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Hoffentlich das Letzte, was Sie über die "Illuminati" lesen müssen

Nach Jahrzehnten im „Geschäft“ stelle ich unentwegt fest: Ich bin kein Journalist. Das weiß ich, weil ich noch nie einen „Knüller“ „kassiert“ habe.

So ist es auch im vorliegenden Beitrag. Alle Kollegen sind mit dem hier zu erörternden Thema längst fertig. Ich fange erst damit an.

Jede Zeitschrift, jede Zeitungsredaktion hat schon seit Monaten gewusst, dass Dan Browns Thriller „Die Illuminati“ verfilmt wird. Ihre „Storys“ über „Illuminaten“ und sonstige Geheimorden erschienen also pünktlich zur Premiere des Films.

Film und Blätter bilden in diesem Fall eine synergetische Einheit. Notabene: „Synergie“ (wörtlich „Zusammenwirken“) war, falls Sie es nicht wissen, das Schlagwort schlechthin der „Neuen Ökonomie“, die uns neulich die Weltfinanzkrise beschert hat.

Das nur nebenbei. Im oben erwähnten Fall hat die Synergie wirklich gut funktioniert. Film und Printmedien haben sich gegenseitig beflügelt. Einerseits bekamen die Filmgesellschaften und die Kinos kostenlose Werbung; die Blätter wiederum hatten Gelegenheit einen „Dauerbrenner“ zu thematisieren und erhielten die Illustrationen obendrein gratis vom Film.

Nachdem ich Sie nun in die Feinheiten des Geschäfts eingeweiht habe, die nächste Frage:

Warum geilen „Storys“ über die „Illuminati“, bzw. „Illuminaten“ so sehr auf? Glauben Sie mir. Die Chefredakteure finden stets neuen Anlass, um über diesen Themenkomplex zu berichten. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich habe mindestens zwei- oder dreimal darüber geschrieben – natürlich in den üblichen schillernden Farben.

Ich gebe zu: Die Antwort auf meine Frage ist gar nicht kompliziert. Bei den „Illuminati“ handelt es sich um jene geheimnisvollen Dinge, die uns fast automatisch neugierig machen. Denn jeder macht sich Gedanken über die, wie soll ich es sagen, mysteriöse Seite des Lebens.

In meiner Kindheit gab es in den USA eine (damals) sehr bekannte Komikerin namens Martha Raye. Sie erschien im Fernsehen zusammen mit einem ehemaligen Boxer Rocky Graziano, den sie „Bubu“ nannte. In ihren Skizzen passierte stets etwas geheimnisvoll Bedrohliches, was ihnen jedesmal einen Schreck einjagte. Leider fallen mir momentan keine Beispiele ein. Ich kann mich nur daran erinnern, dass Martha Raye bei diesen Gelegenheiten immer in die starken Arme von Rocky gesprungen ist. Dann sagte sie ihm, während er ebenso verschreckt aussah wie sie: „It’s bigger than the both of us, Bubu.“ Es ist größer als wir beide. Das Publikum lachte. Ich auch.

Nicht anders läuft es bei den Illuminaten und Co. Immerhin: Es geht um eine Geheimordnung, die im Hintergrund alles steuert – sowas ist schon aufregend. Kein Wunder, dass soviele Menschen in die großen Verschwörungstheorien geradezu verliebt sind. Mit „Aktenzeichen XY“ usw. gibt’s immer den kleinen Nervenkitzel. Und es passieren wirklich soviele Sachen, für die wir keine Erklärung haben. Das Leben ist letztendlich wie ein James-Bond-Film. Geheimkräfte sind stets am Werk, und man sucht nach dem Superhelden 007 und Co., die uns vor Bösewichten retten sollen. Dan Brown hat diese Sache bestens verstanden.

Verdammt aufregend die Geheimorden, und wer weiß? Vielleicht gibt es sie wirklich. Und wir sind nur Roboter usw.

Ehrlich gesagt, habe ich „Die Illuminati“ nicht gesehen. Dafür habe ich das Buch gelesen. Auf Englisch heißt es „Angels and Demons“. Was heißt gelesen? Die ersten 1200 Seiten waren tatsächlich spannend. Ein „page-turner“ sagen wir über ein spannendes Buch. Die zweite Hälfte fand ich aber ziemlich strapazierend.

Nun wissen Sie meine Meinung über die „Illuminati“. Wie gesagt: Hoffentlich ist dies das Letzte, was Sie über dieses Thema lesen müssen.

PS: Der Sprachbloggeur macht ab Freitag Urlaub. Vielleicht komme ich dazu während dieser Zeit neue Beiträge zu schreiben. Vielleicht mache ich eine „kreative Pause“. Ich mache es nach Lust und Laune. Das menschliche Gemüt ist bekannterweise wie das Wetter – es regnet stets, wenn man Picknick machen will.

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