Schon wieder bin ich innerhalb kurzer Zeit auf einen Begriff gestoßen, der in einer Welt heimisch ist, die mir fremd ist.
Wie so oft handelt es sich um ein Pop-Wort aus dem Englischen. Es hat sogar seinen deutschen Pass bekommen.
Es geht ums „Moggen“., welch schlecht und ergreißelnd die verdeutschte Mutierung des englischen „mogging“ ist.
GK (d.h. „Google-Klugscheißer) erklärt dem Neugierigen, dass „Moggen ein Begriff aus dem „Jugendslang“ und besonders beliebt auf YouTube, TikTok und in den Gaming-Kreisen sei. Kann sein, dass ich ihn als Titel eines YouTube-Videos entdeckt habe.
Genauer gesagt aber, ist diese Vokabel im „Looksmaxxing“-Wortschatz daheim. Über „Looksmaxxing“ habe ich bereits ausführlich geschrieben, also über die spannende Szene – hauptsächslich männlich belegt –, die auf die „Maximierung“ des persönlichen Aussehens viel Wert legt.
Nebenbei: Zufällig bin ich neulich auf einen Artikel gestoßen (wohl im Internet – wo sonst?), in dem behauptet wird, dass die Schönheitsoperationen, die von den Anhängern dieser Szene so beliebt sind, zu einer langfristigen Entmaskulisierung führen. Ich habe, soll ich eingestehen, nur die Überschrift gelesen. So genau wollte ich die Sache nicht erforschen. Das überlasse ich lieber eifrigen Looksmaxxern.
Aber zurück zum „Mogging“. Laut einer Quelle im Netz leitet man diesen Begriff vom Jugendslang-Begriff „AMOG“ ab, einem Akronym für „alpha male of the group“. Er soll ursprünglich aus dem „Incel“ – involuntary celibate (unfreiwillig zölibatär) – Bewegung gebräuchlich sein. Auch darüber habe ich bereits geschrieben – ich meine über „Incel“.
Keine Ahnung, was Looksmaxxing und Incel gemeinsam haben. Man würde meinen, dass einer, der gut aussieht, nicht unfreiwillig zölibatär bleiben müsste.
Aber was weiß ich?
Immerhin, soweit ich verstehe, ist der „AMOG“ wohl der „Chad“, also der Tollste, der Gruppe.
Laut „Wiktionary“ „moggt“ ein Mann, wenn er sich für attraktiver hält als alle andere.
Im übertragenen Sinn bedeutet diese Vokabel: sich für besser denn andere halten.
Ein „Mogger“ ist jemand also, der andere quasi dominiert.
Umgekehrt: Wird man „gemoggt“, so lasse man sich von anderen dominieren.
Alles klar? Mir nicht ganz, aber so what.
Was mir viel wesentlicher ist: Es stellt sich heraus, dass ich nicht der erste bin, der im WehWehWeh über dieses Thema Gedanken macht. Schon 2024 erschienen Texte in „Chip“ und „Netzwelt“ darüber.
Schade. Ich bin gern der erste…der Mogger…
Darüber hinaus: Aus Gründen, die mir unbekannt sind, genießt das Mogging momentan wohl ein besonderes Renommee. Bereits im Mai 2026 haben sowohl „Fokus“ wie auch „Guardian“ darüber berichtet.
Ist was moggingmäßig geschehen, wovon ich nicht informiert bin?
Vielleicht liegt es daran, dass es scheinbar aus dem „GenZ“-Slangvorrat aufgegabelt wurde. Die Medien biedern GenZ-Erzeugnisse besonders speichellechzend an. Ist ja gerade die Mode.
Nix gegen GenZ. Ich gönne ihnen die viel Aufmerksamkeit. Man ist schließlich nur kurze Zeit jung. Und letztendlich soll man „moggen“ solange es geht. Denn Achtung: GenAlpha – und GenBeta warten schon ungeduldig in den Startlöchern, und bald sind sie dran.
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