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Und die Diversen? Auch sie möchten grammatikalisch berücksichtigt werden!

Neulich saß ich in der Tram. Die Roboterstimme, die vor jeder Haltestelle eingeschaltet wird, um die nächste Haltestelle auszurufen, erinnerte die „lieben Fahrgäste“ auch daran, beim Aussteigen auf „Radfahrende“ aufzupassen.

Ich mag das Wort „Radfahrende“ nicht. Es steht sogar ziemlich oben auf meiner Liste der hässlichsten Wörter der deutschen Sprache – vergleichbar mit z.B. „Studierende“ oder seinem Verwandten „Studierendenwerk“.

Inzwischen gilt die Devise, wie jeder längst mitbekommen hat – vor allem in den Medien: Ohne „Soldatinnen“ keine „Soldaten“, ohne „Polizistinnen“ keine „Polizisten“ usw.

(Nur die „Verbrecher“, „Räuber“, „Mörder“ und die „Hebammen“ werden – nach wie vor – nicht gegendert).

Klar. Es gibt Situationen, wo man tatsächlich beide Geschlechter traditionell auseinanderhalten will. Etwa: „Sehr geehrte Damen und Herren“…

Aber halt! Fehlt etwas vielleicht in der obigen Darstellung der neuen Gendergerechtigkeit?

Und wie!

Was ist, z.B., mit den Diversen? Auch sie sollten grammatikalisch berücksichtigt werden…oder?

Die Medien – und die Politik – unterscheiden zwar zwischen „Fußgängern und Fußgängerinnen“, „Inspektoren und „Inspektorinnen“ usw. Und die Diversen? Haben sie auch nicht eine grammatikalische Daseinsberechtigung?

Passen Sie auf: Der Aufstand der Diversen kommt ganz gewiss. Die Frage ist nur: Wann?

Wahrscheinlich haben Sie noch nie über dieses Thema nachgedacht.

Höchste Zeit auch für die Diversen die Grammatik anzupassen!

Doch wie könnte eine solche Form aussehen? Mir fällt jedenfalls leider nix dazu ein.

Vielleicht Ihnen?

Immerhin: In Arbeitsannoncen wird immer mehr zwischen männlich, weiblich und divers unterschieden. Das wäre jedenfalls ein Anfang.

Aber wie könnte man diese Menschengattung grammatikalisch festlegen?

Anders gefragt: Wie heißt „Mitarbeiter“ – bzw. –„Mitarbeiterin“ – auf „Divers“?

Aber jetzt eine noch kompliziertere – und vielleicht kontroversere – Frage: Was bedeutet „divers“ eigentlich?

Ich denke, zum Beispiel, an einen Jungen, der in der Pizzeria nebenan arbeitet. Die Haare sind blond gefärbt und die Fingernägel bunt angemalt. Ist er divers? Oder nur jung und experimentell? Mit wem teilt er die Nacht – zumindest momentan?

Schwierige Fragen. Wirklich.

Ein Freund von mir – er würde sich nie als „divers“ bezeichnen – tut manchmal Farbe auf seine Zehnägeln…zumindest im Sommer.

Ich habe ihn dann gefragt, warum er das macht. Er hat lediglich mit den Schultern gezuckt. Er ist ohnehin exzentrisch…aber divers?

Naja. Bloß ein paar Gedanken. Letztendlich bleibt mein Interesse rein grammatikalisch…

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