Verlieren auch Sie Interesse an die diversen zur Verfügung stehenden „Medien“?
Ob TV, Rundfunk, Online-Nachrichten, „Social“-Medien (etwa TikTok, YouTube, Instagram, X etc.) und so weiter?
Ich schon. Und falls Sie mit der gleichen Verdrusskrankheit angesteckt wurden wie ich, gibt es einen guten Grund dafür, der sich mit einem einzigen Wort zusammenfassen lässt: „Slop“. (Ich vermute, es heißt der
Englisches Derivat natürlich.
Ist Ihnen mal aufgefallen, dass wir heutzutage so gut wie nie Begriffe aus dem Chinesischen, Russischen, Koreanischen – nicht einmal aus dem Französischen ins Deutsche übernehmen?
„Slop“ („sslapp“ spricht man das aus) hat auf Englisch verschiedene Bedeutungen. Kaum genießbares Essen wird als „Slop“ bezeichnet. Vielleicht am besten mit „Fraß“ zu übersetzen. Auch „Nassmüll“ wird als „Slop“ bezeichnet.
Auch das engl. „sloppy“, also „schlampig“, ist aus „slop“ entstanden.
Achtung! „Schlampig“, „sloppy“. Sie sehen irgendwie ähnlich aus…oder? Und in der Tat: Es sind erste Cousins. Gäbe es ein dt. Wort „Schlamp“, wäre dies direkt mit „Slop“ verwandt.
Und tatsächlich gab es im früheren Deutsch eine Vokabel „Schlamp“, und zwar im Sinne von „üppiges Gastmahl“, „ungepflegter Mensch“ und auch in der Bedeutung: die „Schleppe“ eines Kleids. Vielleicht hat dieser „Schlamp“ in irgendeinem regionalen Dialekt überlebt.
In meiner Jugend sagten wir „slop slop, get the mop“. „Mop“ ist ein „Wischer“ oder…ein Mopp! Man trillerte dieses Reimchen, wenn sich einer übergeben hatte.
„Slop“ wird also mit ekelhaften Dingen in Zusammenhang gebracht.
Aber zurück zum „Slop“ und den Medien.
Ist es Ihnen aufgefallen, dass die Medien immer mehr zu „Slop“ mutiert sind?
Klar: Die allgegenwärtige KIKI spielt hier die große Rolle.
Im heutigen Englisch bezeichnet man dieses Phänomen als „AI-Slop“. Zu Deutsch „KI-Slop“.
Man verbringt kostbare Lebensstunden im Internet ausschließlich mit Slop. Soviel Zeit kann man tatsächlich verschwenden, dass man sich eines Tages wohl fragen wird: Was ist aus meinem Leben geworden? Die Antwort wird lauten: mit Slop, Idiot! Alles versloppt! Zu Deutsch „alles verschlampt“.
Ein paar Beispiele aus Slopland: He! Schau mich an. Ich zeige dir, wie es aussieht, wenn zwanzig wilde Hunde einen Büffel bei lebendigem Leib fressen! Oder: Juhu! Guck her. Ich verrate dir, welche Sprache die schwierigste ist und welche die hässlichste ist!
Oder: He he! Ich kann mit einem Bein fünfzehn Minuten herumhüpfen. Um so lustiger anzuglotzen, da ich tatsächlich nur ein Bein habe!
Und so weiter. Influencer möchten Ihnen vereinnahmen. Klugscheißer wollen Ihnen „Ideen“ beibringen. Nachrichtensender wollen Sie mit Storys festhalten. He: Kennt ihr die hässlichste Katze im Weltall? Hier nun die Story!
Et cetera.
Die gute (oder schlechte) Nachricht lautet: Slop ist kostenlos. Nur Zeit wird in Zahlung genommen.
Aber genug.
Komisch wie man so viel über so wenig schreiben kann…
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