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Lagerkoller ade! Heute Englischunterricht bei Ihnen zuhause!

Na, liebe wegen der Covid-19-Seuche Eingesperrte, hat Sie schon der Lagerkoller gepackt? Wenn ja (auch wenn nein), sind Sie hier richtig.

Ein wenig Ablenkung ist zu jeder Zeit von Nutzen, umso mehr, wenn der Alltag – aus Gründen, die man nicht verändern kann – eintönig wird und man das Gefühl hat, die Decke fällt einem bald auf dem Kopf.

Aber bitte. So schlimm ist es zum Glück nicht. Sie dürfen weiterhin einkaufen gehen, eine Runde drehen, sogar mit dem Radl die Gegend erkunden.

Falls Sie nur per Zufall auf diese Seite gestoßen sind, Willkommen beim Sprachbloggeur, at your service für alles rundum die Sprache! Heute möchte ich ein bisschen Englischunterricht erteilen. Genauer gesagt, Ihnen ein paar Kniffligkeiten der englischen – genauer gesagt der amerikanischen – Aussprache erläutern, um Ihnen zu einer besseren Aussprache meiner Muttersprache zu verhelfen.

Doch zuerst etwas anders: Wissen Sie, warum der Koller Koller heißt? Wie es der Zufall will, ist diese Vokabel mit der „Cholera“ verwandt. Irgendwie passend.

Eigentlich bedeutet das Wort auf Griechisch „Galle“. Früher hat man geglaubt, dass der Körper verschiedene Säfte produzierte. Einer davon war der Gallensaft, und man glaubte, dass er in Überfluss, zornig, also „cholerisch“ machte.

Nebenbei: Die englische Sprache bevorzugt ein ganz anderes Wort für den Lagerkoller: „cabin fever“, wörtlich: „Hüttenfieber“. Denn im Winter kam man früher – vor allem auf dem Land – kaum vor die eigene Haustür. Dieses Eingesperrtsein empfand man als eine Art „Fieber“.

Doch jetzt, wie angekündigt, zurück zu den Kniffligkeiten der amerikanischen Aussprache. Allerdings: Die Ursache für die folgenden Aussprachefehler liegt eindeutig in einem Widerspruch zw. Aussprache und Schreibweise.

(Dieses Problem erleben auch Deutschlernende. Bis heute verstehe ich nicht, wieso man „gucken“ schreibt aber „kucken“ sagt. Dito „Libyen“ vs. „Lübien“).

Aber jetzt zum Englischen.

Erstes Wort: „bomb“. Jeder weiß, dass „bomb“ „Bombe“ bedeutet. Aber Vorsicht: Der Deutsche spricht die engl. Vokabel gern als „bomm-b“ aus, will sagen, mit einem hörbaren „b“ am Schluss. Wir sagen jedoch „bahmm“. Fertig. Achtung: Im Deutschen ist ein „Bombenerfolg“ etwas Positives. Fragen sie einen native speaker, wie die Party war, könnte er (oder sie) antworten: „It was a bomb“. Damit meint er (or sie) ein Reinfall. Die Bombe ist sozusagen eingeschlagen.

Zweites Wort: „iron“. Viele Deutsche sagen ohne zu denken „ei-ronn“ (manchmal sogar mit einem echten „Kaugummi-„r“). Dies ist falsch. Das Wort heißt „“ei-ern“ (mit Kaugummi-„r“). By the way: Dieser Wechsel zwischen „r“ und „s“ (wie bei „Eisen“ und „iron“) nennen die Sprachforscher „Rhotazismus“. Was in der einen Sprache ein „s“ ist, wird in der andren zu einem „r“. Andere Beispiele: englisch „was“, deutsch „war“; „deutsch verlieren“, englisch „lose“. Keine Ahnung, wieso es so ist.

Drittes Wort: „almond“, zu Deutsch „Mandel“. Beide Wörter werden vom lateinischen „amandula“ abgeleitet, was auf ein Griechisches „amagdyle“ zurückgeht und „Mandel“ bedeutet. Die Französischen und Spanier schreiben dieses Wort mit einem „l“. Warum, weiß ich nicht. Auf Englisch sagt man aber „a-munnd“ (kurzes „a“). Doch nun eine Komplikation: In den letzten Jahren fangen auch Amis und Brits, „al-munnd“ zu sagen – wie die Deutschen. Vielleicht um die Schreibart mit „l“ zu rechtfertigen. Gleiches ist nämlich mit „often“ passiert. Richtig wäre „off’n“, aber in den letzten Jahren betonen die Muttersprachler gern das „t“. Inzwischen meinen manche, dies klinge vornehmer.

Viertes Wort: „bugs“, Mehrzahl für „Insekten“. Deutsche sagen fast immer „bucks“, d.h., mit einem kurzen „u“ und einem stimmlosen „ks“. Nur: für den native speaker klingt das wie das engl. Wort für „Hirsch“ in der Mehrzahl (oder für „Dollars“ wie in „a thousand bucks“). Richtig (und schöner) wäre ein langes „u“ (klingt in etwa wie dt. „a“), gefolgt von einem stimmhaften „gs“.

Ende des Unterrichts.

Bleiben Sie aufmerksam und neugierig. Viren verschwinden, die Sprache bleibt bestehen.

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