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Wird ein Walfisch eines Tages an Ihrem Handy den Magen verderben?

Charlie verdient 4000 pro Woche und fragt: „Und du?“ Alisa behauptet Gleiches. Auch sie fragt: „Und du?“ Welch Zufall! Joanna will wissen: „Was machen mir?“ und Antja hat „Hunger nach Mann“ (Nebenbei: Warum hat kein „Steve“ im Namen der Gleichberechtigung „Hunger nach Frau“ – oder gar „nach Mann? Und warum hat Antja keinen „Hunger nach Frau“? Wie gesagt: nur nebenbei).

Luise Schuster bietet mir Kredit bis 100.000 Euro „trotz Schufa“. Auch Jeremy Keller will mir „trotz Schufa“ ebenso viel borgen. Falls Interesse besteht: Hier Jeremys Emailadresse: svxbptw at yahoo.com, und hier nun Luises: dwynb at outlook.com. Vertrauenswürdig, gell?

Et cetera.

Aber zurück auf die Erde: Gibt es wirklich Leute, die sich auf diese seichte, leicht durchschaubare Spammails noch einlassen?

„Aber selbstverständig“, sagt mir E. Er ist Informatiker und soll das wissen.

Ich glaub es trotzdem nicht. Ich glaube, die Botschaft hat sich längst rumgesprochen und dass diese Masche bald verschwinden wird, so wirkungslos wie die Überzeugung: Bald wird man Dinosaurier klonen können. Der nötige Aufwand, diesen Dreck global zu schleudern, lohnt sich einfach nicht mehr, wenn sich nur noch zwei, drei Deppen auf dem ganzen Planeten finden lassen, die bereit sind, sich auf peinlich plumpe Angebote einzulassen. Okay: Vielleicht sind es zehn, die an Joanna und Antja (und Steve?) zurückschreiben. Doch auch diese Naivlinge wissen, dass es keine Joanna oder Antja (oder Steve) in Wirklichkeit gibt. Sie erhoffen sich lediglich ein bisschen Hilfe aus der Einsamkeit, wenn es vielleicht nix kostet.

Hallo, liebe Lesende. Hier spricht der Sprachbloggeur. Schon wieder ärgert er sich, dass er Unmengen von toten Fliegen vor seinem Wortladen täglich wegfegen muss. Umweltverschmutzung!

Ja, Umweltverschmutzung. Stellen Sie sich vor: Sie arbeiten für eine Spamfirma. Täglich schleudern Sie Millionen Spammails durch die Weltgeschichte. Damit produzieren Sie mehr CO2 als Lufthansa und der Bundestag zusammen. Walfische, Skorpionen, Teddybären und Würgeschlangen würden an der Hälfte dieser Menge CO2 ersticken.

He Greta! He Kids! Warum kein Schulstreik gegen Spammer? Ahnt ihr nicht die Zusammenhänge? D.h., wie viel Strom (sprich CO2 Bomben) verbraucht wird, um Spam herzustellen?

Im Ernst, liebe Lesende. Information (ob sinnvoll oder sinnlos) muss über Leitungen geschickt werden. Hab ich nicht irgendwo mal gelesen, dass die Menge an Emails, die jeden Tag gesendet wird, beinahe zu 90% einen spämigen Inhalt hat? Irgendwie glaub ich, dass diese Zahl stimmt.

Komischerweise fällt dieses Phänomen gar nicht auf, wenn über C02 die Rede ist. Noch komischer: Nix liest man im Grünen oder im sonstigen Programm darüber.

Deshalb halte ich es für meine bürgerliche Pflicht, Sie mit den grausamen Fakten bekannt zu machen.

Nicht einmal Rezo sprach dieses Thema in seiner „Zerstörung“ an! Alle reden davon, dass die Walfische nicht an Plastik aus dem Supermarkt ersticken dürfen. Aber ebenso heißt es: Finger weg von meinem Handy, meinem Spotify, Twitter, Instagram und Facebook!

Hat Greta ein Handy? Hat Rezo ein Handy? Vielleicht ein iPhone? Hab ich nicht mal gelesen, dass die Arbeitsbedingungen für die Herstellung von Phones (weiß nicht mehr, ob es nur Apple betrifft) erbärmlich ist? Und was ist mit den „seltenen Erden“, die erforderlich für die Manufaktur von Handys sind und deren Gewinnung mit schrecklichen Umweltschäden verbunden sind?

He Kids! Wie wäre es mit einem Handystreik am nächsten Freitag. Oder muss ich es selbst machen als einsame Figur auf dem Marienplatz in München, ein handgemaltes Transparent in den Händen, worauf steht: „Handys verpesten die Umwelt“.

Ach, ich fürchte, ich werde kein Publikum finden, das ich mit dieser Causa – mit dieser „lost cause“ – beflügeln könnte. Dennoch zählt diese Idee zu den subversivsten auf der ganzen Welt. Im Ernst.

Was machen wir jetzt, Gretchen?

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