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Grundwortschatz für Flüchtlingsfans

Ich gebe zu. Ich bin ebenso zeitgeistabhängig wie fast alle. Das heißt: Schon wieder wollte ich eine dumme Polemik über das Flüchtlingsdilemma schreiben, konnte mich aber zum Glück im letzten Augenblick zurückhalten.

Stattdessen folgendes kleines, informatives Lexikon der wichtigsten Begriffe zum Thema Flüchtlinge.

Notabene: hier keine alphabetische Reihenfolge...

Flüchtling – hier selbstverständlich die wichtigste Vokabel. Denn ohne den F. gäbe es weder dieses Thema noch dieses Lexikon. Wichtig ist aber zu wissen, dass es zwei Weisen gibt, das Wort auszusprechen. Die eine erweckt im Hörer das Bild von abgefackelten Sammelheimen, von No-go-Zonen und von getrenntem Schwimmunterricht in der Grundschule. Die andere klingt so, als wollte der Sprecher auf der Stelle zum nächsten Bahnhof eilen, um hungrigen, müden Menschen zuzujubeln oder ihnen belegte Brötchen in die Hand zu drücken.

Asyl – ein Land in Europa, das westlich von Ungarn, nördlich von Italien und östlich von Frankreich liegt.

Journalist – ein Mensch, der die Pflicht hat, den Begriff „Flüchtling“ (s. da) so zu schildern, dass der Leser das Wort lediglich im zweiten Sinn verstehen darf.

Syrien – ein Land im Nahen Osten, das de jure von einem arbeitslosen Augenarzt, beherrscht wird, der Kritik schlecht erträgt. Der Weltbank zufolge lebten 2013 ca. 23 millionen Menschen dort. In Syrien spricht man hauptsächlich Arabisch.

Syrer – 1.) ein geschundenes Volk, das seit etlicher Zeit von einem arbeitslosen Augenarzt beherrscht und als Spielball ganz unterschiedlicher Mächte missbraucht wird (s. Syrien). Die meisten Syrer scheinen, zumindest im Asyl (s. da) männlichen Geschlechts zu sein. 2.) eine generische Bezeichnung für alle Flüchtlinge (s. da) auch wenn sie nur bruchstückhaft Arabisch sprechen. Hauptsache, man hat einen syrischen Pass (s. da).

Fotograf – kein Adelstitel, bezeichnet vielmehr einen Menschen mit einem Fotoapparat, der größer, teurer und flexibler einsetzbar ist als die allgegenwärtige Handykamera. Fotografen (mz.) arbeiten – genauso wie Journalisten (s. da) für die Medien (s. da). An Bahnhöfen sind sie angehalten, so viele Frauen und Kinder unter Flüchtlingen (s. da) wie möglich abzulichten und Männergruppen zu vermeiden.

Saudi Arabien– ein steinreiches Land im Nahen Osten, das als religiöser Mittelpunkt der islamischen Welt fungiert, weil sich dort die heilige Pilgerstatt Mekka befindet, wohin einmal jährlich ca. eine Million Pilger strömen. Die Saudis verfügen über eine vorbildliche Logistik und schaffen es für diese Menschen stets ausreichend Unterkunft zu organisieren. Islamische Flüchtlinge (s. da) werden in dieser Statistik nicht aufgeführt. Dafür hat sich Saudi Arabien bereit erklärt, allein in Deutschland (s. Asyl) 400 Moscheen zu stiften.

Schleuser –Menschen, die spezialisiert sind, Flüchtlinge (s. da) risikoreich zu befördern, um dabei selbst reich zu werden.

Medien – eine Art Sammelbegriff für die verschiedenen Formen der Nachrichtenvermittlung. Wie das Wort Flüchtling (s. da) hat „Medien“ verschiedene Bedeutungen. Es kommt immer darauf an, wer es ausspricht.

Pack – So heißen Menschen in den Medien (s. da), wenn sie sich kritisch übers Phänomen Flüchtlinge (s. da) äußern – wobei es ziemlich egal ist, ob die Meinungen plump oder differenziert dargelegt werden.

Syrischer Pass – ein gewinnbringendes Produkt der Schleusergemeinde (s. Schleuser). Neulich hab ich irgendwo gelesen, dass es mittlerweile mehr syrische Pässe gibt als Syrer (s. da).

Gutmensch – Kandidat fürs Unwort des Jahres.

Griechenland – ein Thema, das in den Medien (s. da) nicht mehr aktuell ist.

So viel zu meinem Lexikon der Grundbegriffe. Sicherlich habe ich das eine oder andere Wörtchen vergessen. Nächste Woche möchte ich endlich wieder über harmlose Themen schreiben… meinen Nerven zuliebe.