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Gespräch im Jenseits mit Steve Jobs

„Hallo Steve! Wie geht es dir im Jenseits?“

„Jenseits!? So nennst du diesen verfluchten Ort? Ich denke eher, ich befinde mich im Abseits. Hier ist es so öde wie in einem Entwicklungsland. Träge sind die Leute und viel zu genügsam. Außerdem scheint hier keiner meinen Namen zu kennen.“

„Das tut mir leid. Ich wollte auch fragen, ob du schon Neues erfunden hast?“

„Na klar! Irgendwie muss man die Zeit totschlagen? Erst neulich habe ich mir ein tolles Ding ausgedacht. Ich nenne es ‚iGeist‘. Hübscher Name, oder?“

„Darunter kann ich mir nichts vorstellen.“

„Was ist da nicht zu verstehen? Der Name sagt schon alles. Du denkst viel zu eng – wie die Engel. Ha! Deshalb heißen die wahrscheinlich Engel! Weil sie nicht aus ihrem Gedankenrahmen hinaus können.“

„Vielleicht kannst du mir aber den ‚iGeist‘ ein bisschen erläutern.“

„Nur so viel werde ich verraten: Es wird das Jenseits revolutionieren. Mit dem ‚iGeist‘ wird jeder mit jedem jederzeit in Verbindung sein können. Und das Tolle daran: Hier kann man Dinge mit der eigenen Vorstellungskraft erzeugen. Das heißt: Ich, ich allein, könnte Millionen ‚iGeister‘ aus der eigenen Fantasie herstellen und verkaufen..“

„Das klingt sehr ambitioniert. Doch wie wirst du deinen ‚iGeist‘ vermarkten können?“

„Aua. Nun hast du den Finger in die Wunde gesteckt. Ich gebe zu: Das ist in der Tat das große Problem. Und ich fürchte, ich müsse, um es zu lösen, zunächst etwas ganz anders erfinden.“

„Nämlich?“

„Das Geld! Die Idioten haben keine Ahnung vom Geld. Und wenn sie einmal Bescheid gewusst haben, können sie sich nicht mehr daran erinnern. Demenzkrank sind sie da alle.“

„Ich verstehe nicht. Wie wirst du das Geld ins Jenseits einführen? Das Geld existiert nur da, wo man Bedarf hat. Gibt es etwas, was die Leute kaufen würden?“

„Aber natürlich, Dummkopf! Kaum bin ich hierher angekommen, stellte ich fest, dass hier viele an einem schlechten Gewissen leiden – wegen Dinge, die sie in deiner Welt falsch gemacht haben und die sie noch erheblich plagen.“

„Du leidest aber nicht?“

„Wieso ich?“

„Was hat ein schlechtes Gewissen mit Geld zu tun?“

„Ich sehe schon, für dich wäre kein Platz in meinem Unternehmen. Du hast ja ganz offenkundig keine funktionierende Fantasie. Hör zu, Herr Sprachbloggeur: Hier darf ich mittels meiner Vorstellungskraft so viel Geld drucken – sprich erfinden – , wie mir lustig ist. Ich meine Scheine, dicke Scheine – Dollar, Yen, Euro, Rubel – ist egal.“

„Ich verstehe nicht, wie du deine Scheine an den Mann bringen willst.“

„Hör mal zu…Ich brauche den Leuten nur zu erklären, dass diese Scheine auch das ärgste schlechte Gewissen lindern werden. Dann verteile ich das Geld – nota bene kostenlos – an alle, die es haben wollen.“

„Aber was hast du davon?“

„Zuerst gar nichts. Aber dann fange ich mit der Herstellung vom ‚iGeist‘ an und behaupte, dass der ‚iGeist‘ noch wirksamer gegen ein schlechtes Gewissen wirkt als die Scheine. Wer einen ‚iGeist‘ haben will, brauche mir dann soundso viele Scheine zurückzugeben. Verstehst du endlich? Dann werde ich reich. Genial, nicht wahr?“

„Ja, wirklich genial. Aber bist du in der Lage so viele ‚iGeister‘ selbst herzustellen?“

„Aber klar. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.“

„Trotzdem wäre das viel Arbeit?“

„Stimmt auch, und dazu ist meine Fantasie wirklich zu kostbar. Doch schon habe ich die Lösung gefunden. Ich brauche nur einen Geschäftspartner in China zu finden, und bald gibt es ‚iGeister‘ ohne Ende. Was sagst du dazu? Einmal Visionär, immer Visionär, nicht wahr?“

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