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Von Hunden und reißenden Wölfen

Jemanden als „Hund“ zu bezeichnen, gilt in der arabischen Sprache als einer der schlimmsten Flüche überhaupt. „Qalb“ heißt der Hund auf Arabisch und klingt ein bisschen wie „kalb“, würden Sie es, während Sie gurgeln, sprechen.

Ich weiß nicht, warum in der arabischen Kultur die „Hunde“ so sehr vor die Hunde gehen. Meine Frau meint, es wird im Qoran (auch mit so einem „Q“) etwas Abschätziges über Hunde geschrieben. Mehr kann ich nicht dazu sagen. Wo hingegen In Asien man früher (vielleicht noch immer) Hunde speisten. In Europa (erst recht in Bayern) ist Nachbars Lumpi a liaba Kerl.

Was Hunde und Schriftsteller gemeinsam kennen: Beide sind sowohl guten wie auch schlechten Rezensionen ausgesetzt.

Hunde und Wölfe sind eng verwandt. Das weiß jeder. Sie teilen wahrscheinlich ebenso viele Gene wie wir Menschen und die Schimpansen. Vielleicht deshalb werden Hunde – vor allem wenn sie in Rudeln unterwegs sind – bisweilen mordlustig.

Ein schwer zu erklärendes Phänomen aber. Da trifft das Rudel auf eine Schafherde. Und siehe da! Sie greifen an und töten alles, was steht und geht – auch wenn sie den Hunger längst durch den Tod eines einzigen Tieres hätten stillen können.

Das Phänomen ist deshalb eigenartig, weil manche Tierfreunde behaupten, dass Tiere – anders als Menschen – nur so viel Leben zerstören, wie sie Hunger haben.

Ich bin zwar kein Biologe, aber ich glaube nicht, dass Löwen, Panther, Bären usw. eine solche Mordlust kennen. Vielleicht Hyänen. Doch da bin ich überfragt.
Jedenfalls stimmt bei diesem Benehmen etwas nicht.

Manchmal machen es auch die Menschen den Hunden und Wölfen nach, wie, z.B., wenn Soldaten bzw. Kämpfende unbewaffnete Menschen – zum Beispiel wie neulich Hamas-Rekruten in Israel hunderte von „Rave“-feiernden Menschen so wie auch Frauen und Kinder in einem Dorf abschlachteten oder wie vor einigen Jahren in Paris einige ISIS-Sympathisanten in einem Musikklub alles, was sie in die Hände bekamen, kreuz und quer massakrierten.

Auch hier stimmt etwas nicht.

Auf Arabisch würde man solche Mörder wahrscheinlich „qalb“ nennen. Ich habe vergessen, wie man dieses Wort in der Mehrzahl sagt.

Nebenbei: Wenn man auf Bayerisch jemanden „Hund“ nennt, muss man das als Kompliment verstehen. „Bist a Hund“, sagt man und meint: „Du bist ein toller Kerl“.

Der Hund kommt aber auch in der deutschen Sprache nicht immer so gut weg. Sagt man, „du Hund“, ist das oft negativ zu deuten. Im Lied „Surabaya Johnnie“ von Bertold Brecht sagt eine Frau zu ihrem untreuen Man. „Nimm die Pfeife aus dem Mund, du Hund.“ Natürlich reimen sich hier „Mund“ und „Hund“, doch „Hund“ ist hier sicherlich nicht freundlich gemeint.

Und dann gibt es die „Zyniker“. So nannte man eine Strömung der griechischen Philosophie („Kyniker“). Es waren Denker, die als Skeptiker galten. „Kyon“ ist Griechisch für „Hund“. Hier denkt man an dem Hund als zweifelnder Japser.

Und nun für Sprachinteressierte Folgendes: Die Wörter „kyon“, „canis“ (lateinisch) und „Hund“ sind alle etymologisch verwandt.

Auf Englisch sagt man „lucky dog“, wenn einem durch Zufall etwas Gutes zustößt. Noch dazu spricht man von „a dog’s life“. Doch das bedeutet, dass man auf die Gunst anderer angewiesen ist, was nicht immer glücklich macht.

Es scheint ein Auf und Ab zu geben, wenn es um Hunde geht.

Doch nun habe ich Ihnen mehr oder weniger alles über Hunde berichtet, wozu ich spontan in der Lage bin. Ich bin sicher, es gibt einiges mehr über dieses Thema zu erzählen. Immerhin: Manche sind überzeugt, dass der Hund „man’s best friend“ ist.

Comments

In Südchina speist man heute noch gerne Hunde. Aber ganz so exotisch, wie das anmutet, ist es nicht. Im 19. Jahrhundert und bis weit in das 20. Jahrhundert wurden auch in Deutschland regional verbreitet Hunde gegessen. Oftmals von armen Leuten, weil das Fleisch billig war. Gesetzlich ist es erst seit 1986 verboten Hunde zu schlachten und die letzten Hundeschlachtung für den Verzehr fanden 1985 in München statt. In manchen ländlichen Gegenden Österreichs und der Schweiz werden bis heute Hunde gegessen und auch in Belgien, Frankreich und Spanien ist das durchaus noch üblich.

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