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„Flüchtlinge“, „Migranten“ und wie sie alle heißen

Die liebe Alina (Gott hab sie selig) hat mir mal den Unterschied zwischen „fliehen“ und „flüchten“ erklärt, weil ich diese Begriffe ständig durcheinanderbrachte. Wenn ich „fliehen“ meinte, habe ich stets „flüchten“ geschrieben.

Alina kannte den Unterschied sehr wohl. Sie war nämlich selbst mal Flüchtling gewesen. Komisch, auf Deutsch kann man „Flüchtlingin“ nicht sagen (auch nicht „Gästin“). Erst recht gibt es keine „FlüchtlingInnen“.

Geradezu passend, wenn man bedenkt, dass die meisten Flüchtlinge, die ab ca. 2014 in Richtung Europa zogen – dank der emsigen kriminellen Energie der Familie Assad in Syrien – weitgehend männlich waren.

Alina und ihre Mutter waren jedenfalls waschechte weibliche Flüchtlinge.

Wir schreiben das Jahr 1945, das heißt, gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, eines Ereignisses, das ebenfalls von der emsigen kriminellen Energie – in diesem Fall eines Menschen mit Schnauze und seiner Anhänger – ausgelöst wurde.

Alina stammte aus Thorn, damals eine deutsche Stadt (Heimat des Kopernikus) in Ostpreußen. Heute ist Thorn polnisch. Deutsche und Polen liegen noch immer im Clinch, ob Kopernikus Deutsche oder Pole war. Als die Russen Thorn annäherten, flüchteten die Deutschen. Die Männer hatten Angst erschossen, die Frauen vergewaltigt zu werden.

Notabene: Im obigen Satz passt „flüchten“ gut. Mein persönliches Problem mit „flüchten“ und „fliehen“ lag wahrscheinlich daran, dass in meiner amerikanischen Muttersprache wir lediglich einen Begriff für beide Zustände kennen: „flee“.

Der „Flüchtling“ selbst heißt auf Englisch „refugee“, vom Lateinischen „refugare“. „Fugare bedeutet „vertreiben“, „in die Flucht schlagen“.

Neben „refugee“ kennt das Englisch auch „fugitive“. Letzeres hat allerdings einen anderen Sinn. Der „fugitive“ (meistens handelt es sich um Männer) beschreibt einen, der auf der Flucht vor dem Gesetz ist: weil er Verbrecher oder das Gesetz verbrecherisch ist. Z.B. Jean Valjean im Roman „Les Miserables“ von Victor Hugo.

Ganz nebenbei: Auch ich bin das Nachkommen von Flüchtlingen, womit ich „refugees“ und nicht „fugitives“ meine. Denn meine Familie wurde in der alten Heimat (d.h., im zaristischen Russland) verfolgt.

„Fliehen“ und „flüchten“ sind natürlich etymologisch mit „fliegen“ verwandt. Fliegen kann man, wie jeder weiß, auch ohne Flügeln. Das passiert, z.B., wenn einer in einer Kneipe randaliert und raus „fliegt“.

„Fugare“ – Stammvater des „refugee“, „fugitive” usw. – ist auch mit “Fuge” verwandt. J.S. Bach hat sehr viele Fugen geschrieben. Die eine Melodie ist auf der Flucht vor der anderen.

Und jetzt kommen wir zum „Migrant“(en). Dieses Wort kann man genau nach Geschlecht einteilen: Es gibt den „Migranten“ und die „Migrantin“. Alina und ihre Mutter waren aber keine Migranten, sondern waschechte Flüchtlinge.

Momentan, stell ich aber fest, dass die Medien diese zwei Begriffe ziemlich regelmäßig durcheinanderbringen.

Wie ist sonst zu erklären, dass die Menschen, die Europa momentan zu erreichen hoffen (meistens übers Mittelmeer), eigentlich nicht auf der Flucht (d.h., ums eigene Leben zu retten), sondern auf der Suche (nach einem besseren Leben) sind? Trotzdem werden sie oft als „Flüchtlinge“ bezeichnet.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Auch ich würde wahrscheinlich in ein undichtes Schlauchboot einsteigen, wenn ich in einem der vielen korrupten Ländern lebte, wie es davon momentan in Afrika scheinbar sehr viele gibt. Vielleicht erzähle ich ein anderes Mal über Ibrahim aus Dakar…

Nun, liebe Leser: sind wir wenigstens im Klaren über den Unterschied zwischen „Flüchtling“ und „Migrant“. Nächste Schritt: eine Lösung für ein sehr ernstes Problem zu finden, das mit den Migranten meine ich. Ich fange an: Wie wäre es mit neuen Gesetzen für die legale Immigration und zeitgleich für die Unterbindung der illegalen Immigration?

Und Sie, was meinen Sie?

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