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Spioniert Sie Ihr chinesischer Rechner aus?

Es lebe das freie Tibet! Ich finde den Dalai Lama großartig! Xi Jinping ist ‘n Frotzlamperl!

Pause.

Ist was geschehen?

Ich frage nur, weil man sagt, dass die made-in-China Rechner total verwanzt sind und den Inhalt meines Rechners direkt an den chinesischen Geheimdienst weiterleitet.

Bisher nix geschehn. Ich meine, der Rechner ist nicht in die Luft gegangen o.ä. Soweit so gut.

Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich hier nun meine private Wäsche öffentlich aushänge. Ich mache es nur deshalb, weil ich mir neulich einen chinesischen Rechner, der notebookcheck mit „sehr gut“ ausgezeichnet hatte, gekauft habe und ich weiß nicht, ob die Gerüchte stimmen.

„Kauf Dir bloß keinen chinesischen Rechner“, hatte meine Frau gesagt. „Sie sind alle mit einem Chip versehen, der alles direkt nach China schickt.“ Meine Frau hat das vielleicht in der Süddeutschen Zeitung gesehen oder auf einem der Nachrichtendienste, den sie mittels ihres - notabene koreanischen - Smartphones - ansurft. Ich weiß es nicht so genau.

„Du meinst, die wissen alles, was auf meinem Rechner steht? Jede Mail, jede Sprachbloggeur-Glosse, jeden Roman, jede Kurzgeschichte, jedes Gedicht, jedes Foto? Klingt wie der amer. Santa Claus: He knows when you’ve been naughty, he knows when you’ve been nice…“

„Kann durchaus der Fall sein.“

„Na endlich,“ sagte ich, „habe ich dann noch mehr Leser. Besser wäre es, wenn sie mir für meine Sachen auch etwas bezahlen würden.“

„Du nimmst die Sache nicht ernst“, erwiderte sie. „Vergiss nicht: Wir leben im Facebook-Zeitalter.“

„Nein. Im Gegenteil. Ich nehme die Sache sehr ernst. Du denkst das, weil ich Witze mache. Aber nur so KANN ich manchmal den Ernst der Sache ausdrücken. Weiß du was? Ich werde in meinem nächsten Blog ein paar sehr provokative Sätze hineinschreiben, die die chinesischen Schlapphüter, wenn sie mich wirklich abhorchen, bestimmt ärgern werden.“

„Sei bloß vorsichtig.“

Daher, liebe Lesende, die obigen Sätze am Anfang dieser Glosse.
Mag aber sein, dass die Chinesen auf einen solchen Schabernack nicht reinfallen. Denn ich habe meine Provokationen auf Deutsch geschrieben. Vielleicht verstehen sie kein Deutsch. Vielleicht wäre es wirksamer, wenn ich all dies auf Englisch schriebe. Die Chinesen lernen bestimmt schneller Weltsprache Englisch als Dichter-und-Denker-Sprache Deutsch.

Also dann:

Long live free Tibet! The Dalai Lama is fantastic! Xi Jinping is a blinkfurble!

Pause.

Na? Was passiert?

Auf dem Rechner bisher nichts. Vielleicht erst, wenn ich die Glosse ins Netz hochlade.

Nun bin ich sehr gespannt. Falls mir aber, bzw. dieser Webseite, etwas widerfährt, liebe Lesende, dann wissen Sie, warum. Hoffentlich haben sie kein Nervengift im Bios-Chip versteckt.

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