Schon wieder ein neues Wort: Quiltbag.
Kennen Sie es?
Fünfzehn Jahre gibt es schon, und erst jetzt erfahre ich, dass es es gibt. Na sowas.
Ich hätte auf drei Jahre getippt – so alt wie des Nachbars Kind. Man täuscht sich leicht.
Im Wortschatz der cis-loser Geschlechtlichkeit ist es jedenfalls längst heimisch.
Falls Sie zur Minderheit zählen, die sich in diesem Bereich nicht auskennen: Die Vokabel „Cis-Geschlechtlichkeit“ weist auf jene hin, die sich mit der Geschlechtlichkeit („Gender“) identifizieren, in der sie geboren wurde.
Will heißen: Der Cis-Mann hält sich für einen Mann, obwohl dies auf seiner Geburtsurkunde steht. Gleiches also für die Cis-Frau. Solche Menschen halten sich üblicherweise für heterosexuell.
Alles klar?
Klar: Seit einigen Jahren wird das sexuelle Spektrum um einige Kategorien ergänzt. Aber das wissen Sie schon.
Eine Zeitlang war die Rede von „LGBT“. Also: „lesbisch“, „gay“, „bisexuell“ und „transsexuell“. An sich ziemlich easy zu merken.
Oder vielleicht zu easy? Denn im Lauf der Zeit wurden diese Buchstabensammlung um noch einige Kategorien ergänzt: LGBTQIA+ heißt es mittlerweile. Hinzugefügt wurden „Q“ für „queer“, ein englisches Wort, das mit dem dt. „quer“ verwandt ist und ursprünglich „schräg“ bedeutete. Später wurde es – üblicherweise – als Bezeichnung für männliche Homosexuelle benutzt.
Was „queer“ heute für einen Sinn hat, habe ich leider noch nicht verstanden. Früher war es gleichbedeutend mit „gay“ (ein Begriff aus den 1970er Jahren, wörtlich „heiter“). Heute bedeutet es wohl etwas anderes als „gay“.
Ich hab oftmals gefragt und verstehe die Antwort immer noch nicht.
„I“ steht für „intersexuell“, ein oft trauriges Schicksal. Denn diese geschlechtliche Minderheit steckt wahrlich in der Bredouille. Es sind Menschen, die wegen einer genetischen Anomalie nicht eindeutig als Männer oder Frauen einzuordnen sind. Nicht gerade einfach für sie.
„A“ bedeutet „asexuell“, wohl ein seelischer Zustand. Der betroffene Mensch – egal was er für einen Körper hat – fühlt sich weder Männern noch Frauen sexuell angezogen.
Das muss nicht schlimm sein. Manche Menschen sind einfach so.
Letztlich gibt es „+“. Wenn ich ehrlich bin, habe ich keine Ahnung, was mit diesem „plus“ gemeint ist. Fragen Sie lieber ChatGPT und Co.
Aber zurück zu „Quiltbag“, wörtlich ein Steppdeckensack. Süß.
Es wird aber als Akronym verwendet und sollte die Auflistung diverser geschlechtlicher Kategorien vereinfachen.
In diesem Steppdeckensack stecken folgende geschlechtliche…Situationen: queer (oder questioning, d.h. noch unsicher), undecided (also „unentschlossen“ – ein anderes Wort für „unsicher“?), intersexuell, lesbisch, transgender/transsexuell (was ist da der Unterschied?), bisexuell, allliert/asexuell (keine Ahnung, was mit „alliert“ – „allied“ auf Englisch – gemeint ist), gay/genderqueer. Auch „genderqueer“ sagt mir nichts.
Egal. Nun sind Sie jedenfalls bestens informiert. Achtung: Sie müssen sich nicht schämen, Fragen zu stellen…
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