wischen wie Mücken von der Windschutzscheibe.

Nun, stellen Sie sich vor, wie es wohl sein muss, wenn man mit anderen im Gespräch ist – auch beim passenden Abstand. Logisch! Man wird vom Gegenüber ständig angehaucht bzw. angespuckt! So intim sind die zwischenmenschlichen Beziehungen, liebe Mitexistierende.

Hat der (oder die) andere jene verruchten Viren in petto, dann gute Nacht. Denn prompt entsteht die Möglichkeit einer Infektion!

Noch schlimmer ist laut der Abendzeitung das Lachen! Auf die Wirkung des Singens brauche ich gar nicht einzugehen.

Fest steht: Der Mund war schon immer die Erzschleuder der Menschengeschichte – für Gut und für Übel. Alles, was einem Mund entflieht, wird einen weiten Weg zurücklegen – egal, ob Lob oder üble Nachrede…oder Mikroben!

Hier ein Beispiel aus Amerika: Ein Freund wartete in seinem Wagen an der Ampel. Im Wagen vor ihm rauchte einer. Passiert oft. Ist eigentlich normal. Doch kaum erreichte der Zigarettenrauch Nase und Mund meines Freunds, erwägte er: Was ist, wenn der Raucher Corona-positiv ist? Oder noch schlimmer, eine jener Superschleuder? Zwar befand er sich vielleicht sieben oder acht Meter von besagtem Raucher entfernt, man kann es aber nie wissen.
Am übernächsten Tag ging es meinem Freund plötzlich schlecht und am Tag danach noch elender…so verliefen die nächsten drei oder vier Tage. Beinahe wollte er sein Testament schreiben. Allerdings: Er hatte weder Fieber noch Halsweh. Am fünften Tag war aber alles wieder gut. Man weiß es nie. Und in den USA kann das Testen ein teurer Spaß sein.

Oder noch ein Beispiel: Die Studenten in der Wohnung quergegenüber von mir verbringen viel Zeit auf dem Balkon. Manchmal sitze auch ich auf dem Balkon, Es liegen etwa zwölf Meter zwischen uns. An manchen Tagen schwebt der Marihuana-Rauch dennoch rüber zu mir. Ganz ehrlich: Mag ich den Geruch nicht. Es erinnert mich zu sehr an Stinktier, aber live and let live, gell?. Soll ich durch den Hof schreien: He! Bitte raucht eure Joints drinnen? Aber was wäre, wenn diese netten Kiffer virenpositiv wären? Was denn? Schließlich vermag ich den Rauch nur deshalb zu riechen, weil eine kräftige Lunge ihn in meine Richtung hingepustet hat!

Sprache hingegen riecht man nicht, aber sprechen tun fast alle – auch meine kiffenden Nachbarn – und gewiss mit vielen Zisch- und Reibelauten, wie es halt ist, wenn man sich in einer Sprache wie Deutsch unterhält. Bekomme auch ich vielleicht von ihrem Gespräch etwas ab (nicht mit!)? Ohne es zu riechen?

Die Sache ist äußerst heikel!

Meine Überlegung: Gibt es vielleicht eine sichere Sprache? D.h.: eine, die nicht so leicht infiziert wie etwa das Deutsch?

Natürlich denke ich spontan an meine englische Muttersprache. Doch – laut einem Experten (in der AZ zitiert) – ist das Englische eine besonders ansteckende Sprache. Das Wort „thunderstorm“ , z.B., könne ganze Legionen flachlegen.

Mit den slavischen Sprachen ginge es auch nicht. Denn da wird heftig gezischt. Auch Ungarisch geht auch nicht. Schade Und erst recht kein Französisch (Beispiel „Tour Eiffel“) oder Italienisch („paparazzi“).

Doch dann ist mir das Hawaiianisch eingefallen! Immerhin: Diese polynesische Sprache verfügt über sehr wenige Konsonanten und sehr viele Vokalen. Denken Sie an „aloha“ oder „Honolulu“ oder „kela a me keia“ (=“jeder“). Diese Hawaiianer hatten sogar mal eine Königin namens Liliuokalani!

Um die Welt so weit wie möglich coronafrei zu halten, würde es sich vielleicht lohnen, wenn wir alle Hawaiianisch redeten. Das wäre mein Vorschlag.

Ich hoffe, dass ich Sie mit diesem Text ein bisschen aufgeklärt habe. Wie jeder (kela a me keia) weiß (oder wissen soll): Das Reden war schon immer gefährlich aber das Schweigen noch gefährlicher!

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