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Soll ich in die Politik?

Schon wieder liebäugele ich mit dem Gedanken, mich für ein politisches Amt zu bewerben.

Das letzte Mal liegt schon einige Jahre zurück. Damals überlegte ich, ob ich nicht vielleicht Kandidieren sollte fürs Amt des Bundespräsidenten.

Genau genommen, war meine damalige Motivation egoistisch. Aber so sind die Politiker nun mal…oder?

Bei mir ging es aber nicht um die Macht. Bekomme ich zu viel Macht, werde ich ohnehin leicht nervös. Bin halt ein leicht zu verunsichernder Mensch. War schon immer so. Mein Interesse damals am präsidialen Amt hatte rein finanzielle Beweggründe: Ich wollte nämlich meine bescheidene Rente aufstocken.

Eigentlich ein sehr praktischer Beweggrund, der auch niemandem schadet – nicht einmal den Steuerzahlenden, denn schließlich bezahlt man so oder so die Kosten und Unkosten eines Bundespräsidenten.

Es gab allerdings einen großen Haken, was meine Bestrebung Bundespräsidenten zu werden, betraf, und er war leider nicht auf der Schnelle zu beheben: Um Bundespräsidenten zu werden, muss man selbstverständlich deutscher Staatsbürger sein. Das war ich aber nicht, und ich kann mir vorstellen, dass manche mir diese Tatsache hätten übelnehmen können, falls ich mein Vorhaben ernsthaft betrieben hätte.

Ich bin sogar noch immer kein dt. Staatsbürger. Fürs Amt, das mir momentan vorschwebt, ist dies vielleicht nicht einmal Pflicht. Oder vielleicht doch. Aber jetzt lege ich meine Karten auf den Tisch: Ich erwäge nämlich bald, meine Kandidatur für den Vorsitz der SPD zu verkünden.

Warum nicht? Der Böhmermann hat es neulich probiert. Ich glaube, er war nicht einmal Mitglied der Partei. Ich übrigens auch nicht, und zwar deshalb, weil ich die dt. Staatsbürgerschaft nicht besitze!

Aber warum soll ich nicht Vorsitz der SPD werden? Die SPD gilt heutzutage als besonders weltoffene Partei. Ja, alle Parteien scheinen momentan weltoffen, d.h. inklusiv, zu sein…mit Ausnahme vielleicht der AfD, was in Ordnung ist. Mindestens eine Partei muss die Rolle des „Heavy“ spielen. Notabene: „Heavy“, wörtlich „schwer“ bedeutet im Hollywood-Gebrauch „Bösewicht“. Kein Kino ohne Bösewicht. Das weiß jeder.

Sonst sind die Parteien irgendwie alle weltoffen, ökologisch, ausländerfreundlich – upps, ich meine „migrantenfreundlich“ bzw. „zuwandererfreundlich“. Ja, alle miteinander, ob SPD, Grünen, Linke, CDU, CSU. Manchmal vielleicht spielt die FDP – ein bisschen – die Rolle des „Heavy“ aber nur manchmal.

Deshalb habe ich jedenfalls gedacht: Wenn ich für den Vorsitz der SPD kandidiere, was bestimmt heutzutage auch als Nichtdeutscher möglich wäre, hätte auch ich etwas davon…

Und jetzt kehre ich zum Egoismus zurück…

Diesmal ist mir die Aufstockung meiner Rente nicht mehr so wichtig (aber falls ich mehr Geld bekäme, warum nicht?). Was mir momentan fehlt, ist eine öffentliche Identität. Genauer gesagt: Wäre mein Name bekannter, würden die verschiedenen Verlage, die meine Bücher nur deshalb ablehnen, weil ich sozusagen ein „no name“ bin, eher geneigt, besagte Bücher zu veröffentlichen. So einfach ist es.

Nur: Meine Bücher sind genauso unangepasst wie diese digitale Glosse, die ich „Sprachbloggeur“ nenne. Hab ich „Glosse“ gesagt? Das war gestern. Heute heißt es „Blog“.

Der Wiedererkennungsfaktor würde mir jedenfalls in meiner Suche nach einem Verleger erheblich helfen. Und da ich weder Twitterer, Facebookianer, Instagramist oder sonst so ein Sozialmedienjunkie bin, hülfe mir eine Karriere in der Politik bestimmt sehr. Meine Visage bekäme im Nu in den Medien einen neu errechneten Verkaufswert!

Seid ihr da, liebe Genossen*Innen der SPD?

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